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Die Gemeinschaft · 1926-11-28 · 6 (28.11.1926) · p. Seite 6

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Journal
Die Gemeinschaft
Volume
1926
Issue
6 (28.11.1926)
Date
1926-11-28
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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auch wo sie ihn nicht kennt, dem lebendigen Gott, der nicht ferne ist von den Völkern, welche er auf ihren Wegen wandeln sieht." Erst die Religionsgeschichte hat unsren Horizont erweitert und lälit uns die Macht der Religion erkennen, die alle Völker auf dem weiten Erdenrund beherrscht. Sie we< kt in uns die Ueberzeugung, dali die Religion eine Welt- und Menschheltssae he ist. Damit ist auch gegeben, daß die Religionsgeschichte, die uns da> Problem der wahren Religion stellt, uns zugleich von dem Glanben an den alleinigen Besitz der religiösen Wahrheit befreit. Wir werden, durch die Wissenschaft von der Mannigfaltigkeit der Religionen belehrt, der Anschauung Mendelssohns über den religiösen Wahrheitsbegriff' beipflichten, der it in so treffender Weise in „Jerusalem oder über religiöse Ma> In und Judentum" Ausdruck verliehen hat. Mit ihm werden wir die Verschiedenheiten der Religionen als verschiedene Erziehungsmethoden Gottes betrachten, verschiedene Wege zu dein gleichen Ziele der (lottesliebe. Aus dieser hohen Auffassung über den religiösen Wahrheitsbegriff ergibt sich die Forderung KcKL'ns<:'itiKt'r Duldung, eine Forderung^ deren Befolgung wiederum das religiöse Leben zu bereichern vermag. Die Religionsgeschichte sieht es nun als eine ihrer Hauptaufgaben an. die Fülle der religiösen Anschauungen und Erscheinungsformen miteinander zu vergleichen. Durch Herausarbeitung des Gegensätzlichen und Verwandten wird -die Eigenart der ein/einen Religion in helleres Licht gerückt, Wir lerne n zwischen Kern und Sehale sc heiden. Jüdischer Gottesglaube, jüdische Frömmigkeit treten um so klarer heraus, wenn sie sie h von dem Grunde andrer Religionen abheben. Wir e rkennen um so heller die- Vorzüge, die Wertfülle unsrer Religion, Die se Erkenntnis vermag aber in hohem Maße kraftvolles religiöses Leben in unsrer Gemeinschaft zu erzeugen. (Fortsetzung folgt i Aus den Stimmen über unsern Gottesdienst /. Setlchausgöttesdtenst. baß eh r jüdische Liberalismus bei den bis jetzt geschaffenen Neuerungen nicht stehen bleiben darf, ist oft gesagt, aber selten betätigt worden; die Idee des liberalen Judcn'.ums kann ihre Fruchtbarkeit nur erweisen, indem sie schöpferisch sie Ii alter jüdisc her Gedanken bemächtigt und diese, jung und lebenskräftig gestaltet, in unsere und spätere Zeiten hineinstellt. Ein solcher alter Gedanke des Judentums ist der der Vorbereitung. Wir können nicht an einem Tage mit all unserm Seit» und Denken aus der Enge und Betriebsamkeit unseres Lebens /u (iutt uns erheben, vielmehr bedarf es dazu langer Arbeit und ernster Vorbereitung. Dieser Gedanke der Vorbereitung findet seinen unübertreffbar plastischen Ausdruck in den S'lichaus-Tagen, ehe in der Woc hevor Beginn <ler hochheiligen Feste begangen werden. Wer aber weiß heute davon, und in 0

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