Das Füllhorn
- Journal
- Das Füllhorn
- Volume
- II (1836)
- Issue
- 48 (25.11.18236)
- Date
- 1836-11-25
- Page
- Spalte 381-382 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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38t 382 RheinbundeSakte und de- Posner Friedenstraktats den Katholiken Gleichstellung mit den Evangelischen in Sachsen .verheißen. Schon war es unter der Feder, auch den Israeliten gleiche Rechte zukommen zu lassen; doch Ultra «Orthodoxie u. andere beklagen-werthe Motive verhinderten leider die Ausführung. Reue Kriegsereigniffe wendeten den Mick davon ab und man ahmte nur den ftanzösischen Dekreten vom I. 1808 nach, Darlehensgeschäfte manchen kleinlichen Beschränkungen unterwerfend. — Erst die russische Verwaltung de- Landes im I. 1814 begann an den alten Fesseln zu rütteln. Der Leibzoll sowie alle blonderen Abgaben der Juden als Juden wurden aufgehoben und ein Gesetz: zur Verbesserung ihrer Verhältnisse vorbereitet. Allein das Jahr 1815 und die darauffolgende Reaktion machte auch hierin einen Stillstand. Di« indessen herangewachsene Generation, um so unglücklicher, als sie, einer besseren Bildung genießend, ihre Fesseln tief fühlte, ward ausS Neue auf unstäte und demoralisirende Beschäftigung hingewiesen. Doch suchten Einzelne, vom besseren Geiste bestell, jenem mittelalterlichen Drucke immer mehr und mehr zu trotzen und seine veralteten Gesetze unwirksam zu machen. War das Aufdingen von jüdischen Knaben bei inländischen Handwerksmeistern nicht gestattet, so suchte man die-, zwar mit nicht unbedeutenden Kosten, im AuSlande zu bewirken; ward Ankauf von Häusern nicht erlaubt, so erwarb man sie vermittelst christlicher Lehenträger und die Behörden sahen sich genöthigt, diesogar offiziell anzuerkennen, denn ein altes Gesetz dagegen konnte man nicht auffindcn und ein neues zu entwerfen — strebte ja doch dem Zeitgeiste Entgegen! — (Fortsetzung folgt.) Zur Tagesgtschich te. (Stuttgart-, 30. Okt.) In dem benachbarten Hohenzollern-Sigmaringen soll, wie man vernimmt, den nächste« Landständen unter Ander« auch ein Gesetzentwurf zur Regulirung der Verhältnisse der Israeliten vorgelegt werden. Als Verfasser deS Entwurfs, welcher selbst die bei unS bestehende erleuchtet« Gesetzgebung «och au Freisiuuigkeit übertreffen soll, nennt man den fürstt. geh. Kanzleirach, Freiherrn v. Laßberg, dessen Ruf al- Geschäftsmann und Administrator feinem Werke wohl Proselyten zu machen verspricht. Auch den sigmaringische« Stände» will man eine entgegenkommende liberale Gesinnung zuschreiben. (Eairo, 28. Gept.) Jn Aambo, an der Küste deS rochen Meere-, hatte sich ein ähnlicher Vorfall, wie der mit Hrn. Ehurchill in Konstantinopel, ereignet. ES war nämlich ein hannoverscher, also unter brittischem Schuz stehender Jude, Rabbi Batt Helail, als er sich nach Dschidda begab , um eine Schuld einzukaffkren, von den türkischen Behörden mißhandelt, und eingekerkert worden. Ein Hr. v. Wrede, der sich deS unglückliche« Rabbinerannahm, wurde ebenfalls festgesetzt. Dieser fand indeß Gelegenheit, den Obersten Campbell und den brittischen Konsul in Eairo davon zu benachrichtigen, die sogleich Befehle für die Befreiung der Gefangenen au-wirkten, wenn diese nicht schon den Leiden ihre- Kerkererlegen sind. (Leipzig, 10. Nov.) Binnen 14 Tagen erscheint in dem Verlage der k. Forschen Buchhandlung dahier: »die Namen der Juden. Eine geschichtliche Untersuchung von vr. Zung." Von de« gelehrten Verfasser läßt sich mit Recht etwa- Interessantein dieser Schrift erwarten. Abr aha m Wulff. Jn dem Gespräche mit einem jungen Dichtet kam Mendelssohn einst auf den Namen Abraham Wulff. Der Dichter: Wer ist dieser Abraham Wulff* MendelSs. Einer meiner jüdischen Freunde. Kein eigentlicher Gelehrter, aber ein Manu von ungemeinem Talent für Mathematik. — Einst fragte er mich um den Beweis einenicht leichte» geomrt-