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Die Gemeinschaft · 1926-09-05 · 5 (5.9.1926) · p. Seite 9

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Journal
Die Gemeinschaft
Volume
1926
Issue
5 (5.9.1926)
Date
1926-09-05
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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(nafschi ladonai) gleichsam das Zustreben zur Vereinigung (Seele zu Gott) ganz unvermittelt und so unübertrefflich innig verbildlicht wird. Nun senkt sich Beruhigung auf den frommen Bcler, und wie sein eigenes Herz seinen üott wiedergefunden hat. denkt er der Brüder, die doch alle in gleicher Not leben, und nun kann er schon dem gottvertrauenden Volke die tröstende Zusicherung geben, daß er Israel von allen seinen Sünden frei machen werde. Wundervoll ist in diesem Bilde das ganz allmähliche Sinken der leidenschaftlichen Erregung zum Gleichgewicht des beruhigten Gefühls und damit zugleich das Ansteigen aus verzweiflungsvollen liefen der Gottesferne zur Höhe und Sicherheit der wiedergewonnenen Gemeinschaft aller Guten und Reinen zum ergreifenden \usdruck gebracht. Ausbau und Hoffnungen. Bericht über die Tätigkeit des Liberalen Synagogenvereini Norden. Ks geht aufwärts! Das ist das Gefühl, mit dem die Arbeit des letzten Jahres betrachtet werden kann. Allmählich hat sich die wirtschaftliche Lage des Vereins gefestigt. Die Zahl der Mitglieder und damit der Beiträge hat sich wesentlich gehoben. Da jedoch diese allein die Erhaltung des Gottesdienstes niemals ermöglichen — ebenso wenig wie den irgend einer andern Privatsynagoge — so haben die Gemeindebehörden auf unsern Antrag endlich einen Jahreszuschuß bewilligt, der zwar hinter unsern Wünschen zurückbleibt, aber doch das Rückgrat unseres Etats bildet. Viel bedeutsamer ist die in der Bewilligung liegende Anerkenntnis, daß unsere Synagoge mit der religiösen Versorgung und Erziehung der liberalen Bewohner unseres Bezirkes einen Dienst an der jüdischen Gemeinde übernommen hat und zu erfüllen strebt. Trotz des Zuschusses bleiben die Anforderungen an die Opferwilligkeit unserer Mitglieder und Freunde immer noch groß genug. Aber die etwas gesichertere Lage ermöglicht doch ruhigeres und erfolgreiches Fortschreiten. Das Interesse für Aufgabe und Arbeit unserer religiösen Gemeinschaft ist im Kreise unserer Mitglieder und Freunde ständig gewachsen.. Darüber hinaus erwirbt unser Gottesdienst teilnehmendes Verständnis auch bei vielen, die früher abseits oder ablehnend standen oder gleichgiltig waren. So erhöht sich nicht bloß die Zahl der regelmäßigen Teilnehmer, sondern auch die der tätigen Mithelfer. Es beweist sich immer wieder, wieviel Resonanz der religiöse Liberalismus hat, wenn nur versucht wird, zum „Herzen derer, die heute noch schweigen und harren, zu sprechen und sie seelisch zu befreien". Immer mehr tritt bei uns das Hiimischwerden im Gottesdienst, das Verwachsensein der Besucher mit der Synagoge in die Erscheinung, und es ist ebenso bezeichnend 9

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