Das Füllhorn
- Journal
- Das Füllhorn
- Volume
- II (1836)
- Issue
- 40 (30.9.1836)
- Date
- 1836-09-30
- Page
- Spalte 317-318 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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zu sein und in Trümmer zerfiel, ist sogar alles Andenken und alle Spur seiner Lage verloren gegangen, so daß die Reisenden umsonst den Grund seiner hohen Mauern suchen; der Eusrat ist auö seinen Ufern getreten und hat ihren Ort bedeckt; die Perser haben die Trümmer zu einem Gefängnisse verwendet, wo sie Löwen, Wölfe und Bären sammeln, um sich an ihrer Jagd zu ergötzen; die Reisenden erzählen uns, daß sie dort nur Schlange» und Skorpione« ohne Zahl gefunden, die dort nisten, völlig so, wie es der Profct angiht, so daß nur wenige Reisende jene Gegenden besuchen, aus Furcht vor der großen Menge Schlangen, die, gleichsam die Befehle der Profeten vollziehend, dort für immer ihren Aufenthalt gewählt haben. — (Schluß felgt) Zur Tagesgeschichte. , Berlin, 13. Sept.) Die Sensation, welche die k. Eabinetsordre vom 19. Juni in Betreff der Juden unter dem Publikum macht, ist von längerer Dauer, als man in unseren Tagen, wo eine unerwartete Erscheinung die andere verdrängt, hätte vermuthen sollen. Und doch darf dieses nicht Wunder nehmen. In einer Stadt, wo Männer, wie Mendelssohn und Friedländer, gelebt und gewirkt haben, in deren Gesellschaft die achtungswerthesten Christen sich geehrt fühlten, ist es nicht leicht, das gebildete Publikum zu überzeugen, es sei zeitgemäß, die Juden zu betrachten, als wenn solche Männer nicht aus ihnen hervorgegangen wären, und sie unterschiedslos mit einem Ramm zu bezeichnen, der durch den Ge-, oder, wenn Sie wollen. Mißbrauch von Jahrhunderten nicht so sehr ihre Religion oder Dolksthümlichkeit andeutet, sondern zu einem Characternamen gestempelt, und in die Sprache oft wider alle logische Richtigkeit aufgeuommen ist, z. B. Hofjude, Kornjude, u. s. w. Mosaische Glaubensgenossen ist daher so wenig eine Umschreibung,, daß es vielmehr, wenn die Verschiedenheit I der Religion von der unsrigen angedeutet werden soll, I die alleinige richtige ist, die Bezeichnung Jude hingegen wohl einem ganzen Volke vor den Kopf stößt, aber dennoch, oder auch vielleicht mit deshalb, ein Verstoß gegen die Sprache ist, indem das Wort nun einmal bei uns dieselbe Kraft erlangt hat, wie Ghiaur bei dem Hftoslrmin. (Fränk^ Merk.) (Aus dem Preußischen, 13. Sept.)' Zu dem allerhöchsten Erlasse, mittelst dessen die Einhaltung et, ner früheren gesetzlichen Bestimmung, wodurch den Juden untersagt ist, sich christliche Vornamen brizule, gen, befohlen wird, soll folgender Vorgang die nächste Veranlassung gegeben haben: Auf der letzten Kunstausstellung zu Berlin, heißt es, bemerkte eine hohe Person einen geschmackvoll, gearbeiteten Pokal, den ein Silberarbeiter der Residenz, Ferdinand Sahling genannt, zu derselben geliefert hatte, mit Wohlgefallen. Der Künstler erlaubte sich, sein Werk als eine Gabe der Huldigung anzubieten, die unter so huldreichen Äußerungen angenommen wurde, daß sich der Geber ermuthigt fand, die mündliche Bitte um Verleihung eines Hof-Prädikats vorzutragen. Es ward ihm die Gewährung dieser Bitte vorläufig insofern verheißen, als ihm an die Hand gegeben wurde, ein deren Gegenstand betreffendes Gesuch schriftlich einzureichen. In Folge dieses Gesuchs aber kam es zu Tage, daß der Bittsteller jüdischen Glaubens sei; auch erfuhr man, im Verfolge weiterer Nachforschungen, daß er früher einen diesem Glauben, entsprechenden Vorname« geführt, und denselben späterhin gegen den Namen Ferdinand vertauscht habe, wodurch die vorgedachte hohe Person veranlaßt worden, ihn für ein Glied der christlichen Kirche zu halten. (AnS Kürhessen, 16. Sept.) Wir glauben, aus Achtung gegen die Wahrheit, es nicht mit Stillschweigen übergehen zu dürfen, daß die in der Beilage zu Nr. 256 d. Bl. (Fr. Journ.) an» der Allg. Zeitung aufgenommene Nachricht auS Kassel: »Für die JF r'aeliten in alle« Theilen Kulchefsens istF«- /