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Die Gemeinschaft · 1926-09-05 · 5 (5.9.1926) · p. Seite 3

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Journal
Die Gemeinschaft
Volume
1926
Issue
5 (5.9.1926)
Date
1926-09-05
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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nimmt auf diese Bedürfnisse der großen Schar, den wird sie begleiten, der wird sie leiten. Unter einer Voraussetzung: Der Glanz des Neuen muß die Kraft des Outen sein I Wir vertrauen, daß immer mehr Berufene für diesen berechtigten Wunsch nach dem Ergriffenwerden, der in der jüdischen Seele wurzelt, Verständnis haben und ihre Arbeit an unseren Festen am stärksten auf die Weihe richten und nicht darauf, daß Reue, Gebet und Tat nur offiziell sei. Erst wenn der Wille zu Liebeswerken aus dem Herzen geboren wird und nicht als Vorschrift, dann wird er sich erfüllen. Mit einem einzigen Worte für beide Teile, die Gemeinde und den Führer, soll darum die Leistung unserer heiligen Tage charakterisiert werden; es lautet: Wiedergutmachen! Nur wenn wir darauf uns ganz verstehen, fühlen wir die Impulse, die uns, ein höheres Leben und eine schönere Zukunft gewährleisten. In der Praxis -nennen wir einen solchen Weg Gemeinschaftsgeist; haben wir ihn, dann haben wir alles! Sehen wir uns die kameradschaftliche Art der Jugend an. Da begibt sich etwas ähnliches: die jungen Menschen halten zusammen; das ist ihnen das WichFgste. Das brauchen auch wir! Der allwöchentliche Treffpunkt, das Vereintsein in gehobener, in geweihter Stimmung, das ist der Bau, der sich auf dem Fundament unserer Feiertage erheben soll, das Herauskommen aus der Gleichgiltigkeit, die Bekundung sozialer Hilfsbereitschaft, das Erfassen immer neuer Gelegenheiten, religiös zu wirken. Dann erst kommt es, daß Jeder und Jede immer zur Verfügung stehen, daß man sich die Stunden abringt und opfert. Wenn das Judentum auch nur einen Teil dieser werbenden Kraft entwickelt in den kurzen Wochen der Feiertage, dann wird es sich mit Wundermacht rüsten und aus der Leblosigkeit und Erstarrtheit zu GTück und Zukunft, zu einem guten Jahre schreiten. Vom Denken im Judentum. Von Rdbbiner Dr. Lewkowitz. Der erzieherische Charakter unserer Religion tritt am Neujahrsfest besonders deutlich hervor. Mit geheimnisvoller Kraft ergreift es unser Herz, es läßt die höchsten Gedanken des Judentums vor unserer Seele erstrahlen, damit in der verwirrenden Fülle der Lebensaufgaben, in den Sorgen und Mühen des Alltags das letzte und heiligste Ziel unseres Strebens unserem Blick nicht entschwinde. Unser Fest hält unser reinstes Sehnen, unser sittliches Fuhlen wach, indem es uns mit hoheitsvollcr Strenge zu einer prüfenden Betrachtung unseres Lebens ermahnt, unserem Gewissen die Frage vorlegt, wie weit das Gebot des Judentums auch das Gesetz unseres Handelns ist, unser Tun mit der Forderung des Glaubens Obereinstimmt. 3

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