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Die Gemeinschaft · 1926-03-25 · 3 (25.3.1926) · p. Seite 7

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Journal
Die Gemeinschaft
Volume
1926
Issue
3 (25.3.1926)
Date
1926-03-25
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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gleichartiges I ach innerhalb des Gesamtunterrichtes seine Stellung hat und infolgedessen von den Schülern ganz anders geschätzt und aufgenommen wird als ein abseits vom sonstigen Unterricht in einer Religionsschule oder privatim erteilter Religionsunterricht. Soziale Pflichten. Der Norden Berlins und im besonderen unser Bezirk Prenzlauer Berg ist weder so schön noch so reich wie die westlichen Stadtteile; aber dafür ist er um so dichter bevölkert und nicht zuletzt von unseren Glaubensgenossen, unter denen die armen und minderbemittelten wieder an Zahl wesentlich stärker sind als in anderen Bezirken. Recht in Erscheinung ist diese Tatsache erst in der Nachkriegszeit getreten und vor allem in den Jahren seil der Gestaltung des Wohlfahrtsamtes. Die Zentralisation einerseits und die Dezentralisarion andererseits wollte die Idee der modernen Wohlfahrtsp lege, die FamilienfQrsorge, in die Praxis übertragen. Ein einziger Pfleger soll die bedürftige Familie betreuen, ein Pfleger, der in der Nähe wohnt, dem der Pflegling ohne Zeit- und Geldverlust seine Sorgen und Nöte anvertrauen kann, tin Pfleger, der immer zu freundlichem Zuspruch, zu Rat und Hilfe bereit ist, der, ob es sich um Arbeitslosigkeit, um Krankheit, um sittliche oder körperliche Verelendung handelt, immer die geeigneten Wege seinem Pikglinge weist oder für ihn geht. Ein wahrer Helfer, der sich der Aufgabe voll bewußt ist, den Betreuten „aus dem Staube aufzurichten", ihm die Menschenwürde zu erhalten oder, wo langes Elend ein Schnorrertun gezüchtet hat, sie ihm wieder zu gewinnen. Die leider nicht seltenen Fälle, daß eine Familie in früheren Zeiten vielfach betreut wurde, ohne daß ein Helfer vom anderen wußte, ohne daß die Gibenden ahnten, wie sie betrogen wurden, und wie sie s Ibst Schuld trugen an diesem Lügen und Ketteln — d ese Fälle sollen durch das Prinzip der Familienfürsorge endlich verschwinden. •Dazu gehört zweierlei: 1. Rine genügende Zahl ehrenamtlicher, ihrer Aufgabe voll bewußter Pilcger. 2. Geldmittel für Barunter.-.tützungen, für L bensmittel, Kleider, vor allem für Darlehen zur Aufrichtung bezw. Festigung der kleinen, bescheidenen Existenzen. Beides ist im Bezirk Prenzlauer Berg nicht genügend vorhanden. Die Kartothi k des Wohlfahrtsbüros ze gt, daß uugfähr 600 Familien d. h. 1800-2000 Personen dauernd betreut werden. Demgegenüber steht eine Helierschar von etwa 120 Männern und Frauen. Alle sind mehr oder weniger beruflich in Anspruch genommen, und es ist daher auch beim besten 'Willen nicht möglich, wenn auf Jeden ungefähr 10-15 Pflegschaften entfallen, diese immer so in Hut zu nehmen, wie es erforderlich ist. 7

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