Das Füllhorn
- Journal
- Das Füllhorn
- Volume
- II (1836)
- Issue
- 42 (14.10.1836)
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Spalte 331-332 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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viele» Schiefe und Halbwahre, viele» Possierliche und Lachen erweckende, auch wohl manche» Unsittliche beigemischt; in diesen Sprichwörtern ist lautere Wahr, heit; Ernst und Würde herrscht durchaus in allen, einige rLthselhafte Stellen in den letzten Kapiteln au», genommen. Die Sittenregeln sind auf die Natur der Dinge gegründet; die Erfahrungen au» den menschlichen Herzen und au» dem täglichen gemeinen Leben gesammelt; überall sind religiöse Gesinnungen und Gedanken, die auf Gott führen, beigefügt, damit die Ausübung der guten Regeln nicht blo» Klugheit, sondern thätige Gottesverehrung seyn möge. Kurz und sinnreich sind die Wahrheiten ausgedrückt, damit sie zum Nachdenken erwecken möchten; schön und zierlich sind die Worte gesetzt, damit man die Sentenzen mit Vergnügen bettachte, und damit sie sich desto leichter in da» Gedächtniß einprägen. 'Ueberall dringen die Verfasser dieser Grdenksprüche auf wahre innere Gottesverehrung u. s. w. Man würde freilich irren, wenn man in diesem Buche eine vollständige Sittenlehre finden wollte^ aber wenig« Pflichte», welche die heutige Moral vorschreibt, werden fehlen. Da die Sammlungen dieser Denksprüche zu verschiedenen Zeiten gemacht worden sind: so entstand daraus der Fehler, daß eine Wahrheit sehr oft und zuweilen fast mit ebm denselben Worten wieder verkommt." Die Juden in Malabar. *) ' Schon seit Marco Polo ist da» Bestehen einer jüdischen Kolonie in Malabar bekannt. Die ersten genaueren Nachrichten erhielt Europa durch vr. Buchanan in seinen (übriitisa v«e»rclios 18j1. Derselbe hatte während de- Jahres 1808, wo er sich in Indien aufhielt, der brittischen Regierung in Be, treff der syrischen Christen in Südindien Mittheilungen gemacht und die Aufmerksamkeit des damaligen Geuttalgouverneur», de» Marquis Wellesley, auf die Juden von Malabar gelenkt, worauf dieser An¬ *) Vergleiche Nro. LZ: «Die Luden in Kotschin.» ordnungen traf, um die Nachforschungen Vr. Buchanans zu fördern. Letzterer begab sich demnach i« November 1806 nach Eochin, der Hauptstadt von Malabar, wo er ein ganzes Jahr verweilte, und über die Lage und Geschichte der dortigen Juden vollständige Erkundigungen einzuziehen Gelegenheit hatte. Aus diesen ging^heworr-llaß die Juden nicht eigentlich in Cochin wohnen, sondern in einer Stadt ungeführ eine Meile davon entfernt, die Matacherry und Judenstadt genannt wird, und fast ganz von Juden bevölkert ist, die hier zwei ansehnliche Synagogen besitzen. „Es befanden sich unter ihnen, sagt vr- Buchanan, sehr einsichtsvolle Männer, die nicht ganz unbewandert in der Geschichte anderer Nationen w» ren. Auch Juden aus-entfernten Theilen Asiens waren hier zu finden, so daß dieser Ort die Hauptquell« der Geschichte des jüdischen Volkes in diesem Theil des Orientes ist. Die hier wohnhaften Juden theilei sich in jerusaiemische oder weiße, und schwarze Juden Jene haben hier ihren Aufenthalt vorzugsweise, auch! die schwarzen Juden haben hier eine Synagoge, allein der größere Theil dieses Stammes bewoh« Städte im Innern der Provinz." Die weißen Juda zeigten ihm eine Erzählung in hebräischer Sprach« von ihrer Ankunft in Indien, die ihnen von ihm Vorfahren hknterlassen wordm, deßgleichen zwei wohlerhaltene Kupferplatten, in altem Tamel beschrieben, die eine auf beiden Seiten, die andere zu drei Diertheilen. Diese enthielten die ihnen von einem alten Könige von Malabar verliehenen Privilegien. Von diesen Kupfertafeln wird weiter untm die Red« seyn. vr. Buchanan erfuhr aus diesen schriftlich«! Urkunden so wie auS mündlichen Üeberlieftrung« daß die Juden nach der Zerstörung dezweitm Te» pels in großer Anzahl nach Indien gekommen um Erlaubniß erhalten, sich in Kranganor »iederzulaßH Die ihnen erlheilten Privilegien warm Bur Ansichten zu Folge, im Jahre der Welt 4250 liehen worden. Gegeu tausend Jahre blieb Krangc der Wohnsitz dieser Juden, die von 7? Ältesten herrscht wurden. Andere Juden sollen ihnen,