Das Füllhorn
- Journal
- Das Füllhorn
- Volume
- II (1836)
- Issue
- 49 (2.12.1836)
- Date
- 1836-12-02
- Page
- Spalte 389-390 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/4889117-4929679-4929920--513-4889537- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
buck-tag« Mose- Mendelssohns «in Verein ge« -stiftet, welcher »Handwerke, Künste, Wissenschaften, sowie jede nützliche Tätigkeit bei der hies. isr. Jugend zu befördern und überhaupt verbesserte Gestn, „ungen über Israeliten und Jsraelitenchum zu verbreiten bezweckt. Auden beifolgenden Statuten und Aebersichten diese- Vereinwerden Sie die nLheren Verhältnisse desselben ersehen. Sie werden leicht ermessen , daß bet der damaligen Verfassung, unsägliche Schwierigkeiten zu überwinden waren und die Ausdauer und Thätigkeit der Verwaltung nicht wenig in Anspruch genommen wurde, um da- Unternehmen mit günstigem Erfolge zu kröne«. Jetzt, nach siebenjährigem Bestehen de- Dermin-, sind bereit- 17 hülsSbedürstigeKuaben als Tischler, Messerschmiede, Ehirnrgische-Instrumentmacher, Holzbildhauer, Buchbinder, Schuhmacher, Schneider, Gürtler und andre Handwerker aufgrdungrn worden, wofür SOL Thlr. 12 gr. zrreuß. Eour. an Aufdingungs - und Lo-sprechung-kosten gezahlt wurden. Mehrere Jünglinge werden zum Behuf de- Studiumeiner Fakultät-wiffenschast unterstützt und sind hiefür sowie für Erlernung technischer Künste 295 Thlr. 21 gr.SPf. de-gl. auder verein-kaffe verausgabt worden.— Ausserdem hat die Vereins-Verwaltung sowohl nach Innen auf Verbesserung dereligiös-moralischen Unterricht-, durch Abhaltung von Religion-Weihen, von Vorträgen in deutscher Sprache und ähnliche Veranstaltungen, alauch nach Aussen durch Verständigung mit den Behörden und Belehrung der christlichen Mitbürger über die eigentlichen Verhältnisse der Israeliten in jeder Hinsicht vorteilhaft zu Wicken sich bestrebt. Der Verein, der, als der einzige zum Andenken deunsterblichen Mendelssohn in Deutschland bestehende Verein, auch in auswärtigen Staate« Theilnehmer fand, zählt dermalen Sr. Majestät, unfern allergnädigsten König Friedrich August (Schwager Sr. Maj. de- Kouigs von Bayern), sämmtliche Prinzen und mehrere Staatsbeamte zu semen Mitgliedern, die sogar um dje Detailder Verwaltung zuwelle« sich zu kümmern geruhen. Doch ich kehre zur Geschichte der Verhältnisse der Hits. Israeliten im Allgemeinen zurück., Die Revolution de- I. 183V mußte auch hierin Veränderungen Hervorbringen. Wenn «an bisher de- Zusammenhangmit der übrigen Gesetzgebung willen auch die alte Judcnordmmg noch bribehielt und nur-i« Einzelnen Au-nahme« machte, so konnte die- Verfahren nun nicht mehr gerechtfertigt werden, da jetzt die ganze Verfassung und Verwaltung de- Lande- «ach neuen Grundsätzen umgestaltet wurde. Wirklich beeilten sich auch die zur Begutachtung der neuen Eonstitntion auf den Iten März 18L1 zusammenberuftnen Stände bei der Regierung, »auf die Erwägung der Rechtsverhältnisse der Jude« und Bearbeitung eineent« sprechenden Gesetzentwurfs» anzutragen. Die Regierung genehmigte zwar diesen Antrag und fordecke deshalb detäillirte Darstellungen über die besondren Einrichtungen der Israeliten von de« städtischen Behörden sowie von den Vorstehern «usr« Gemeinhe, allein gewisse eigenthümlkche Ansichten üb« die Emanzipation d« Juden, welche sich einiger sonst sehr wichl« wollend« Staatsmänner bemächtigt hatten (wie' z. B. SabbathSverlrgung und ähnliche unpraktikable Vorschläge, von denen man Gvttlob wird« zurücktzekom- Men ist), verzögerten die Ausführung. (Fortsetzung folgt.) Zur Tagesgeschichte. (An- Rheinhessen, 14. Nov.) Man sagt, daß die hohe Staatsregierung im Sinne habe, ballt Rheinhessen auden Zeiten der Fremdherrschaft noch bestehende Ausnahmegesetz in Betreff des Juden-Patent-, wenn nicht gerade auszuhebe«, wogegen sich leider die diesjährige Ständeverfammlong ausgesprochen hat, indem sie anrieth , diesen Gegenstand bizur neuen Gesetzgebung auftuschieben, doch wenigstenin der Art zu modificiren, daß da- Drückende und Entehrende diese- Gesetzedie anerkannt redliche« jüdischen Kausieute ja den Städtyt hinfkro nicht mehr belästige. Ewird nöchiz ftyn.