Das Füllhorn
- Journal
- Das Füllhorn
- Volume
- II (1836)
- Issue
- 47 (18.11.1836)
- Date
- 1836-11-18
- Page
- Spalte 373-374 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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serer Gaben weit ruhigrr.seiu, dasylche die Pflicht der Dmsteher de, Anstalten ist, welche von höher« Orten her bewacht werden. Das, waS wir M Verbesserung einer wohlthätigen Armen« und Kraulen-, Erziehung-« oder'Lehranstalt aussetzen, oder zur Un, terstützung einer Bersorgungsanstalt für betagte Per, sonen, die nicht mehr arbeiten können, oder für Taubstumme und Blindgeborne ohne Vermögen, ist immerdar und auf eine gemeinnützigere Weise, als DaS, was wir für einzelne Personen thun, angelegt. Wir können mit der Ueberzeugung aus der Welt gehen, daunser Vermächtuiß auf jeden Fall den von u«S beabsichtigten Zweck nicht gänzlich verfehlen könne, und vielen Leidenden zu statten kommm werde. Doch Denen, welche durch Gottes Gnade eines ansehnlichen Vermögens theilhastig geworden sind, fehlt es weniger an Gelegenheiten, davon auch nach dem Tode Andere zu beglücken, als an dem erforder« lichen tugendhaften Sinn dafür, und an dem leben, digen Gefühl ihrer Pflicht. Diese glauben, mit dem Brennen eines Lichtes in der Synagoge sei Alles ab, gethan. Andere denken: das Grab begrabe AlleS— AlleS! — Aberglaube und Unglaube, so weit auch diese Geisteskrankheiten i, ihren Aeufferungen von ein, ander abweichen, führen immer zu einerlei Ziel. ES gibt vielerlei Krankheiten, vielerlei Jrrthümer, doch nur eine Gesundheit, nur einerlei Wahrheit. Wer Wohlthätigkeit stet, ärntet treuen Lohn. Der Mensch kann seine Laustahn nicht edler schließen, als daß er seinen letzten Willen durch eine schöne That adelt, die vor Gott gilt. Hast du bisher mehr für deinen Eigennutz und dein Vergnüge« gelebt, mehr für daS Irdische und Eündliche, so fange am Ende deine- Lebenauch an, für das Glück Anderer, für das Ewige und Göttliche, zu athmen. Das Gute geschieht niemals zu spät; da- Schlechte aber immer zu früh. Laß Andere über ihre Gräber Denkmäler von Marmor mit Goldschrist bauen! Die Thoren, sie leb« ten für den Staub; laß ihnen den traurige« Triumph" der Eitelkeit — den Staub! Stifte du lieber ein Denkmal im Gebiet« der Geister, im Gemüth der Dankbarkeit, in dem Beifall deinehimmlischen Va, terS. Ende auf Erden mit einer That, würdig stom, mer Geister! DaS ist daS schönste und herrlichste Denkmal! »Den Frommen braucht man kein Grabmal setzen,» heißt es im Midrasch, »ihre Werke sind Denkmal genug." Wohlthätigkeit nach dem Tode ist eine Verklärung unsers Namens bei der später« Welt, ein Segen für unsere Kinder und Kindeskin, der. Was auch diesen noch begegnen mag, wenn wir längst nicht mehr find, die Erinnerung künftiger Geschlechter an daS Gute, welches wir noch mit dem letzten Hauche gestiftet haben, wird ihnen zur Em, pfthlung, zum Schutz dienen, und ihnen unerwartet« Freundschaften unter den Rechtschaffenen erwerben. Das Andenken deS Gerechten ist zum Se« gen. (Spr. 10, 6.) Allein nicht bloS aus dieser Rücksicht entschließe dich, etwas zu thun, wodurch du nach deinem Tode wohlthätig fortwirkst. Du lebst und handelst im hö» Hern Sinn, im Geiste unserer Religion, wenn du, unbekümmert um alles Irdische, da- Göttliche und Gute nur um GotteS und des Guten willen allein thust, wen» du nicht bist wie die Knechte, die dem Herrn auswarten de- Lohnes willen. (Aboth. 1, 3.) Der Lohn kommt von selbst, wenn du auch die Ab« sicht nicht hast, und schon deine Todesstunde wird dir eS offenbaren. Dann kommt ein Augenblick, wo du mit Gott und der Ewigkeit ernster, almit dei, nen liebsten Hinterlaffenen, beschäftigt sein wirst; dann ein Augenblick, wo du himmlische Beruhigung in dem Gedanken finden wirst: ich habe eine wohl, thätige Saat ausgesaet, die noch nach meinem Tode segnend fortwirken wird; wenn ich nun vor Got stehe, o die dankbaren Gebete, die segnenden Freu« denthränen der durch mich noch nach meinem Tode beglückten Menschen werden mich dort begleit«.? Aber wahabe ich hienieden schon ausgesäet, Pass" ich mich droben in schöner« Welten, bei Gott und allen Vollendeten, der Aernte freuen könnte?