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Die Gemeinschaft · 1926-03-25 · 3 (25.3.1926) · p. Seite 12

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Journal
Die Gemeinschaft
Volume
1926
Issue
3 (25.3.1926)
Date
1926-03-25
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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religiöse Betätigung erstreben, haben mancherlei Angriffe eingesetzt, die zudem mit völlig erfundenen Behauptungen operierten. Aber Angriffe sind nicht imstande, uns zu entmutigen, sondern feuern d-n Aib.it-.willen stärker an. Arbeitsfreudigkeil ist hier um so notwendiger, als auf uns noch immer die Sorge um die wirtschaftliche Existenz der Synagoge lastet. Wohl haben interessierte Persönlichkeiten des Nordens bisher erlu bliche Opfer gebracht und bringen sie dauernd. Bei der Armut dt s Nordens ahtr ist, selbst wenn sich die Mitgliederzahl um ein vielfachis erhöbt, nicht daran zu denken, daß urseio. Synagoge ohne einen erheblichen regelmäßigen GemeindezuschuB btStehen kann. Da die Berechtigung solcher Forderung von manchen Seiten bestritten wird, liabtn wir vor einiger Zeit unsere Wunsche in euer Eingabe an den Vorstand der judischen Gemeinde naher begründet, in der wir Aufgaben, Grundlage und Aufbau, Eriolge und wirtschaftliche Verhältnisse eingehend darlegten. Aus ihr seien einige Satze mitgtteilt: - ,>Nv. Mit der Veranstaltung eines regelmäßigen Gottesdienstes hat der Liberale Synagogenverein Norden sich die Verpflichtung auferlegt, das religiöse Bedürfnis liberaler Bevölkerungftkreise unseres Bezirks zu befriedigen, ihr religiöses Interesse dauernd wachzuhalten und zu stärken. Dan b.r hinaus aber hat er suh die erziehliche Aufgabe gestellt, das noch nicht geweckte oder verloren gegangene religiöse Bedürfnis uuinteressieter Kreise, die dem Judentum sonst ganz entfremdet werden könnten, aufs neue anzuregen und zu wecken und damit an dem Aufbau des religiösen Lebens im Norden Berlins mitzuarbeiten . . . . . . Diese Aufgabe bedingt nicht bloß einen völlig andern religiösen Aufbau des Gottesdienstes, sondern auch einen andern ästhetischen. Denn ihre Erfüllung ist nur möglich durch gottesdienstliche Veranstaltungen und Einrichtungen, die das gesteigerte ästhet sehe Empfinden des modernen Menschen berücksichtigen. Unser Gottesdienst bedarf deshalb eines anderen Apparates als der konservative und orthodoxe. Eine Aeiulerung würde eine der wichtigsten Grundlagen unseres Gottesdienstes ztrs üren. Die gleiche grundlegende Bedeutung hat bei uns die besondere Aufg-.lv und Tätigkeit des Predigers. Sie ist viel umra settder und intensiver als die in sonstigen Got esdiensten. Irr unserer Synagoge gibt es grundsätzlich keinen Gottesdienst ohne Predig! oder Ansprache. . . . paneben ist der Prediger Triiger und zugleich auch jedesmal vort neuem Schöpfer eines sehr gtoßen Teils der Liturgie. Denn nicht nur werden« "in störende Gleichförmigkeit zu vermeiden, die deutschen Gebetsübi rtiagungen in stetig wechselnder Form gebracht, sondern auch die freien Gebete müssen aus dem jeweiligen Sabbatgedanken heraus immer wieder neu gewählt iz

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