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Das Füllhorn · 1836-07-22 · 30 (22.7.1836) · p. Spalte 235-236

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Journal
Das Füllhorn
Volume
II (1836)
Issue
30 (22.7.1836)
Date
1836-07-22
Page
Spalte 235-236 (sequence 2)
Language
German
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und deuten, aber bei allem Hernmmeiuen ist'» noch Keinem gelungen, paffend und natürlich zu sein. Die bedeutendsten Ausleger sind: Raschi (st. 1104), Salomo ben-Aderet^ (bl. 130Ü), Isaak ben Arama, aus Zamora, in seinem Buche und Samuel EdelS (k löffL) Veleuchtung de- Anttags der Rcligionslehrer de- Rezatkreises, sie zur Abhaltung deutscher Vorträge an hohen Festtagen in den Filial, Synagogen aufzustellen. (Schluß.) Auf diesem, allen Rabbinern wohl bekannten Stand der Sache gründete sich der Antrag der Leh- > rer, fand aber dennoch bei keinem dieser gelehrten Männer die verdiente Beachtung. *) Nicht als wären sie nicht über Standesvorurtheile erhaben, aber geirrt haben sie, das Berhältniß der christlichen Kkrchenversassung auf die israelitische zu übertragen, ein Berhältniß, das weder mit dem Geiste der mosaischen Religion und einer tausendjährigen Observanz, noch mit dem Interesse der heiligen Sache, der eS gilt, sich verträgt. Hier läßt sich die Grenzlinie der Standesfunktionen nicht so scharf ziehen, hier muß, nach einem gemeinen Sprichwort, die Noch zur Tugend gemacht werden, und darum dürsten die Vorträge der Lehrer, nach dem Beispiele Würtemberg's, als Surrogat wohl hingenommen werden. — Eine weniger nach den Regeln der Rhetorik abgefaßte Rede ist doch immerhin besser, als gar keine, und gerade eine solche würde daan deutsche Vorträge noch nicht ge- ») Geldder von eine« Lehrer dahin «vtioirt« Antra-, daß die Rrli-ionllehrer aut einer l« veranstaltenden Sammlung von Predigten an diese» Tagen «in« verte, se» seien, wurde von einem jungen Rabbiner au« dem Grund« zurück-emiesen, »eil dir Lehrer dann Mnster- »redigten hatte» »ürdea, wodurch di» Rabbiner, deren viele noch kein« -nt», deutsche Vorträge »u halten i« Staad« wären, in Schatten gestellt würden. Welche Triftigkeit I wöhnte Volk/ wegen ihrer Einfachheit, eher' ansprechen und zugleich für die gediegnere de- Rabbiners allmählig und würdig vorbereiten, bei ausserordentlichen Fällen aber dürste sie fast unentbehrlich sepn. Die neue Synagogenordnüng z. B., so wenig sie den gebildeter« Theil Israelsbefriedigt, hat doch auf dem platten Lande große Sensation erregt, und man sieht sie häufig als dev Anfang eine- Abfalls von der Religion an. Dürsten aber die Lehrer, da es durch die Rabbiner nicht geschieht, ihre Gemeinden öffentlich dar- , über belehren, so würde sich bei der Mehrheit gewiein günstigeres Urtheil gebildet haben. Ähnliche Beispiele giebt emehrere. Von der gänzlichen Unentbehrlichkeit der Lehrer bei der Liturgie, und ihrer Brauchbarkeit zu Funktionen der Rabbiner mochten sich diese doch überzeugt haben, da die Lehrer, auch wenn sie nicht Vorsänger sind, (nach den §§. 26, 42 u. 66), des Entwurfs zur Synagogen-Ordnung „an der Stelle der Rabbiner zu sunktioniren haben", aber immer mit vorherrschendem Mißtrauen, so daß der Antrag eine- Laien: am Tage der Zerstörung Jerusalem'- die Klagelieder (Solu,) durch die Lehrer in den Filial-Synagogen in deutscher Sprache verlesen zu lassen, nur mit dem ansdrtckltchen Zusatz, daß sie sich dabei aller Erklärung zn enthalten haben, die Zustimmung erhielt. Und fragen wir nach dem, gegen dm Antrag geltend gemachten Motiv, so hören wir, daß nur solche Personen zum Auftreten als Redner berechtigt sind, welche die Ordination erhalten habm. Wer wollte aber einen Anerbacher, Zunz, Salomon u. a. m., Prediger, auf welche wir Israeliten stolz sepn können, vom Predigeramte als Richtordimrte ausschließen? und fragen wir weiter, gibt die Ordinqtion Bürgschaften für einm tüchtigen Prediger? Die Ordpiation eines Israeliten besteht aber in einem von einem Rabbiner nach vorangegangever Prüfung Hm ausgestellten Zeugnisse über hinreichende Kenntnisse im , Talmvd und in der Easuistik. Ein solches Zeugniß kann - sich auch ein Laie erwerben und er dürfte dgnn als ' Redner in der Synagoge auftreten. Immerhin aber

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