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Die Gemeinschaft · 1927-06-01 · 8 (1.6.1927) · p. Seite 6

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Journal
Die Gemeinschaft
Volume
1927
Issue
8 (1.6.1927)
Date
1927-06-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Verhältnissen eine noch zu wenig gekannte Pionierarbeit j^*- leistet haben für Aufbau und Leben-der anwachsenden <•<• rm-indi. Reihe auf Reihe schließt sich an, aus den Steinen mit den oft unleserlich gewordenen Inschriften singen die wechselnden (»cschlechter den Enkeln ihre Geschichte, obwohl dienert schon vielfach ihn- Namen unbekannt geworden find. Nicht l>ei allen aber ist der Kaden abgerissen! noch leben viele Manien in der Erinnerung und in der Gegenwart: Die Veit und Rieß, Krankel und Gebert, Magnus und Markwald. Namen, die einen zuteil Klang hatten und haben, find auf mam hem Stein zu lesen. Welch reiche Erinnerung wird wach, wenn uns der Nanu Jakob Her/ Meer entgegenleuchtet, des Komponisten Meyerbeer Vater oder Minna Jakobsohn, des wohlbekannten Jsracl Jakob söhn I ran! Schon kündet sich auch die neue Zeit an mit dem Grab des „Hofbaurat" ltzi^ und mit dem des Sohnes des Jehuda Witzenhausen, der unter dem Namen Salomon Veit als ..Stadt verordneter" auf dem drabstein erscheint. Aber den besonderen Charakter, seine Bedeutung erhält der K riedhol durch das Grab Moses Mcndelsohns, der, hier 1780 tu Grabe ^ctra^en wurde. / Sc hlicht und best beiden wie sein Wesen, wie s.-in Leben, *<> sein Grab, Keinen besonderen Sc hmin k, kein ^ehe^ui»-<v-ntlL'~ Symbol /ei^t Stein und Grabstätte, die nur von einem einfac hen Eisengitter eingefaßt ist. C W c-11 Ii e i n Gegensatz t u r G r a b statte des Hohen R'abbi l.oew. der dem alten Judenfriedhof in l'r;*^ sein eigenartiges Gepräge verleibt! Dort der Hauc h des Mittelalters, der einlullt in « ine geheimnisvolle Welt der Mystik, die nicht in der Wirklichkeil existiert und existieren kann, ein ausschließliches Hineinblicken und Hineinsehken in die Vergangenheit, auf der kein Weg hinausführt zur lebendigen Gegenwart, /ur Hoffnungerfüllten Arbeit der Zukunft. Hier aus d e r Grabstätte M e n de I s o h n S spricht der G e i s t d e s I^e b e n d i g cn. i m tri e r n e u w e r d e n d e 11 Judcn4üms. Kr. der mit seinem religiösen l im gänzlich im Bahne des mittelalterlichen Judentums weilte, zsigt, mit seinen Ideen nicht zurück, sondern vorwärts in die- Wirklichkeit der Gegeilwart, in die fernste Zukunft. Sein Grab weist nic ht in das Judentum der Vergangenheit, sondern predigt das neue Juden tum der Zukunft. Wann wäre eine solc he Predigt in unserer Berliner Gcnu-indc nötiger als in der Gegenwart,-da die Schätzung Mendel sohle und seines Werkes vielfach als der Standpunkt einer überwundenen Zeit bezeichnet wird, da in manchen, jetzt hier stark in die- Erscheinung tretenden Heue^un^cn Mendelsohtl als der große ..Verderbe! des wirklichen Judentums' -ili. 1/nsere Jugend besonders hat es not, den Ulick auf sein Grab zu richten. \uder großen Vergangenheit, die iti seiner Grab <>

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