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Die Gemeinschaft · 1925-12-11 · 2 (11.12.1925) · p. Seite 7

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Journal
Die Gemeinschaft
Volume
1925
Issue
2 (11.12.1925)
Date
1925-12-11
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Erklärung sollte den gewünschten Abschluß der Verhandlungen bilden. Auerbach, dem diese Pläne nicht unbekannt geblieben waren, hatte^ seine Vorkehrungen getroffen. In der pünklich eröffneten Sitzung kam es bald seitens des Vorstandes zu hell gen Angriffen auf Auerbach, peisönlicher, gemeindepolit s.her und auch pädagogischer Art. Dabei wurde der oben angedeutete Plan des näheren entwickelt und das dringende Ersuchen an die Ehrenmütter um sofortige Untcrzechnung jener Erklärung gerichtet. Als Wortführerin ihrer Korporation lehnte die hochgebildete Frau Sara Ltvy geb. Itzig das Ansinnen mit ebenso freundlichen wie entschiedenen Worten ab und bestand auf schriftlicher Vtrhandlungsftlhrung. Auerbach hatte eine wenig kluge Äußerung des Vorsitzenden (auch er könne, wenn er nur wolle, ein Warenhaus und ein viel größeres errichten) aufgegriffen und ihm mit allem Recht entgegengehalten: „Geld allein baut keine Institute, Sondern der Geist, der sie durchweht. Nicht mit Geld, mit meiner Begeisterung baue ich das Haus." Diese verdiente Erwiderung brachte nun ~ den Angeredeten so in Harnisch, daß er sich zu direkten Beleidigungen gegenüber Auerbach hinreißen ließ. Als die Ehrenmütter in schöner Solidarität erklärten, wer ihren Diiektor beleidige, beleidige auch s e, gelang .cs_ nur dem Dazwischentreten der anderen Vorstandsmitglieder, einen vorzeitigen Abbruch der Sitzung zu verhindern. Die elramat;s.he Scene endete schließlich mitder Vereinbarung, daß es bei schriftlicher Aeußcrung und Gegenäußerung verbleiben sollte. Der 21. Mai 1834 verdient in anstaltsgeschichtlicher Bedeutung mit dem GrUndungstage in eine Linie gerückt zu werden, denn dieser Tag entschied definitiv über die völlige Selbständigkeit de? Auerbachschcn Waisenhauses. Denn wenn auch der Schriftwechsel zwischen Vorstand und Ehrenmüttern noch weiter ging, so handelte es sich im Grunde genommen doch nur um Nachhutgefechte. Weil man seitens der Aeltesten den Jahresbericht als ein ungemein kräftiges Förderungsmittel, ja gewissermaßen als öffentliches Organ des Waisenhauses erkannt hatte, verbot man Auerbach, »in Angelegenheiten der jüdischen Gemeinde oder der Gememdeschule irgend etwas dem Drucke zu übergeben, was nicht vorher die ausdrückliche Zustimmung des Gemeindevorstandes erha ten hätte" Es ist gewiß von zeitgeschichtlichem Interesse zu erfahren, daß darüber hinaus der Vorstand bei den Behörden eine Verfügung zu erwirken suchte, nach der ganz allgemein-verboten sein sollte, über ücmeincleangelegen htiten nichts ohne seine zuvor eingeholte Genehmigung 411 veröffentlichen. Auerbach umging dieses Verbot durch Aenderung des Titels auf dem 2. Jahresbericht, der jetzt unter der Bezeichnung »Jüdisches Waisen-Erziehungs-Institut zu Berlin" erschien, und für den Privatmann Auerbach gab es keine Zensur, Einige Jahre später, als die Herren Bendemann, Borchardt und Lindow die mehr und mehr wachsenden äußeren Geschäfte des Waisenhauses führten.- kam es auf deren Veranlassung noch 7

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