Die Gemeinschaft
- Journal
- Die Gemeinschaft
- Volume
- 1926
- Issue
- 5 (5.9.1926)
- Date
- 1926-09-05
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/4889559-5436030-5436053--094-4889644- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
wie erfreulich, daß fast sämtliche Karten für die hohen Feiertage von den Mitgliedern unseres Vereins angefordert wurden. Zahlreiche Gesuche Außenstehender um Karten konnten nur in sehr geringem Maße erfüllt werden, obgleich durch einen Umbau im Juli eine Anzahl neuer Plätze geschaffen wurde. Dieser Umbau, der erhebliche Kosten verursacht hat, konnte zwar eine wesentliche Vergrößerung des Raumes nicht ermöglichen; aber er hat nicht nur die Sicherheit vermehrt, sondern vor allem dazu beigetragen, Schönheit und Weihe des Gotteshauses zu erhöhen. An der Art des Gotttesdienstes brauchte nichts geändert zu werden; liegt es doch schon in seinem Wesen, daß er ständig im Flusse bleibt und insbesondere die Teile in unserer deutschen Muttersprache nie stereotyp werden. Von besonderem Interesse war et für uns zu erkennen, daß manches von dem, was auf der Liberalen Weltkonferenz in London als Aufgabe des liberalen Gottesdienstes und der religiösen Arbeit gewünscht wurde und was in England und Amerika Wirklichkeit geworden ist, auch von uns seit unserm Bestehen fruchtbar zu machen versucht wird. Aber ohne Zweifel wird diese Londoner Konferenz auch unserer Arbeit neue Impulse geben und uns in dem Glauben stärken, daß es Jetzt nicht mehr so sehr gilt, durch starke und klingende Worte Theorien zu schaffen, sondern daß es lange an der Zeit ist, im engen Kreise Kleinarbeit zu leisten für Weckung und Fortpflanzung des lebendigen religiösen Geistes. Solcher Arbeit gelten auch unsere besonderen Veranstaltungen während der Feiertage und im Winter: Belebung des noch wirksamen alten religiösen Gutes, Neugestaltung vergangener, in bisheriger Form überlebter Einrichtungen, daß sie auch den Gegenwartsmenschen zum religiösen Erleben führen. Aus solchen Gedanken heraus tritt in diesem lahre zum ersten Male eine Neugestaltung des Gottesdienstes am 1. Sei ich austage, der ja stets auf den Sonntag fällt, ins Leben: Ein kurzer Einstimmungsgottesdienst für die hohen Feiertage mit Predigt und Vorlesung, mit Orgel und Chorgesang, an einem Tage, zu einer Stunde, da niemand durch die Erwerbsarbeit zurückgehalten wird. - Im Dienst der religiösen Arbeit an der Jugend steht die festliche Weihe der Konfirmanden und der Konfirmandinnen. Hierbei bringt der 2. Sukkaustag ein Neues, indem er die Einsegnung der Mädchen in den Nahmen des Festgottesdienstes einfügt, wie die der Knaben am Tage darauf, wenn auch die Formen der religiösen Verpachtung sich anders gestalten. Der gleichen Aufgabe dient die Sukkausfeier für die Jugencl, die auch in diesem Jahr abgehalten wird, und für die eine besonders eindringliche Weihe erstrebt wird, und schließlich die Fortbildungs- und Konfirmationskurse für 10