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Die Gemeinschaft · 1926-03-25 · 3 (25.3.1926) · p. Seite 5

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Journal
Die Gemeinschaft
Volume
1926
Issue
3 (25.3.1926)
Date
1926-03-25
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Mädchen die Stimme der Propheten und wird''einen Weg geführt, an dem nicht rechts Baibarei, links Unglauben droht?' Glücklicherweise standen damals Männer an der Sp tze der Qemeinde, bei denen diese Worte auf einen fruchtbaren Boden fielen, und so schnell wurde das Werk der .'Gründung tiner Gemeindeschule gelördert, daß wenige Tage nach dem Eingehen der Fieischule — am 3. Januar 1826 — die Oemeind« knabenschule eröffnet werden konnte. Inr erster Leiter war Leopold Zunz und sie bildet den Anfang der heute noch besiehenden Knaberimittelschule der jüdischen Gtmeinde. Sie sollte nach der Absicht ihrer Gründer eine „höhere Volksschule sein", deren Schüler in der geoffenbarten Religion unterrichtet und zugltich in den Wissenschaften und Feriigk>iten geübt werden sollten, welche „fleißige Landbibai.er, nutzliche Handwerker, geschickte Künstler, tätige Kaufleute, angehende Gelehrte bilden". Doch entsprach die Entwickelung der Schule während der ersten 25 Jahre den auf sie gesetzten Hoffnungen nur wenig. Sie befand sich ständig in einem provisorischen Zustande, da der Vorstand nicht wagte, der Gemeinde ihretwegen dauernde Lasten aufzulegen, es fehlte ihr die Teilnahme des gebildeten Mittelstandes, der eine konfessionelle Schule nicht wollte. Leiter und Lehrer wurden schlecht bezahlt und konnten deshalb der Schule nicht ihr ganzes Interesse zuwenden. Verbittert legte Zunz sein Amt nach kaum 4 Jahren nieder. Sein Nachfo'ger war Baruch Auerbach, dem es noch weniger gelang, die Schule dem ihr gesteckten Ziele entgegen zu führen. Da übernahm Aron Horwitz 1852 die Leitung der Schule. Seiner unbestrittenen Tüchtigkeit und der treuen Mitarbeit eines außerordentlich glücklich zusammengesetzten Lehrerkollegiums gelang es in verhältnismäßig kurzer Zeit, die Anstalt zu Ansehen und Blüte zu bringen. Die Schule, die bis dahin nur 4 Klassen gehabt hatte, wurde zu einem achtklassigen System ausgebaut. Die Zahl der Schüler wuchs auf das Sechsfache, Eltern aller Stände vertrauten ihre Söhne der Schule an, und viele Knaben gingen nach Absolvierung der Anstalt in die Obertertia des Gymnasiums über. Es darf allerdings nicht übersehen werden, daß die Verhältnisse innerhalb der Gemeinde sich außerordentlich gebessert hatten. Das Wirken des gefeierten Predigers Michael Sachs hatte das religiöse Interesse gestärkt, das Gesetz von 1847 eine regere Teilnahme an den Angelegenheiten und Anstalten der Gemeinde hervorgerufen, infolge der Ireizügigkeit war die Seelcnzahl bedeutend gestiegen, und die jetzt an der Schule wirkenden Lehrer waren teils durch das Zunz'sche Seminar (1840 50), teils durch l'niversitäisstudium für ihren Beruf vorgebildet worden, während von den früheren Lehrern nur die wenigsten eine pädagogische Prüfung abgelegt hatten. So wurde unter der Leitung von Horwitz die Schule das, was sie nach der Absicht ihrer Gründer hatte sein sollen; Eine Anstalt, die ihren Schülern Uber das Elejrtentare hinausgehende Kenntnisse gab, und sie befähigte, auch gesteigerten Anforderungen 3

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