Das Füllhorn
- Journal
- Das Füllhorn
- Volume
- II (1836)
- Issue
- 51 (16.12.1836)
- Date
- 1836-12-16
- Page
- Spalte 405-406 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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I-os Vitae Wohlthatm mit Vssem vergolten, so geschah «- au» kindlicher- Unbesonnenheit und Unwiffmheit; ich berene ejetzt, und! Du, gün'ger Vater, hast Nachsicht mit den unvermadlichen Schwächen Deiner Linder — und verzeihest ihnen. Ich trete nun in die Jahre der religiösiml Mündigkeit, und bin voi,' nun an sür meine Hanvlirgen, für mein Thun und Lassen verantwortlich voi Deinem gerechten,' allwissenden Richterstuhle. — / Ich habe Deinen heiligen Willen kennen gelernt:/eist mir gesagt worden, varecht ünd gut, wHö unrecht und bdse ist. Ich habe durchs die Freiheit de- Willens, wodurch Du da- Menschengeschlecht zi seinem Dortheil« autgezeichnet hast, da- Vermögens da- Gute zu thun, und davöse zu meiden. Du «bst hast unS in Deiner heil. Schrift gerathen, da-für.uns ewig dauernde Gute zu wählen. O, so besürke mich, liebreicher - Vater, in dem Vorsätze, dm jetzt, Allgegenwärtigervor vir au-sprrche, Dein« göttlichm Rathe zu folgen - nicht nach meinen bö^n Neigungm und Begierden, sondem nach Deinem!fär unso heilsamen Willen, nach Deinen Gesetzen ind Vorschriftenstetzu handeln und zu lebm! -f Ich bin in dem Hause Israels geboten, das DÜ, Ewtgr», zur Verbreit» g Deineglorreichere Namens ond Bekanntmachung Deines einigen', ^llwältenden WesenauSerkohrm,)es -um Priesterreiche ernanntest, und zur Führuig einebesonder»» heiligen Le, denverbandest. Jü erkmne diese ausgezeichnete Wohlthat mit tiefe» Empfindung der Dankbarkeit. Ich erkmne auch mene Pflicht, vermöge deunauf« löslichen Bundes, dm Du mit unsem Vätern gestiftet, Dich^Allvater, zu erkennen, Dich allein göttlich zu vrrchren, Drinet Ruhm zu verbreiten, und mgch den Gesetzen, die Lu unsem Dätem durch Deinen treuen Dimer Moseoffenbartest, zu leben. Die treue Erfüllung fiefer heiligen Pflicht, von welcher unsere Glückseligkeit abhängt, sey mir stets vor Augen. Sie sch mein Streben im Lebm, und mein Trost und meine Hoffnung im Tode. — Ja, ich bin Drin Eigenthum, Gott! und will stetes ewig bleibet. "Stz «ÜtZ Gott,»md himnllischm Later, Deine Allgegenwart beständig vor Augm Habs», durch Gottesfurcht mein ganze- Leben, regieren las Ich will anch meine Nebenmenschm nach Deine« göttlichm Befehlen, lieben, in Frieden und Liuigkeit mit ihnm lebm, keine Ungerechtigkeit gegen sie üben, und ihnm Gutethun nach meinen Lrästm; dmn dieseist Dir ein heiliger, wohlgefälliger Dienst. — Stärke mich in diesen Vorsätzen, Allgütiger Schütze mich gegm alle Gefahren, die mich von Dir trennen könnten, und verleihe mir Weisheit und Kraft, dm Versuchungen zu widerstehn und über alle Verführungen der Welt und Menschen zu siegen. — Deine . Güte, Ewiger! walte stetüber mich, so wie ich auf Dich harre; auf daß ich hier auf Erden die Bahn der Religion und Tugend nie verlasse, und einst im Reiche der Ewigkeit Lheilhaber der unendlichen Seligkeiten werde, die Du Deinen Verehrern verhießest. Amen." Rach Beendigung diese- Dorttage-, der immer ungemeine, bizu Thränen gesteigerte Rühmng hervorbringt, ertheilt der Rabbiner dem Jüngling, nebst noch einigm kurzen Ermahnungen, den Segm mit Auflegung der Hände, und somit ist die Keim beendigt. Dm Aeltera bleibt eüberlassen, dm Jüngling auch eine Parascha auder Thora in der Synagoge vorttagen zu lassen. — Die Mädchen werden nach zurückgelegtem 12ten Lebensjahre hinsichtlich dieser Feierlichkeit demjenigen Knaben zugesellt, der zunächst an die Reihe kommt. In diesem Falle, oder wenn es sich trifft, daß mehrere Jünglinge zugleich ihr Varmürrs-Fest feiern, wird obiger Borttag von den Partizipkrenden absatzweise gesprochen, mit Der Wandlung de- Singularder ersten Person ln d«u- Plural. — In den Filial-Synagogen lasse ich diese Hand» lung durch die Religkonslehrer vornehme«. Erfreulich ist die willige Theilnahme, die sie dort findet und der gute Eindruck, den sie allenthalben «acht. S. W. Rösenfeld.