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Die Gemeinschaft · 1927-06-01 · 8 (1.6.1927) · p. Seite 9

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Journal
Die Gemeinschaft
Volume
1927
Issue
8 (1.6.1927)
Date
1927-06-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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jüdische Probleme, und die ernste Frage nach dem WtttR dt\ jüdischen Seins beherrscht die öffentliche Diskussion. Ein heißes Ringen mit dem Problem unsres Judesein« bewegt die l ausende, die unter den Schlagwörtern de- Tages rieh ni< In mehr zurechtfinden und die sich — oft vergeblich, weil irre geleitet — danach sehnen, ihre jüdische Existenz in ihrem tiefsten Wesen zu begreifen. Was es bedeutet, ein Jude tu sein, darüber sind die verschiedensten Definitionen versucht wurden Herrn. Cohen fand den Sinn unseres Judenseins in der alles beherrschenden Idee des einzigen Gottes. Martin Huber erblickt es in der Verwirklichung einer dreifachen Tendenz, namli« h der Ideen Einheit, Tat und Zukunft, l'nd einer der geistigsten Führer der neuen jüdischen Jugend. Gustav Löffle r in Frank fürt a. M. nannte unser Judentum kurz den Idealismus der Tal Man sieht an diesen verschiedenen Definitionen die große Schwierigkeit, den Sinn unseres jüdischen Seins mit kurzen Worten umfassend und erschöpfend zu umschreiben, Wir müssen aber zwei Probleme in den Vordergrund unserer Betrachtung rücken, um den entscheidenden Gedanken- und Gefühlsinhalt unsrer jüdischen Weltanschauung deutlich und unmißverständlich herauszuarbeiten: die jüdische Lehre von Gott und die Lehre vom Menschen. Das soll liier in Schlichter und einfai her Weisr versucht werden. Den Kern oder, wie Herrn. Cohen sagte, den Grundstein un-rer Religion bildet die Lehre vom einzigen Gott. Sicht der Glaube an Gott schlechthin ist die Besonderheit der judi sehen Lehre, sondern der Glaube an Gott den Linzigen lVr Line Gott, der ..Himmel und Erde und Volker und NLn-< beti geschaffen hat. derselbe, der unaufhörlich ohne Unterbrechung der Weltenlauf wie die Geschichte der Nationen lenkt/* ( Wiener Religion d. Propheten.) Diese Idee des Einzigen Gottes die das Judentum der Menschheit geschenkt hat. i-t nicht nur eine einzigartige und unvergleichbare Krschcinung in der Ge-chi hte der Religionen, sondern sie bedeutet auch einen radikalen Gegen satz zur Lehre unsrer Tochterreligion, des Christentums Xw.w erhebt auch dieses den Anspruch. aU eine monotheistj«. he Religion gewertet zu werden; auch das Christentum lehn die Idee des einzigen Gottes Aber das Christentum hat doch den Polytheismus (Vielgötterei' nicht mit jener fundamentalen \ s schließlichkeit uberwunden wie das Judentum . die Einheit Gottes lost sich in die Dreiheit „Gott-Vater, Gott-Sohn, und Heiliger Geist *, welche in der Tnnitatsidee im Glauben an die heilige ..Dreifaltigkeit". wieder zur geschlossenen Einh :- geführt werden soll Diese Differenzierung der Gottheit ist im» Juden fremd. Unser Schmäh Israel mach: keinerlei Zugestand nisse an Deberreste polytheistischen l>enkens; .Höre Isn I der Ewige, unser Gott, der Ewige ist rinzig'" IX»- ist ein Glaubenunhall von unbedingter Gültigkeit Im Schmäh im < Wort von der Einheit und I nnigkeit Gottes ist das wahre Wesen des Monotheismus umschrieben Dieser mdw he <.« s>

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