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Die Gemeinschaft · 1927-04-15 · 7 (15.4.1927) · p. Seite 3

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Journal
Die Gemeinschaft
Volume
1927
Issue
7 (15.4.1927)
Date
1927-04-15
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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ewigen Erwarten und Abwarten, dem demütigen Dulden und Gedulden, dem Zweifeln und Verzweifeln, dem Hangen und Bangen muß ein Ende gemacht werden! Wir leben nicht nur wegen des Alten, Gewesenen, wir feiern nicht bloß aus Ueberlieferung, wir beten nicht allein aus Herkommen, wir unter- - scheiden uns nicht deshalb, weil das Qesetz es verlangt, wir planen und arbeiten auch nicht nur für die Kommenden, wir leben vor allem für uns, wir sind für uns, wir wollen die Freiheit, darum feiern wir ein Freiheitsfest! Gewiß war Aegypten und seine Qual ein gefährlich Ding; es bleibt eine historische Angelegenheit ersten Ranges, aber das bewegt uns nicht entscheidend, das ist nicht das Wichtigste an u n s e r m Pessach. W i r wollen Menschen frei machen, w i r wollen freie Menschen werden. Wir haben jedes Brot des Elends und der Not satt. Wir wollen die Hungrigen nach Geist, nach Gott versammeln, wir wollen die, welche durch Unfreiheit und Beugung und durch Verfolgung dürftig und durstig sind nach Sonnenschein, nach Glück, nach Erstarkung. versammeln und ihnen eine Heilsspeise reichen, die nicht auf Irrbahnen und in der Ferne der Zeit oder der Erde Trost gibt, sondern sofort. Wir sehnen uns also, wie die aegyptischen Sklaven nach ihrem Kanaan, nach einem neuen Lande Israel, das der Jude ohne weite Reise mit dem Tod vor dem Ziel, hier hat, auf der ganzen weiten Welt Gottes, sobald er wieder jüdisch empfindet, aber ohne Beschwerlichkeit, ohne Muß, ohne Kommando! Lernt das Judentum verstehen in dieser Not und in seiner Einfachheit, in seiner Reinheit, als heiligende, lebenserquickende Kraft, als Macht der Freiheit und des Guten! Dann wird Pessach erst in Wahrheit das Fest der Freiheit und Erlösung, da wo sie uns am nötigsten tut. Es wird ein Aufatmen, ein neues Bekennen durch die jüdischen Massen gehen, die ganz unergriffen und abseits von uns standen und gar keinen Anteil hatten an unserem Empfinden, an unserem Leiden. Gebt ihnen den klaren Beweis, daß unser lachmo anjo kein tragischer Zustand bleibt, vertröstet die Juden nicht mehr auf die Zukunft! Israel hat auch eine Gegenwart und braucht sie am allernötigsten. Unsere Synagoge Von Dipl.-Ing. Berthold Jachmann. Von unserer Synagoge zu erzählen ist schwierig. Eigentlich fängt man meistens mit dem Satz an: „Aber sie liegt zu hoch und man muß so viel Treppen dort hinauf steigen!" Wenn man schon mit dem einen Fehler angefangen hat, schließt man noch einige andere hintendran: Sie ist zu klein, sagt der eine. Zu groß! ruft der andere. Dem einen am Tage zu hell, dem anderen des Abends zu dunkel. Und so geht das weiter. Nein, sie ist wirklich nicht so schlimm! Man muß unsere Synagoge in Schutz nehmen. Gewiß: sie hat ihre Fehler mit dem

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