Die Gemeinschaft
- Journal
- Die Gemeinschaft
- Volume
- 1926
- Issue
- 4 (14.5.1926)
- Date
- 1926-05-14
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Zur Frage des Einheitsgebetbuches für die Berliner Orgelsynagogen. Aui einer Dcnkichntt von Profeuor Dr. I. Elbogen. Die Aufgabe, ein einheitliches Gebetbuch für die Orgelsynagogcn Berlins zu schaffen, kann weder durch einfaches Zurückgreifen auf den Text der Neuen Synagoge noch durch die Einführung des Gebetbuches der Fasarienstraße für alle Synagogen gelöst werden. Manche Abweichungen von beiden haben sich allmählich durchgesetzt und den Gottesdienst seints einheitlichen Charakters beraubt; andererseits bedingt der Wandel in den Anschauungen Ober gottesdienstliche Einrichtungen die Forderung, daß Probleme des Gottesdienstes, die wahrscheinlich früher übersehen wurden, doch einmal zur Erörterung gestellt werden. Obwohl jede weitere Reform des Gebetbuchs zunächst damit begründet wurde, daß die Kenntnis des Hebräischen abgenommen hat. «erden die Gebetbücher heute noch genau so gedruckt wie früher. Von Rechts wegen müßte allts so groß gedruckt werden wie einzelne Hallel-Psalmen im Gebetbuch der Neuen Synagoge, aber zumindest müßte kleiner oder unpunktierter Druck vermieden werden. Ebenso hat sich das Tempo des Betens wenig verändert. Stille Gebete werden derart überstürzt, daß ich, der ich leidlich hebräisch 2u lesen glaube, niemals mit dem Rabbiner oder Vorbeter zugleich fertig bin. Sicherlich ist für diese Eile der Wunsch maßgebend, die zu erwartende Unruhe in der Gemeinde zu vermeiden, — dann aber sollten stille Gebete nach Möglichheit vermieden werden oder nur ganz kurz sein. Aber auch in den lauten Gebeten werden die Rezitative meist so he untergejagt, als verstünden alle Synagogenbesucher noch so gut hebräisch wie vor 150 Jahren. Nach meinem Dafürhalten bedürfen diese zwei Mißstände dringend der Abhilfe, die Gebetbücher müssen größeren Druck, die Rezitative mehr Zeit erhalten. Beides bedingt, wenn die Bücher nicht zu umfangreich und die Gottesdienste nicht zu lang sein sollen, eine Verkürzung Jej Liturgie. So wäre zu erwägen, ob beim Morgen gottesdienst dreimal täglich die Keduscha beibehalten werden muß. bieselhe Frage gilt für das K a d - disch. Das Waisenkaddisch wird in der Regel bei jedem 'iotttsdien-t zweimal gesprochen und auch das Ii t u rgischc Kaddi-ch recht häufig. Am Freitag Abend t H. kommt n an den verschiedenen Arien von Kaddisch nickt weniger als fünf zusammen, und es fragt sich, oh sie alle notwendig und Dazu i>t neuerdings in einigen Synagogen cm deutAcker Vorspruch zum Kaddisch eingeiührt wotden; iCftMfB*rwt<*c aber verfuhr man dabei nicht konsequent und Im ß z f{ am freitag Abend einmal Kaddisch ohne Vorspruch, Mfcrtf auch f ii die Wochentage zwei verschiedene Vor 4