Die Gemeinschaft
- Journal
- Die Gemeinschaft
- Volume
- 1926
- Issue
- 3 (25.3.1926)
- Date
- 1926-03-25
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Noch fühlbarer ist auf Schritt und Tritt der Mangel an Geldmit'e'n. Als das Wohlfahrtsamt geschaffen wurde, hofite man, daß die Zentrale u. a eine Art Zweckvciband darstellen würde. IMe reichen, die sog Ür)er>chußbezitke sollten abgtben. und ihr Plus sollte* den armen und ärmsten Stadtteilen zu Gute kommen. Leider ist cje>e Hotinung bisher unerfüllt geblieb n. Die glücklicheren Bezirke w s-en nichts von dem armen Bruder. Neben den laufenden Unterstützungen hat der Bezirk Prenlauer B rg aus Mitteln, die er nicht von der Zentrale erhielt, sondern selbst aufbrachte, zu Chanukka mehr als 3UÜ Kinder bedenken müssen, und er hat sie gut belacht, wahrend reiche Bezirke nur <twa ,H) Kinder, man che noch Wenig r zu beschenken hatten. Der BezirkPrenzlaut r l'erg halt es für stifte Pflicht, jetzt zu PcBach seinen Pfleglingen nicht nur die. von der Zentrale verteilten Mazzoth, sondern daneben no:h Her .und Feit zu geben. Der Bezirk unterhält dam rnd eine Küche, die läßlich 50 Personen kräftig und reichlich speist. AU das wird nur möglich gemacht, weil unermüdliche A< bu'it-freudigkt it wieder und wieder Mittel und Wege sucht, Geld herbeizuschaffen, Geld zu sammeln bei der wahrlich nicht reichen oder auch nur wohlhabenden Bevölkerung des Nordens. Die glücklichen Bez rke kennen diese Arbeitsle stung nicht, wissen nichts von den Nöten, den Sorgen, den Aergernissen, dieder ewige Geldmangel verursacht. Sie wissen auch nichts von der bitteren Hrregung, die die ungerechte Verteilung bei Helfer und Betreuten schafft. Das alles kann nicht oft und nicht laut genug ausgesprochen werden Hoffentlich wird der Wunsch nach einer anderen Verteilung der Wohlfahrtsmitlel bald erfüllt werden. Aber die Zahl dir Helfer zu erhöhen ist auch jetzt schon möglich. D.n liberalen Vereinen des Nordens ersteht hier die große Aufgabe, in den Abseitsstehcnden die Oberzeugung zu wecken, daß soziale Arbeit Erfüllune religiöser Pflicht bedeutet, daß soziales Gefühl und soziales Tun Grundlagen des wahren Judentums sind. Die Aufgabe der liberalen Vereine ist nicht damit erfüllt, durch den Gottesdienst religiöses Empfinden zu wecken; -ebenso notwendig ist es, das soziale Gewissen zu schärien. Denn erst aus der Vereinigung beider erwächst wahres, religiöses Judentum, 'Voiw« -B. F. Unser Gottesdienst. Von Profeitor Imiu FricdUendcr. Wie immer der Gottesdienst äußerlich oder innerlich gestaltet sein ma:, Seme Wirksamkeit hänul nicht allein von seinem t>örgfaltigen Aufbau und dir geeigneten Durchführung ab. sondern von der Kraft des Betenden, dem Rufe zu folgen und von der Stimmung, «