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Das Füllhorn · 1836-09-16 · 38 (16.9.1836) · p. Spalte 301-302

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Journal
Das Füllhorn
Volume
II (1836)
Issue
38 (16.9.1836)
Date
1836-09-16
Page
Spalte 301-302 (sequence 3)
Language
German
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301 302 »erde die Krankheit sich ändern, und die und die Zeichen annehmen, wenn der geschickte Politiker schon von ferne die Zufälle sieht, die eine gewisse Provinz treffen »erden, so verdient diese- und all dergleichen den Namen Profezeiung WM, weil, der menschliche Verstand auf natürlichem Wege dazu gelangen kann; denn wenn wir die Ursachen kennen, so können wir leicht auf die Folgen schließe», ehe sie kommen. — Die wirkliche Profezeiung aber ist die Bekanntmachung zukünftiger Dinge, deren Zusammenhang durch Ursache und Wirkung zu verstehen, dem Menschen durchaus nicht vergönnt ist, Dinge, die der menschliche Verstand größtentheils ganz verkehrt schließen würde, wenn er nur nach den augenscheinlichen Voraussetzungen schloßt, Dinge, die in ihrem Bestehen ganz ausgezeichnet und wunderbar sind, und geradezu der Natur und ihrer Weise widersprechen, sowie sie der Mensch zur Zeit ihres Erscheinens erkennt; denn in seiner Einsicht findet er dann viel Fremdes, Schwieriges und dem natürlichen Gange ganz Zuwiderlaufcndes; und dennoch bestehen diese Dinge mit all' ihren Bedingungen nach langer Zeit ganz genau, sowie sie der Profit bekannt machte. Diese sprechen nun ohne allen Zweifel für sich, daß ihre Quelle und ihr Ausfluß die höchste Weisheit sei, die dergleichen vor Zeiten einem zu diesem Zwecke erwählten Manne kund" gab; denn nur Gott allein weiß schon im Beginne auch daS Ende Alles dessen, was in der spätesten Zeit sein wird. , (Fortsetzung folgt.) Zur Lagesgefchichle. - > (Preußen.) Das Amtsblatt der k. Regierung zu Potsdam ytthält Folgendes: »Das königl. Kammergericht wird in Folge einer, unter'm 19. Juni d. I. erlassene« allerhöchsten Kabinttsordre angewiesen, sich in allen vorkommenden Verhandlungen und amtlichen Schriften der Bezeichnung der Bekenner der jüdischen Religion, als »mosaische oder alt-testamentarische Glaubensgenossen« zu enthalte«, und sich statt dessen, wo eS auf die Glaubensverhältnisse ankommt, der Ausdrücke: Hudey *). oder jüdische Religio«, jüdischer Glaube v. f. w. zu bedient». Durch dm vorgedachte« allerhöchsten Befehl ist zugleich die Kabinet-- ordre vom 30. November 1828 eingeschärst woröeq,' - worin angeordnet ist, daß die Juden keine christliche« Vornamen führen, und die Polizeibehörden streng dar, auf halten sollen, daß diese Unordnung firner nic^t Statt finde. DaS Kollegium hat diese allerhöchsten Bestimmungen sich zur Nachachtung dienen zu lassen, und Behufs deren weitern Bekanntmachung an die. Untergerichte seines Departements daS Erforderlich« zu verfügen. Berlin, den 10. August 1836. Der Justizminister (gez.) Mühler. An dakönigl. Kammergericht." (Sachsen.) Die israelitische Gemeinde zu Dresden'erbaut eine neue Synagoge. Die Baukosten werden durch Aktien ermittelt. ' - (Frankfurt a/M., 29. Aug.) Se. königl. Hoheit der Herzog von Lucca besichtigte heute in Begleitung des jüngern H. Karl v. Rothschild die Lokalität der neuen jüdischen Krankenanstalt. (Frankfurt a/M. 1. Sept.) Die wetterauisch« naturforschende Gesellschaft hielt gestern in Hanau ihre jährliche Sitzung, welcher auch mehrere Ärzte», von hier beiwohnten, vr. Wetzlar in Hanau, ein ausgezeichneter jüdischer Arzt, soll namentlich wieder einm sehr interessanten Vortrag gehalten habe«. (London.) Die mit dem Hause Rothschild tu Verbindung stehenden Personen haben am IS. August folgendes Umlaufschreibe« erhalten: »Indem wir Ihnen mit tiefem und gerechtem Schmerz dm Tod unsertheuern Vater- N. M. Rothschild anzeigen,. melde« wir Jhnm zugleich, daß wir sein Hauunter der Sie erinnern hier an di« »nekdvte von de« verstorb«. d Mayer Rothschild (Füllhorn Nro. 2S. ». I.), der einem S-ffenbnbea »in Zmslftrevierstü» gab, »eil er ihm »Jude!- aachrief. ' D. Sd

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