Mannheim
Compact Memory

Das Füllhorn · 1836-07-08 · 28 (8.7.1836) · p. Spalte 221-222

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das Füllhorn
Volume
II (1836)
Issue
28 (8.7.1836)
Date
1836-07-08
Page
Spalte 221-222 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/4889117-4929679-4929875--408-4889453
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

221 222 < vr. Diesterweg (März« und April-Heft 183S) einen sehr lesenswerchen Aussatz, »Über den Unterricht der Physik (Raturlehre) in Volksschulen überhaupt, und zunächst in der jüdischen Gemeindeschule zu Berlin.» Unter den Nebenzwecken, die bei diesem Unterrichte mit erstrebt werden können, zählt Hr. Auerbach unter Andern» auch: »da- Gemüth de- Schülermit Bewunderung, Ehrfurcht und Liebe gegen Gott, den Urheber dieser Erscheinungen, zu erfüllen.» Wenn aber Hr. Auerbach weiterhin von den dort aufgezählten Nebenzwecken, also auch von dem der Erhebung de- Gemüthes zu Gott, sagt: »Aber sie müssen stetnur als Nebenzwecke betrachtet werden, und dürfen den Hauptzweck diese- Unterricht-, Erkenntm'ß der Natur, nicht verdrängen; sie müssen überhaupt nur da berücksichtigt werden, wo sie sich gleichsam von selbst dem Schüler aufdringen, sonst verfehlt der Unterricht seine« wahren Zweck, und anstatt Belehrung über die Natur za gewähren, sinkt er zu einem leeren, unvernünftigen Gerede über die Natur herab,» so können wir in dieser Ansicht durchaus nicht mit ihm übereinstimmen. Die religiöse Natur-Ansicht muß, nach unstrer Überzeugung, in der Volksschule ein Hauptzweck de- Unterrichtdieser Lehre seyn. Nur dadurch erhält dieser Unterricht seine höhere Weihe, seinen vollkommenen Werth, und der Schüler wird daran gewöhnt, die Erscheinungen nicht gerade von der Seite ihremateriellen Nutzens, sondern vielmehr nach ihrer Beziehung zu seiner höher» Bestimmung als Mensch und Kind Gottes zu bettachten. Von dieser Seite faßten die heiligen Männer der Vorzeit, David, Jesaia u. s. w. in ihren auf uns gekommenen Werten die Naturerscheinungen auf. Ihrem Beispiele mögen »uch wir folgen, besonders zu einer Zeit, wo der Sinn sä» Pix materiellen Interessen, Besitz und Genuß, zu seh» gber Hand genommen und den für da- Geistige und >zhrre ganz und gar zu verdrängen droht. N-d. R e s c r i p t der kaiserlich-österreichischen Hofkammer zu Malland, die Israeliten in Mantua betreffend. (Aul dem Italienischen übersetzt und eingesandt von Herrn Leopold Schott, Rabbinatt-Verweser in Rand«--. *) Mailand, S. Mai 183S. Dem Antrag der Delegation von Mantua gemäß, hatte da- Gubernium durch Erlaß vom IS. März die Israeliten von Mantua auch fortwährend verpflichtet, die Reinigung der Strassen in der Umgebung desogenannten 6betto (Judengaffe) auf ihre eigenen Kosten zu besorgen. Diese Bestimmungen der Delegation und de- Guberniumstützten sich auf alte Verordnungen, welche den Israeliten diese Pflicht auflegten. Die kaiserlich-österreichische vereinigte oawera «ulica (Hofkammer) hat aber erwogen, daß diese Verordnungen, welche vor dem österreichischen Regiment (unter der abgetretenen italienischen Regierung,) erlassen waren, nicht auf immer in diesen Provinzen gelten können, und hat in einem dem Gubernium mitgetheilten Beschlüsse vom 16. April bestimmt, die Israeliten von solcher Last zu befreien, und daß man sich in der Stadt Mantua mit der Sttasseureinigung und deren Kosten nach den allgemeingiltigen Gesetzen und Vorschriften zu richten habe. — Bei diesem Anlässe hat genannte Hofkammer zugleich angemerkt, daß enach der bestehenden Gesetzgebung kein Obeno mehr gibt, indem eS einem Jeden freisteht, in jedem Thrile der Stadt zu wohnen, wo eS ihm am tauglichsten ist; auch daß es keine besondere israelitische Gemeinde gibt, als nur in Hinsicht des Kultus und der Wohlthätig- *) Der Hr, Einsender sag» in seine« Schreiben vo« 27. Juni: «Nun habe ich auch da» Der-nügen, Ihnen mit. »heile« zu können, daß Ihr Unternehmen auch im sernrn Aullante beifällig anerkannt wird. Ich Hab« nämlich den 1. Jahrgang de- Füllhorn« nach Triest an meine dortigen Freund« und Verwandt« -«schickt, «MMielt nicht nur den Auftrag, auch den 2. Jahrgang dahin iu befördern, sondern auch di« Zusicherung, Mittheilungen für Sie zu erhalten.« Wir sehen diesen Mittheilungen recht bald «ad «it Vergnügen entgegen. v. Red.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.