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Das Füllhorn · 1836-12-16 · 51 (16.12.1836) · p. Spalte 403-404

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Journal
Das Füllhorn
Volume
II (1836)
Issue
51 (16.12.1836)
Date
1836-12-16
Page
Spalte 403-404 (sequence 2)
Language
German
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that Gott»-/ von der Ihre rwlge Glückseligkeit ab, hängt/ z« betrachten haben. Wir mästen ihnen dabei «ach allen Kräften- Liebe und Freude für ihre Religion / und zwar um somehr einzuflößen suchen / alleider gerade unsere Religion so vielen Anfechtungen und Hindernissen unterworfen ist. Jy diesem Sinne die Konfirmation genommen/ und hienach auch die dabei statthabenden Förmlichkeiten eingerichtet — wer kann sie als verwerflich betrachten? — Auch in der' Vorzeit hat man hierauf Rücksicht genommen. Aeltem machten den Sabbath, «ach welchem ihr Sohn das 13te Lebensjahr zürückgelegt , zu einem Fest- und Freudentage, an welchem auch gewöhnlich Verwandte und Freunde 1 heilnahmen. Der Jüngling trug in der Synagoge eine Sidra oder Para scha a«S der Thora vor, und beim Festmahle irgend einen Drusch; das genügte hinlänglich zur Erbauung nach, den damaligen Verhältnissen, und hatte seinen Werth sicher nicht verläugnet. — Mt diesen Formalitäten allein reicht man jetzt, bei Umgestaltung der Bildung, deS Unterrichtes und, wir wollen eunS nicht verlängern , bei Ueberhandnehmung deS Leichtsinnein Sache der Religion — nicht aUS. Man muß jetzt bei der Zugend, so wie beim erwachsenen Geschlecht», auf Geist und Herz zugleich und mit aller Kraft zu wirken suchen, und zwar auf eine dem Schul - und Biltzungsstande der Jetztzeit gemäße Weise, wenn Nutzen und Liebe für die Religion gestiftet werden soll. Daher auch auf daS weibliche Geschlecht hiebei, jetzt mehr als fönst, Rücksicht genommen werden muß. In dieser Hinsicht habe ich bereitvor zehn Jahren, nicht lange nach meinem Amtsantritte dahier kn Bamberg, eine Konfirmation-fein nach folgender Weise eingeführt: Der Akt beginnt von meiner Sette mit einer kurzen Anrede an den Jüngling an dem Sabbath, der zunächst nach Zurücklegung seine- 13ten -Lebeu-jahreS folgt, worin ihm untn Andern die Wichtigkeit de- Tag^ für ihn an- Herz gelegt wird. Hierauf folgt eine Prüfung über die vornehmsten Glauben- , und Pflichtenlchrru der Mosaischen Religion. Nachdem diese Prüftmg vorüber, wird der Jüngling voy, Rabbiner gefragt: - „Bist du von den Wahrheiten unsereheittge» Glaubenin deinem Innern überzeugt?" Antwort: „Ich bin von dm Wahrheiten unsetheiligen Glaubenin meinem Innern überzeugt." Frage: „Weißt du, daß du verbunden bist, in diesem Glauben zu verharren so lange du lebest?" Antwort: „Ich weiß, daß ich verbunden bin, in diesem Glauben zu verharren so lange ich lebe." Frage: „Willst du also mit Liebe nach diestw Glauben leben und und in diesem Glauben sterben?" Antwort: „Ja, ich will mit Liebe nach diesem Glauben leben und in diesem Glauben sterben." Frage: „Bist du auch entschlossen, alle Pflichten treulich zu erfüllen, die. dir dieser heilige Glaube auf. erlegt?" Antwort: „Ja, ich bin entschlossen, alle Pflichten treulich zu erfüllen, die mir dieser heilige Glaube auferlegt." Der Rabbiner: „So sprich denn diese Gefühle deines Herzen-, deine Bitten und Wünsche hier vor de» allgegenwärtige« Gotte, vor dein« achtbarm Aeltern, vor dieser ehrwürdigen Versammlung au-, und rufe deinen allgütkgen Schöpfer um Seine« gnädigen Bei. stand an." Der Jüngltug spricht «un kn einer angemessene« Stellung, mit empor gehobenem Blicke folgende Worte: „Mit Deiner Hülfe, o Ewiger! ist die Laufbahn meiner Kindheit vollendet. Mit Dank erfülltem, gerührtem Herzen blicke ich heute zu Dir auf, barmherziger Lenker dm menschlichen Schicksale, dm Du mich in- Leben riefest, mich darin erhieltest, vor so mancherlei Gefahren, in welchen dakindliche Alter schwebt, schütztest, durch gute Aeltern mich bisher mit Obdach, Nahrung, Kleidung und den übrigen Behürf. niffen de- Lebenversorgen, und durch Lehrer, die eS gut mit mir meinen, in Deiner heilige« Religion und andern mir nützlichen Kenntnissen unterrichten ließest. — Habe ich bi-het gefündiget, habe ich gegm Dich, gerechter Gott! gegm meine Aeltern, Lehrer und Rebenmenschen mich vergangen, und so

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