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Die Gemeinschaft · 1927-09-25 · 9 (25.9.1927) · p. Seite 6

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Journal
Die Gemeinschaft
Volume
1927
Issue
9 (25.9.1927)
Date
1927-09-25
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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/ tc8 Selbst inuLI ihm alles sein. „Was liegt an dir und deinem Glück? Sprich dein Wort und zerbrich!" Einsam muß er durch die Welt gehen können und doch diese Welt immer wieder erbaun, ihr Geschick immer wieder von neuem beweinen. Immer wieder kommen für den Erlöser die Stunden, da er Tag und Xacht „auf Bergen" lebl, so wie es der erste Erlöser getan, d. h. in der reinen Luft der Idee — sei es, weil ihn unten keiner verstand, sei es, weil er die Stunden brauchte, um sein tiefstes Glück dort hinaufzujubeln, seinen tiefsten Schmerz dort zum Himmel zu schluchzen! Und doch dürfen das immer nur Stunden sein, sonst reilit ihn der Vorwurf ins heben zurück, der einst Elia eritgegeiischoll: „Was willst du hier?" „Dem Tüchtigen ist diese Welt nicht stumm.'* Ja nicht bloß Menschen starken Gefühls, nein Menschen, der Tatkraft müssen die sein, die den Erlöserberuf ausüben wollen, nicht Moli Menschen der kühnen Gedanken, sondern Menschen, die die Gedanken zu gestalten vermögen. Man fragt nur dann ,;warum i c h dann grade?" wenn man erschauert vor dem Drang nach Erlösung; man ist nur dann demütig und still, wenn alles in uns glüht, brennt und Schreit; man zittert nur dann und fürchtet sich nur, wenn man die Heldcnkraft in sich spürt. Das ist kein Widerspruch, sondern ist eines, das Kennzeichen ist es des nahen Erlösers. Man hört aber nur dann auch die Antwort an Mose, spürt nur dann Gottes herrlichen Schutz, fühlt nur dann jene unwiderstehliche Kraft, die unser Gottgefühl üns verleiht, wenn man sich selber bezeugen kann, daß man die Gnade, das Wunder empfind«, die uns mit Gott in der Seele verliehn. Nur weil Jesaia zuerst ausrief: „Weh' mir, ich vergehe , ich bin unreiner Lippen" — nur deshalb hörte er den Ruf seines Gottes: „Siehe, ich sende dich!" Nur weil .Icremia im Anfang bekannt: „Ich vermag nicht zu reden, ich bin zu jung", nur deshalb vernahm er später das Wort: „Siehe, teh mache dich zur festen Stadt, zur eisernen Säule, zur ehernen Mauer!" Ja — nur noch einmal sei es ge>agt wer beides in sich ver eint, Demut und stärkstes Gottesbewußtsein, nur der ist imstande, die Qualen zu tragen, die der Erlöscrberuf im Gefolge hat. Das gilt für den, der uns selber erlösen möchte. Es gilt aber für uns alle und unsre Bestimmung, der ganzen Menschheit Erlösung zu bringen. — So kommt denn von neuem, heilige Tage! Schenkt uns h eilige Freude - zu heiliger Quall Heilige Qual - - zu heiligem Glück! „Aus der Tiefe ruf ich dich, Ewiger! :,: Wenn die Schuld du aufbewahrtest. Ewiger, Herr, wer könnte danp bestehn? Aber -bei dir ist die Vergebung, Auf daß du geehrfdrehtet werdest. :, Ja, er wird Israel erlösen Von allen seinen Sünden."

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