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Die Gemeinschaft · 1927-09-25 · 9 (25.9.1927) · p. Seite 7

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Journal
Die Gemeinschaft
Volume
1927
Issue
9 (25.9.1927)
Date
1927-09-25
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Unser Jugendgottesdienst an den hohen Feiertcgen. Em Wort zu unserer Gebetordnung. Von Hermann Falkenberg. Ist Jugendgottesdienst ein Ideal? Darauf gibt es nur eine Antwort: Nein! Ideal ist es, daß Vater und Mutler mit ihren Kindern gemeinsam ins Gotteshaus treten, daß aus der Seele der Bitern die Kawwono, die tiefe Andaehtsstiinmung. hinübei fließt in die Seelen der Kinder. Ersehließt sich doch schon dadurch allein vieles St im mungsgumäße unmittelbar dem Gefühl, auch dem kindlichen. Ein anderes freilich ist's um das Verständnis den Kindes! Ihm bleibt meist ein recht betrachtlicher Teil verschlossen. Nicht bloß weil ein großes Miß hebräischer Kenntnisse vorausgesetzt wird, sondern auch weil Inhalt und Sprache der Gebete für reife Menschen berechnet ist. Dadurch wird ihre Wirkung vermindert, oft sogar völlig aufgehoben. Denn Aufbau und Umfang, Inhalt und Sprache des Gottesdienstes ist nicht vom Kinde aus geschaffen und nimmt auf die kindliche Psyche, und gar auf die der gegenwärtigen .Jugend, keine Rücksicht. Kommt noch hinzu, daß die Raumverhältnisse der Synagoge an den hohen Feiertagen ein Beisammensein mit den Kindern nur selten gestatten, meist jedoch unmöglich machen, so wird man /war die erste Frage: Ist .Tugendgottesdienst das Ideal? noch i' in nie r nicht mit „ja", die andere Frage: Ist .Jugendgottesdienst eine Notwendigkeit? nicht mehr mit „nein" beantworten können. Die Notwendigkeit ergibt sich vor allem auch aus dem Erziehungszweck, den wir dem Gottesdienst, zumal dem Jugend gottesuienste zuweisen. Gottesdienst ist der Fcic.rklang, der in der kindlichen Seele tönt und Feste8sümmung erzeugt, der aber auch hinausfuhrt in den Alltag und zum Motor wird für religiös sittliches Handeln. Gottesdienst - besonders der .Jugend darf nicht zur Schablone werden. Darum muß nichl bloß dem I'rcdiger viel größere Freiheit in der Wahl und Sprachgcstaltung der Gebete eingeräumt werden, es hat auch die jugendliche Gemeinde in viel größerem Umfange aktiv teilzunehmen, an Gesang und (iebet. an Psalmen Vortrag und Tora- und Haftara-Vorlesung. Darum darf der Jugendgoltesdienst nichl nur ein verktir/ier Extrakt des allgemeinen Gottesdienstes sein. Aufbau und Umf7ihg, Inhalt und Sprache müssen sich der jugendlichen Psyche an passen. Und doch darf wiederum nicht etwa bloß ein besonderer „Kindergottesdiensl" konstruiert werden. Stücke des allgemeinen Gottesdienstes, die schon durch ihren musikalischen Gehalt als Leitmotiv des Festgedankens wirksam sind, dürfen nicht fehlen, und das Gebetbuch des allgemeinen Gottesdienstes bleibt Mitu-I 7

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