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Die Gemeinschaft · 1928-04-01 · 11 (1.4.1928) · p. Seite 9

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Journal
Die Gemeinschaft
Volume
1928
Issue
11 (1.4.1928)
Date
1928-04-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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nicht nur äußerlich stark geworden, sondern ebenfalls von innerlicher Anteilnahme getragen. Der Kreis der in dieser Weise religiös liberal Tatigen erweitert sich mehr und mehr. In solcher Vielstimmigkeit klingt bereits das „Neue Lied" vom Liberalismus. . Mit Absicht habe ich unsere liberale Tätigkeit, insbesondere die unserer liberalen Jugend-üemeinschaft nicht besonders erwähnt. Sie reiht sich in den Gesamtrahmen des heutigen religiösen Liberalismus ein. Nur eine unserer Aufgaben, die wir mit besonderem Nachdruck pflegen, sei hier als wertvolle Stimme, die dem „Neuen Liedc" besonderen Klang verleiht, hervorgehoben: Die Heranziehung indifferenter Kreise. Unser Liberalismus kennt kein Dogma, und zieht seine Kreise ebensoweit nach links wie nach rechts. Wer von dem Willen zum Judentum beseelt ist und sich in seinem Glauben zum Judentum bekennt, zählt zu uns. Die Kenntnis des Judentums, die Würdigung seiner Formen und Bräuche, wird sich auch ihnen mehr und mehr erschließen. Unser „neuestes Lied", die „Liberalen Blätter" sind nicht nur der geistigen Aussprache und dem engeren Zusammenschluß aller Liberalen gewidmet, sondern zu einem Hauptteil für die indifferenten Kreise bestimmt, die aus dem Inhalt der Blätter entnehmen mögen, daß das liberale Judentum weit verständlicher und wertvoller ist, als es ihnen in ihrer bisherigen Unkenntnis der jüdischen Wirklichkeit erschien. Möge das „Neue Lied" immer vielstimmiger erklingen und so allmählich "zu einem brausenden Widerhall religiös liberalen Lebens werden.! Zum Sedermahl. Von Dr. Martin Goldner. Währen«! mit Rausch hasrhonoli das geistliche, ewige Jaln tles Judentums beginnt, fängt narfi biblischem Kalender mit. •b in Monat Nissan und seinem Feste das irdische, immer einmalig Jahr an für die Natur mit Saat. Blüte und Finte ebenso für den Menschen mit Aufsähe. Arbeit und Fr-füllung. Und verschieden wie die Bedeutung dieser beiden Neu-, jalirstagc sind die Inhalte ihrer Feste: ruft Hansell hasr.hon.'*ii auf zur Verantwortung eines jeden einzelnen und seiner Seele \m dem höchsten Richter, so mahn! das Pcssachfest den einzelnen wie die Gemeinde zur Rüste aller körperlichen, irdischen Kraft, die verantwortungsvolle Arbeil in der Wanderung durch die Whk lichkeit aufzunehmen, So sprengt auch der Pestdicnsl dieses Tages wen die Mauern der Betlmuscr. weil die Wolle des Gebetes und dring) ein in die Häuser des Alltags und wandelt sich in Handlung und Fi eignis. Der Sederabeqd, das Pessarhmahl steht im Mittelpunkte, Was bedeutet das uns? Mit ihm streikt die Religion ihre Hand aus nach unserer Wirklichkeit, nach unserem Alltagsleben, mit ihm zerbricht die Trennung von religiösem Symbol und irdischer Tatfticftliejikeit. u

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