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Die Gemeinschaft · 1928-04-01 · 11 (1.4.1928) · p. Seite 7

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Journal
Die Gemeinschaft
Volume
1928
Issue
11 (1.4.1928)
Date
1928-04-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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heit uud nicht die Knechtschaft als religiöse Forderung proklamiert worden. Das stellt am Anfang der Geschichte Israels, und damit ist diese Geschichte und ist der Begriff der Religion unter den Freiheitsgedanken gestellt worden. So nur - das sagt jene Deutung der 'Weisen - kann messianische Vollendung erreicht weiden. Damit aber haben jene Weisen noch eine weitere Wahlluit zum Ausdruck gebracht, daß die Bedeutung der geschichtlichen Feste des Judentums sich nicht erschöpft in der geschichtlichen Erinnerung an die Vergangenheit, sondern in dem geschichtlichen Ausblick auf die Zukunft und in der Erfassuni; der Aufgabe der Gegenwärt, diese Zukunft herbeizuführen. Das erfordert Erkenntnis der Gegenwart innerhalb der Entwicklung, erfordert freien, weiten Blick und Augenmaß. Nicht die Festfeier als solche ist der Sinn, sondern das. was diese Pestfeier an Ewigkeitsgedanken und Ewigkeitswerten in uns auslöst. Die Festfeier in B'ne B rak zeigt uns. wie wir die Pessach hagada lesen sollen. Nicht das mechanische Abrollen des Inhalts und Wortlauts der Hagada ist der Sinn, sondern das liefere Erfassen und die Beziehung auf die vielfach verschlungenen Probleme des. modei nen Lebens. Dann aber weist die Hauada un darauf hin, daß das ewige große Kiilturproblcm das Problem der Erziehung und der Selbsterziehung ist. Denn Freiheit wird nicht gewonnen und erst recht nicht festgehalten ohne Erziehung und Selbsterziehung ZU sittlicher Freiheit. Das ist der Weit vom Auszug aus Aegypten bis eins! zu messiaiiischer Zukunft. Das neue Lied. Von Rechtunwalt Dr. Hoffmann, Frankfurt ü.M. Die Blätter der „Gemeinschaft" berichten von religiöser Sehnsucht, religiösem Wüllen und Streben, und nicht zuletzt von religiösen Taten. Sie selbst sind bereits das „Neue Lied" des religiösen Liberalismus unserer „Neuen Zeit". Der Liberalismus war und ist kein System, kein Programm, nichts Feststehendes; er ist Gesinnung, Tat und Bewegung. Diese Gesinnung und insbesondere ihr Hineintragen in das alltägliche Leben steht in unumstößlicher Verbindung mit dem jeweiligen Zeitgeist. Religion, oder besser gesagt, der Niederschlag und die Überzeugungskraft in den verschiedenen Zeiten ist in gleicher Weise ein Abbild jeder einzelnen Zeitepoche, wie es Kunst und Dichtung von jeher waren. Der Zeit des ruhigen Dahinlebens, des enggezogenen Lebenskreises, des idyllischen Friedens unserer Groß- und Urgroß- Ahnen folgte eine Zeit des Aufschwungs, des ungehemmten Fortschritts auf allen Gebieten naturwissenschaftlicher Erkenntnis und technischer Erfindung, des hastigen Vorwärtsstrebens aller Zeitgenossen. Naturalismus und Impressionismus, die Kunstrichtungen 7

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