Mannheim
Compact Memory

Die Gemeinschaft · 1927-06-01 · 8 (1.6.1927) · p. Seite 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Gemeinschaft
Volume
1927
Issue
8 (1.6.1927)
Date
1927-06-01
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/4889559-5436034-5436061-5436059--163-4889692
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

ilaitki «h-s Si ftmah ist mii der christlichen Trinitätsidec im vereinbar. Das härif*i enn zusammen mit dem qualitativen Inhalt'urisre» jüdischen Gottesbegriffs. I'tb bedeutet Gott den Urgrund, das Fundament der sittlichen Welt, Der Polytheismus verteilt die verschiedenen schöpferischen und sittlichen Funktionell der <!<»it In it auf die ein/einen Götter, Das [udentum kennt nur den Einen Gott und nur eine Sittlichkeit; der Einzige Gott Israels i-t hotwendig ein sittlicher Gott. Die religiös-schöpferische l|ai de» Judentum» ist und bleibt für alle Zeit der ethische Monotheismus, den es der Welt gegeben hat. Gottesglauben und Sinti« hke it gehören unauflöslich zusammen. ..Den Bekenner des Judentumdurchglüht die l'eberzeUgung, daß -eine Cfau: hvnslchre s,.itie Sittenlehre und seine Sittenslehre seine Glaubens- Ithre ist." (Hi Cohen.) JueL sein bedeutet darum, an den <1 tt de r Sittli" liki it glauben. < >h wir diesen Göll beweisen können? Oft ist es versucht worden, Aber bis heute ist es keinem Menschen gelungen, das l).iscin Gottes unwiderleglich zu ..beweisen". Denn ..das Dasein (iottes kann nicht beweisbar sein, weil der Glaube an ihn nicht auf einer Einsicht des Verstandes, einem logischen Schluß aus feststehenden Prämissen, sondern auf einer Empfindung bc ruht " i Lewkowit/. Judentum und moderne Weltanschauung. ) Von der Verstandes.Seite her ist dem Problem der Existenz Gettes nnlit beizuk»mmen. Jeder Versuch. Gott zu ..denken", kann ihn nur verkleinern und fuhrt /um Anthropomorphismü.», d h. /ur Vermenschlichung des Gottlichen. Gott ist nicht zu beweisen, und es ist auch nicht unsres Amtes, ihn beweisen zu wollen. Wir können Gott nur erleben, und das bedeutet mehr, als ihn /u beweisen. Wir erleben ihn im Sittengesetz, wir fühlen ihn in der Kraft unseres Gemüts. Ks kommt dem Judentum viel weniger darauf an, zu sauen, was oder wie (iott ist. als vielmehr darauf, die wirksame Macht des göttlichen Sitten jiCscties dun h eigenes Inn /um Segen der Mensc hheit zu er weisen. Wir können (iott leben und ihn erleben, aber nicht ihn begreifen. Wer den Einzigen Gott als den immer lebendig strömenden Quell all r Sittlichkeit in sich erfahren hat. der hat das Wesen |üdischer Gottesauffassung erkannt. Neben dieser unsrer Gotteslehre hat das Judentum ehr Menschheit auch seine eigene hohe' Auffassung vom Wesr/i <lcs Menschen geschenkt. Grundlegend und entsc heidend ist die optimistische l'eberzeugürig, daß ..der Mensch gut ist". Das Judentum glaub) an die Reinheil der Menschenseele. Wahrend das Christentum se-ine Lehrevom Menschen aufbaut auf dem Gedanken dci „Erbsünde", id. h. auf der ewig durch < le-n«'- rationen fortwirkenden Sündenschuld des ersten Mensehen Maares), und während es dadurc h seinen pessimtstisch-weltverneinenden Zug erhält, lehn elas Judentum, daß der Mens« h sittlich rein ist bei ehr Geburt.'Wohl ruht die- Neigung zur Sünde in unsrer Mrust. aber dem Menschen ist Freiheit des 10

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.