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Das Füllhorn · 1836-12-09 · 50 (9.12.1836) · p. Spalte 395-396

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Journal
Das Füllhorn
Volume
II (1836)
Issue
50 (9.12.1836)
Date
1836-12-09
Page
Spalte 395-396 (sequence 2)
Language
German
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395 wundersam künstlichen Arbeit, hauptsächlich aber um der Heiligkeit ihre- Gebrauchs willen, weßhalb auch die heit. Schriften so umständlich ihre Gestalt und Bemessung aufzählen. Wer sollte aber beim Gefühle des großen Verlustes solcher Kostbarkeiten nicht ihre Schicksale nach, des Tempels Zerstörung zuerfahren wünschen? Ich versuche darum, das Wenige, was ich hier und da bei dem Lesen der historischen Werke fremder Völker über die Ereignisse der heil. Gesäße, nachdem der herrliche Tempel ein Raub der Flammen geworden war, aufgefunden habe, hier wiederzugeben, um damit zu beweisen, daß auch unsere damaligen Unterdrücker diesen herrlichen Gefäßen auch noch um ihrer Trefflichkeit willen, gebührende Achtung' erwiesen. Von Josephus (cle Kello dudaioo, lik. VI. Lax. 24.) erfahren wir, daß der Kaiser Titus von Jerusalem nach Rom unter der übrigen Beute auch den Leuchter, den Tisch und die heiligen Gefäße des Tempels brachte. Und wie nun nach damaligem Brauche der siegende Feldherr bei seiner Heimkehr in großem Pompe seine Beute mit sich führte und Sklaven, welche die größten Kostbarkeiten zur Schau herumtragen mußten, so ließ auch der Kaiser zum Zeichen seines Sieges die heiligen Gefäße durch die Straffen von Rom tragen; damn stellte er sie in dem großen Friedenstempel ('remxlum xsci») zu Rom auf, wo sie fange. Jahre blieben; denn R. Elieser ben R. Jose, der zu Kaiser Hadrian's Zeiten lebte, sah noch zu Rom das heil. Stirnblech und den Vorhang; (s. Tr. Schabbath Bl. 63, l>; Joma S7, s; Sucka 5, a.) auch am Schluffe der Aboth des R. Nathan heißt es: --Der Mörser der Familie Aftinus, dann der Tisch, der Leuchter, der Vorhang und daS Stirnblech liegen noch in Rom; nach der Erzählung der Geschichtschreiber aber (Uerodisous, bistorisriup lib. I. Lax. 14) entstand in der Zeit des Kaisers Kommodus in ienem Tempel ein großer Brand, der ihn von Grund aus vernichtete; die heil. Gefäße wurden jedoch aus dem Brande gerettet und bliebm noch lange in Rom, nämlich bis um die Hälfte des Sten SäkulumS der christlichen Zeitrechnung. Im Jahre 450 39S nach Ehr., oder 382 Jahre nach der Zerstörung dezweiten Tempelkam Genserich, der Vandalenkönig, nach Italien, eroberte Rom, und nahm große Beute weg; er plünderte alle Kostbarkeiten, und verwüstete Alles; denn 14 volle Tage dauerte die Plünderung; nach der Aussage der Schriftsteller (krocoxius, libr. I. de lrello Ootliico; ^nartasiur Hist. eccler.) nahm er auch unter der Beute von Gold und Silber die in Rom aufbewahrten heil. Gefäße mit und schiffte sich mit seiner Beute nach Afrika ein, wo die Gefäße in seiner Schatzkammer 70 Jahre liegen bliebm. Im Jahre 520 nach Ehr. bekriegte Belksar, der Feldherr des Kaisers Justinian, das Vandalmvolk, besiegte und plünderte es, und unter der Menge Goldes und Silbers waren auch die heil. Gefäße (-Inns, rtssius I. c.), die er nach Konstantinopel brachte, wo er sie ebenfalls zum Zeichen seines Sieges durch die Strassen der Stadt wagen ließ. Der Geschichtschreiber Prokopius (de bello Vsndalico L.L n. 6: 9.) erzählt bei dieser Gelegenheit, --daß ein Jude diese Gefäße gesehm hatte, als sie durch die Strassen von Konstantinopel getragen wurdm, und zu einem der kaiserlichen Diener, der bei ihm stand, sagte: Der Kaiser thut nicht wohl, daß er diese Gefäße in seinen Palast bringen läßt; denn mir scheint kein Ort geeignet und würdig zur Aufbewahrung dieser geheilig, ten Gefäße, außer die heil. Stadt Jerusalem, aus der sie zuerst genommm wurden; du kannst bemerken, daß, wo noch diese heil. Gefäße in fremde« Ländern waren, sie Unglück über die Könige brachten, die sie in ihren Tempeln zurückbehielten; so hat Genserich Rom geplündert; .die Römer wieder plünderten die Schätze Afrika's, wo die heil. Gefäße sich befanden. — Der Mann erzählte nun dieß dem Kaiser Justinian; dieser, deßhalb in Furcht, wollte auch die Gefäße nicht in seinen Palast aufnehmen, sondern ließ sie nach Jerusalem zurückbringen und dort in die christlichen Tcmel aufstellen.-- So weit ProkopiuS. Möglich, daß sich der Jude an die Zufälle erinnerte, die die Filister wegm der heil. Lade, und den Bal, schezar, als er auden heil. Gefäßen trank, getrof«

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