Die Gemeinschaft
- Journal
- Die Gemeinschaft
- Volume
- 1928
- Issue
- 12 (20.5.1928)
- Date
- 1928-05-20
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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unsere Zeit, wie es noch jede- Epoche gezeigt hat: Verhöhn uns von Wahrheit, Treue und Kocht, widerliches Schwellten in roher Gewalt, Entartung der Sinne zur Sinnlichkeit, leichtfertige Hand* habung jeder Moral. Verhetzung des einen gegen den andern, diese dauernden Erscheinungen der Zeit, ich wiederhole, nicht biofi der unsrigen. das alles ist so weit von Kultur entfernt, ist solch ein Tiefstand unserer Gesittung, daß das Wort des Propheten immer berechtigt ist. Und es bedarf keines Wortes, dafi die Religion es ablehnen muß. einer solchen, „Kultur" dienen zu wollen. Wir Italien jedenfalls kein Verständnis dafür, dafi Vertreter der Religion etwa das System der Gewalt mit dein Mantel der Liehe zudecken können. Aher wir treten auch nicht ilafür ein. dal) die Kcliirinn der Kultur voranschreiten soll, daß diese also jeher zu dienen Lai e. Wir sehen gerade darin das Unrcligiöse, den Widerspruch zu aller Religion, dafi man sie isolieren möchte, für ein Sohdergcbiet nebt* anderen Kultnrgebiuteii erklärt. Wenn dein so wäre, dann hatten die recht, die als Geist liehe Machtpolitik treihen können. Aher so i-sf es nun einmal nicht. Echte Religion will etwa* anderes, echte jüdische sicherlich. Religion gehört nicht vor die Kultur, nicht hinter die Kultur, gondern allein in die Kultur, mitten in die Kultur hinein, sie ist. wir ein Denker so schon gesagt, die. ewh*e' Unruhe in ihr. „Ks dürstet meine Seele nach Gott", ist und darf kein Gelogcnhoitsruf sein, und der „lebendige" Gott heißt nur deshalb so. weil er nicht uns bloß, nein sich durch uns in jedem Moment lebendig erhalt, durch die Leistung der Seele für unsere Welt. „All unsere Zeit ist ein Geschrei nach Gott, wer Ohren hat. der muß ihr Tosen hören." gingt ein neufrommer Dichtet;, und eine andere Stimme fügt hinzu: „Alle Religion, die versucht, dem Menschen das Lehen leicht zu machen, ist ein Zerrbild der Religion. Die neue Religion ist für starke. Gesunde, Weife. Erwachsene,' für Männer, nicht für Kinder." Dali aher solch ein religiöses Erleben dem Urjüdischen verwandt ist. betont Buber einmal so: „Die religiöse Sehnsucht der Menschheit, die in dieser Stunde erwachende, ist den l ikräften des Judentums verwandt. Der geeinte, der einende, der vollkommnc Mensch, der in Gott freie, ist das Ziel der Menschheitssehn>mht. die in dieser Stunde, erwacht, und ist der Sinn der religiösen l'rkraft des Judentums." Der in Gott freie - ist das der Mensch der religiösen Kultur, der uriüdischc, dann geht uns dieses Wort ja besonders an. Iii steht doch liberale Freiheit in zweierlei: einmal darin, daß wir nicht in dem „Uber uns" des ewigen Feuers «las wesentlich Jüdische erblicken, sondern in dem ewigen Feuer, wie es in uns aufstrahlt und d a ewig ist. l ud es will uns scheinen, als machten wir dadurch alle Unißen noch größer. Sie erhielten nicht etwas Fertiges, sie rangen sich zu etwas Fertigem du ich, wenn auch gewiß durch eine göttliche Kraft, deren (Trsprung ewijj| geheimnisvoll. Niehl von außen hat ein Gntt -i' uif di Welti tt