Die Gemeinschaft
- Journal
- Die Gemeinschaft
- Volume
- 1926
- Issue
- 3 (25.3.1926)
- Date
- 1926-03-25
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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späterer Lebensberufe zu genügen. Während aber Horwitz für die vornehmste Aufgabe der Anstalt hielt, möglichst viile Schüler für den Uebergang in höhere Schulen vorzubereiten, gingen die Gemeindebehörden nach seinem Tode (1881) daran, die Schule zu einer einheitlichen Anstalt zu machen, die ihren Zöglingen eine relativ abgeschlossene Bildung fürs Leben mitgehen sollte. Der Lehrplan der Schule wurde zunächst dem der M.ttelschulen möglichst angepaßt, aber allmählich wurde der Plan dieser Schulen vollständig übernommen. Die vortrefflichen Bestimmungen vom 3. Februar 1910, über die einer unserer tüchtigsten Pädagogen, Karl Mathesius, urteilt, daß sie „ein Markstein der preußischen Schulgeschichte" sind, gelten seit 1913 auch für die Knabenschule, die im Jahre 1924 vom Minister für Kunst, Wissenschaft und Volksbildung als voll ausgestaltete Mittelschule anerkannt und in das Verzeichnis der anerkannten Schulen aufgenommen wurde. Mit der Umarbeitung des Lehrplans im Anschluß an die neuen Bestimmungen vom 1. 6. 1925, die der Schule noch höhere Ziele stecken, ist das Lehrerkollegium zur Zeit beschäftigt. Da nicht anzunehmen ist, daß die Einrichtungen einer Mittelschule allgemein bekannt sind, so sei hier folgendes hervorgehoben: Die Knabenschule hat nach Aufhebung der Vorschulklassen r> aufsteigende Klassen. Eine Aufnahme in die unterste Klasse ist erst nach Absolvierung der vierjährigen Grundschule möglich; besonders begabte Schüler können schon nach dreijährigem Schulbesuche zur Aufnahmeprüfung zugelassen werden. Der fremdsprachliche Unterricht beginnt in der sechsten Klasse mit dem Englischen, Schaler, deren Leistungen die Gewähr glatten Fortschreitens bieten, erhalten von der vierten Klasse ab Unterricht im Französischen, der aber unverbindlich ist. In den übrigen Fächern gehen die Ziele weit über das hinaus, was eine Volksschule bietet: überall sollen die Forderungen des praktischen Lebens weitestgehende Berücksichtigung firfden; die Mittelschule will nicht in Konkurrenz mit den Realschulen treten, sie will nicht wie diese die Schuler für einen wissenschaftlichen, sondern für einen praktischen Beruf vorbereiten, doch darf ohne Ueberhebung behauptet werden, daß die von ihr gewährte Bildung der einer Realschule, wenn auch nicht gleichartig, so doch gleichwertig ist. Jedenfalls wird der künftige Kaufmann, der künftige Gewerbetreibende auf einer Mittelschule am ersten das finden, was er an Kenntnissen und Fertigkeiten in seinem künftigen Berufe braucht. Diejenigen Schüler, welche die ganze Schule absolviert und am Unterricht in einer zweiten Fremdsprache teilgenommen haben, erhalten ein Schlußzeugms, durch das ihnen dasjenige Maß von Kenntnissen bescheinigt wird, das früher durch die Einjährig- Freiwilligen-Prüfung nachgewiesen werden mußte. Was die Schule aber religiös interessierten filtern besonders empfehlen sollte, das ist der Umstand, daß an der Knabenschule der Religionsunterricht als ein den übrigen Lehrgegenständen