Die Gemeinschaft
- Journal
- Die Gemeinschaft
- Volume
- 1927
- Issue
- 7 (15.4.1927)
- Date
- 1927-04-15
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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ehemalige Zöglinge des Hauses die bunten Glasfenster stifteten, die jetzt die ö-tlichc Pensterreihe bilden. So kam der Raum aus dem inneren Gleichgewicht. Die Ostseite bekam unwillkürlich die größere Schwere. Sie wird die Seite, der man sich eher und lieber zuwendet, nicht nur, weil es gerade Osten ist, sondern weil sie so viel schwerer und abgeschlossener ist und die Gedanken soviel weniger durchläßt. Bei klaren Glasscheiben, ja, da wandern die Gedanken nun einmal so reibungslos hindurch ins Weite. Das ist wohl nie ein Fehler, aber ein wenig ist ein gemeinsamer Gottesdienst doch immer ein Zwang zum gemeinsamen Denken und gemeinsamen Erstrebenwollen. Es war nicht Die Liberale Synagoge Norden in Berlin. nur das Schmuckbedurfnis allein, das sich gerade für Gotteshäuser diese bunten, gedankensammelnden Fenster schuf. Man muß einmal unsere Synagoge in der Abendsoone gesehen haben, wenn das rote Holz der Bänke und die dunkle Wölbung des Vordergrundes zu leuchtenden Farben aufgehellt werden. Dann merkt man erst voll und ganz, wie schön der Raum sein kann und werden sollte, und wie nun die bunten Fenster eigentlich etwas fremd und nicht dazugehörig wirkten. Wenn es dann dunkler wird und die Lampen aufflammen, melden sich wieder die Tadler: Jetzt ist es hier nicht hell genug und dort nicht recht. Nun kann aber der Raum wirklich nichts dafür, hier hat ein wenig die Technik schuld, die seit damals, als das Haus erbaut wurde, gerade in der Frage der Kaumwirkung durch Beleuchtung unendlich viel zugelernt hat. Auch