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Die Gemeinschaft · 1926-05-14 · 4 (14.5.1926) · p. Seite 6

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Journal
Die Gemeinschaft
Volume
1926
Issue
4 (14.5.1926)
Date
1926-05-14
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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- direkter Uebergang von der Haftara zur Predigt stattfindet, hingegen haben sie an Sabbaten und Festtagen keine Oaseinsberechtigung, da ohnehin das Einheben der Tora mit Gesang und Orgelnachspiel vorangeht. Von Änderungen des Wortlauts der hebräischen Gebete wird/ bis auf wenige Stellen, abgesehen werden, hingegen müssen weiterhin starke Kürzungen, zum Teil von grundsätzlicher Bedeutung, vorgeschlagen werden. Es sollte auch überlegt werden, ob nicht der Text möglichst vereinfacht, d. h. die viele Kasuistik, z. B. Unterscheidung zwischen Morgen- und Abendgebet, Besonderheiten für die Kußtage usw., weggelassen werden kann. Dagegen mußten die 2. Festtagsabende durch besondere Gebete ausgezeichnet werden, damit die heutige Zurücksetzung dieser Abende aufhöre. Hierbei wie Uberhaupt im Gotttsdienst sollte den Psalmen, besonders den kürzeren Psalmen ein viel größerer Raum gewährt werden. Auch an den Wochentagen mit feierlichem Charakter (Chanukka etc.) wird die Notwendigkeit, den Gottesdienst zu vereinfachen, besonders deutlich. Das allerschwierigste Problem ist neben der Schaffung von deutschen Gebeten das der Uebersetzung der hebräischen Gebete. Ihr Verfasser muß nicht nur Hebraist, sondern zugleich religiöser Dichter sein. Aus der Frühzeit des Baruch Auerbadischen Waisenhauses. Von Direktor Ion« Plaut. (I'orttetzung) Nachdem der streitbare Gründer unserer Anstalten deren Selbständigkeit dem Gemeindevorstand gegenüber auf das glücklichste verteidigt und gerettet hatte (vergleiche Nr. 2 der Gemeinschaft), gelang es Auerbach — nach mancherlei Enttäuschungen — kurze Zeit später die königliche Genehmigung des eingereichten Statuts zu erreichen. Durch Kabiuets-Ordre vom 22. 4. 1838 wurde der Anstalt attestiert, „daß sie die Rechte einer moralischen Person besitze zu dem Zwecke, als solche befähigt zu sein. Grundstücke und Kapitalien auf ihren Namen zu erwerben." Es war ein Zeichen besonderer Liebenswürdigkeit seitens des Ministers, daß er die von Auerbach so heiß ersehnte Bestätigung ihm an seinem Hochzeitstage ausfertigen und zustellen ließ. — Die öffentliche staatliche Anerkennung war - an damaligen Zuständen gemessenfür die Weiterentwicklung des Waisenhauses von nicht geringer Bedeutung. War doch damit seinen Freunden ein Ansporn zu weiteren Anstrengungen gegeben, den Zweiflern und Neidern aber eine arge Enttäuschung bereitet worden. An maßgebender Stelle glaubte man also an die Dauer seiner Schöpfung! So ließ 6

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