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Das Füllhorn · 1836-01-01 · 43 (21.10.1836) · p. Spalte 339-340

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Journal
Das Füllhorn
Volume
II (1836)
Issue
43 (21.10.1836)
Date
1836-01-01
Page
Spalte 339-340 (sequence 2)
Language
German
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32? in Bezug auf die Mensche«. Da haben wir schr oft eine Schrift vor un», die wir nicht zu lesen im Stau, de sind. Da ist unso Mancheunbegreiflich, unverständlich : Wir schm da dm «eisen und gütigen Hau-vater die Spenden urtd Portionm Seiner Güte so verschiedentlich und so ungleich austheilen, daß wir ungar nicht herauszufinden im Stande sind. Wir sehm manchegute Kind Gottedarbm, in Kummer und Elend versunken; während jeneböse, verdorbene ruchlose, mit Gütern aller Art überhäuft, und im Glücke gleichsam zu Hause ist. Sagen wir dort, hinsichtlich der Wirkungen Gotteim Raume, mit David: "Deine Wohlthaten sind (hervorragend) wie Berge Gotte-,« so sind wir hier, beim Wirken Gottes in der Zeit, veranlaßt mit ihm zu sagen: «Dein Recht-verfahren ist (so unab- >sehbar wie) — tiefer Abgrund.« (Ps. 36, 7.) Hier kann, und, wie escheint, will Gott nicht verstanden werden. »Der Herr sprach im Dunkeln zu thronen,« heißt es hier (l. Kön. 8,12.) Und wir Menschen haben nicht- Anderezu thun, alS: unsere Kurzsichtigkeit der göttlichen Weisheit urrd Gerechtigkeit in gläubiger Demuth zu unterwerfen, nach dem Beispiele des Psalmisten, welcher (IIS, 36) sagt: «Ich wählte den Weg de- Glauben-, wenn ich Dein Recht-verfahren vergleiche.« Hkeri^finden wir die sicherste Beruhigung; und dakönnen wir mit dem besten Grunde thun: wir könnm nämlich mit aller Gewißheit überzeugt seyn, daß der Gott der sich so weise und so gütig in der Schöpfung Seiner Werke und Spendung Seiner Gaben zeigt, auch die Ausgleichung Seiner Guter nach einem gerechten Maßstabe' nicht unterlassen wird; frühe oder spät,, hier oder dort, daist Sache Seinet Weisheit: der Gott, der sich so weise und gütig in Seinen Werken, in .Seiner Schöpftmg zeigt, kann nicht ander-, als auch gerecht seyn. Man kann nur wahrhaft weise und gütig seyn, wenn man zugleich auch gerecht ist. In dem synthetischen Parallelismus des Anfängeder oben in Rede stehenden Stelle au- Mosefinden sich gegenüber die beiden Hauptwort» koal und verecb, eben so die Prädikate ^tawim und mirckpat. Da- Wort I'osI findet seine bessere Anwendung auf da- Mirken Gotteim Raume, auf die Werke der Natur, der Schöpfung, so wie da- Wort iroi-ool» besser für den Begriff des Wirken- Gottein der Zeit sich paffet. Die Prädikate rsmim und mintipat rechtfertigen ganz vorzüglich diese Deutungen. Der Sinn de- Satzescheint tzun folgender zu seyn: Hstrur tsmim kavlo; d. i.^ vollkommen ist das Wirken Gotteim Raume; hieraus ist also zu schließen: lü cbsl Derscbsv nnrclixat, daß auch Sein Wirken in der Zeit gerecht sey > sollte cs auch unser« kurzsichtigen Verstände anderscheinen. *) — Mose-, der Mann Gotte-, sah sich veranlaßt, dies» Wahrheit an die Spitze seineprophetischen -Liede-, dain bewundernswürdiger Kürze da- Schicksal der Israeliten, vom Anbeginn ihre- Werden- bis zum Erfolg ihrer einstigen Restauration, in starken und kräftigen Zügen, mit unvergleichlicher Fülle uud Wärme des Gemütheö, darstcllt, zur Rechtfertigung Gbttes und Beruhigung der leihenden Nation z« setzen. R-d. Freiherr v. Dalberg über die Juden. Ich würde mich schämen, Christ zu seyn, wenn Christen Gefühllos bei dem menschlichen Elende seyn könnten, «eil cs Juden sind, welche darin verkümmern. — Hülfe? Ja wir müssen helfen, wir Christen sind die Unterdrücker, jene Leibeigene, Schützlinge, ohne bürgerliche Freiheft. — - Wttm dis Unterdrückten die Unterdrücker betrüge» und alle Schlauheit anwenden, um die Unterdrückung abzuwchren, so ist da- Nothwehs. Menschen, welche man kn die Nothwchr zwingt-' verlieren alle gesellige Eigenschaften, befinden sich stetin einem reizbare« Zustande, und sie werde» nicht ermangeln, ^' *) V»»llrich« Psalm 92.

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