Die Gemeinschaft
- Journal
- Die Gemeinschaft
- Volume
- 1926
- Issue
- 6 (28.11.1926)
- Date
- 1926-11-28
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Dadurch, daß abgewechselt wird, bald dieses, bald jene-. (lebet deutsch gesprochen wird, hoffen wir — da uas Gebetbuch beides enthält — hier und da neues Interesse auch für den ursprünglichen und darum kraftvolleren Ausdruck des heiligen Gedankens zu wecken. Richtig ist: „Soll ich beten, danken, gebe ich meine Liebe kund, meine seligsten Gedankeft, spreche ich wie der Muttermund". Aber richtig ist auch, was Hermann Cohen so ausgedrückt hat: „Die Macht des Gebetes ist an die Spräche gebunden, denn die Gedanken sind in jene Sprache verwachsen, und die (lefühle sind mit ihr verwachsen. Kin Grundbezirk muß in dem Sc hatz, den die Gemeinde in den Gebeten verwaltet, un versehrt erhalten bleiben für die reine Erzeugung und reine Neubelebung dieser religiösen Eigengefühle". < Religion der Vernunft. S.. 464). VVir glauben also, wohl auf dem richtigen Wege zu sein, wenn wir im allgemeinen am hebräischen Gottesdienst festhalten, aber stets darauf bedacht sind, daß die dem Tage und der Stunde eignen Ideen auch in der Muttersprache — sei es in gebundener oder ungebundener Rede —■ der Gemeinde nahe gebracht werden. Auch soll neben dem Prediger und dem Kantor die Gelheinde mehr und mehr wieder aktiv werden in ihrer Beteiligung am (iemeindegesang, den zu erneuern eine wichtige Aufgabe ist. Was bedeutet für uns die Religionsgeschichte? Von Dr. Hermann Cohn Die Religionsgeschichte wird vielfach abgelehnt und heftig bekämpft Man fürchtet, die Kenntnis von der Mannigfaltigkeit der Religionen könne dem Glauben Abbruch tun. Auf .inderer Seite wiederum findet die Religionsgeschichte begeisterte Zustimmung. Man behauptet, daß gerade ein tieferes Kindringen in die mannigfachen Religionen eine Stärkung der Frömmigkeit zur Folge haben müsse. Welche Stellung nimmt nun der jüdische Liberalismus dieser Wissenschaft gegenüber ein? Krwartet er von Ihr ein« Förderung und Steigerung oder eine Hemmung, ja vielleicht Krtötung des-religiösen Lebens? Gewiß kann nicht geleugnet werden, daß eine oberflächliche Bekanntschaft mit der Fülle der Religionen, ein ^> flüchtiger Einblick in das Werden der Religion manchen dem Zweifel, ja dem Unglauben in die Arme treiben kann. Fin gründlicheres Studium aber und ein ernstliches Sichversenken in die Welt der Religionen können, ja müssen^ ganz andere Wirkungen auslösen. Wenn wir sehen, daß allerorten auf Frden Menschen Um den lebendigen Gott ringen, daß unter allen Himmelsstrichen fromme Menschen wohnen, che Gott - - wenn auch in ihrer Weise verehren, so muß die s erhebend wirken und da? religiöse Gefühl starken. Mit Recht s.i-t de la Saussaye: „Dies alles (die Fülle der Religionen! /engt von dem allgemeinen Bedürfnis der Metischeit. «Ii«- flott di.-nt. 5