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Die Gemeinschaft · 1926-03-25 · 3 (25.3.1926) · p. Seite 3

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Journal
Die Gemeinschaft
Volume
1926
Issue
3 (25.3.1926)
Date
1926-03-25
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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teil bezeugten, dann müssen wir ganz folgerichtig zu dem Ergebnis kommen, daß der Ewige, der wie d e Wolken- und Feuersäule auf Israels Wüstenzuge, auch gedanklich unserer neuen Zeit voranschreitet, immer dann geradezu dort ein Au b»gehren Will, wo die höhere Vernunft uns sagt: das kann nicht Gottes Art, das kann nicht Gottes Wille sein! Gott steht uns zu hoch und zu hehr, als daß es sein ewiges Schicksal sein sollte, der Ewige zu heißen, nur hinsichtlich unseres dauernden Unverstandes und der falschen oder verkehrten Auffassung dessen, was er wirklich will. Der Ruf des Pessach, des von Gott eingesetzten Erlösungsfestes lautet ganz klar: .Menschen, Juden, ihr sollt euch immer aufs Neue frei machen, ihr sollt Fesseln lösen und den falschen Zwang". Auf die eigene Art und Prägung des jüdischen Bekenntnisses angewendet heißt das: Sonnt Euch nicht allein im Triumph Ober das tote Aegypten, formt die alten Bräuche in wirkliches Verständnis um und erfüllt sie mit neuem heiligen Inhalt und GeistI Das ist nicht mehr der rechte Sederabend, an dem man soviel Unverstandenes herunter liest, bloß weil es gedruckt steht. Wenn hier die Absicht erreicht werden soll, daß die Familie sich drei Jahrtausende zurückzaubert und fühlt, das sie zu den aus Aegyptens Kerker Erlösten gehört, dann muß darüber deutlich und auch deutsch und in der Sprache unserer Seele geredet sein. Uns kommt alles darauf an, daß wir Gottes Walten verstehen, der gewiß damals schon auch an uns gedacht hat, aber uns auch zu Eigenem, zur Fortsetzung seines Heilsplanes beruft. Ein solches Resultat, ein glückliches Ergebnis stellt sich ein, wenn wir das alte Pessach" so recht im Geiste des knospenden Frühlings gestalten und ihm die Aufgabe gewähren, das alte Judentum zu wandeln, daß es jung und frisch und stark und erfolgreich strebe und lebe. Wir werden dann wahre Festesfreude und nicht jene Beschwerlichkeit verspüren, die Pessach noch einschnürender als der im ganzen Jahre gewohnte zeremonielle Brauch vielen bereitet, und selbst bei diesen zwar grundehrlichen, doch weniger bedachten recht bezeichnend schließlich den Begriff des sogenannten schweren Jaumtauw entwickelte. Wenn das Wort Fest überhaupt einen Sinn hat, dann heißt es: das Leben leicht machen. Darum sorgen wir dafür, daß auch die Freude nichts schwerfälliges sei und zu uns komme, indem wir die Last mindern. Feste sind, um ein Bild aus Josephs ägyptischem Wirken anzuführen, Vorratskammern .1

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