Das Füllhorn
- Journal
- Das Füllhorn
- Volume
- II (1836)
- Issue
- 28 (8.7.1836)
- Date
- 1836-07-08
- Page
- Spalte 219-220 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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21S 220 werken ercellirten sie nicht; der Baum hiezü ward beinahe bizur Wurzel abgehauen in derGesetzgeb (Herder geht nun flüchtig die Geschichte der Israeliten bis zu ihrer Gefangenführung durch und fährt dann fort:) »Indessen lag dies Allein so sehr i« Plane Gotte« mit ihnen, hing so ganz von ihnen selbst ab, steht im Liede MoseS, *) (der cb»rta wsgiu» diese- Volk«, die pS aliSttttldkg lernt» mußte,) so deutlich, wird von allen Propheten, insonderheit von Jesaia und dm Psalmen, so rührend gebraucht, so richtig gedeutet, daß eein sehr fremder Kopf seyn muß, der sich statt des armen KnechtS Jacob, deS niedrigen Israel, ein andere-, etwa ein glänzende- Kunstvolk der Erde zu dieser Ansicht wünschte. Ein Kunstvolk, daS Ideal der Erde in schönen Produktionen, ein Heldeuvolk, da« Ideal menschlicher.Stärke und Ueberwindung, ein politische- Volk, da« Vorbild von der Nutzbarkeit de- BürgerS zum gt meinen Besten sollte die- Volk nicht werden; (daher man sich in solchen Feldern andere Muster suche:) Volk Gotte« sollte eS seyn, d. i. Bild und Figur der Beziehung Gotte« auf Menschen, und dieser aufGott, den Einzigen, den Gott der Götter. —) Wa« diese Beziehung in'S Licht stellte, ward mit ihm vorgenommen, und wie eS vorging, mit Tugendm und Fehlem, ward'- ausgeschrieben. Die Anbetung de- Einen Gotte-, de- Schöpfer-, "de- Later« der Menschen festzustellen auf der Erde, seinen Einfluß in Alle«, seine unmittelbarste Wirkung in jede Kleinigkeit de« Anliegen«, der Hoffnung, der Noch der Menschen, — wie nah' er jedem unsrer Seufzer, unsrer Gebete, unsrer Fehler, unsrer Der, geffenheiteu feiner, wie immer noch so milde «d verzeihend er sey, da« Böse zum Guten zu kehren, sobald irutand^ da ist, dir« Gute za empfangen, und mit eine« besser« Gewände sich kleiden zu lassen vom Himmel, — wie tief der Mensch ünmer unter Gott, unter seinen menschlichsten Zw ecken, DechriMn- ') S. «. Mos. 82.1-48. —) Ber-leich«! Br« Usirl, Neunzehn Brirf« über Zudem thu«, 7.. 8. U. S. »rief. ' v.«ch. gen und Geboten bleibe, und wohin eigentlich dies« Lwecke CotteS zielen? die«, m. Fr., und viel mehrere« im Bande solcher Beziehung ist Geist und Zweck dieser Geschichte und dieser Schriften. Gerade hievon findet man in den Schriften andrer Nationen, zumal de- Alterchum«, nicht« -der weuigeS. In den Denkmalen der gebildetsten Völker, der Griechen und Römer, werden Materien dieser Art nur seitwärt«, beiläufig/ oft mit solchem Eontrast zu ihrer anderweit^ gm Klugheit und Einsicht abgehandelt, daß man sich verwundert: in Judäa aber bezog sich alle« darauf; der Name Gotte« war mit dem kleinsten Nagel der Stiftshütte, der kleinsten Opferklaue, der schlechtesten Verrichtung de« Lebenverbunden; einen solchen Geist athmen auch diese Schriften. Daß z. G. in dem fremden ausländischen Hofbuch Esther der Name Gotte« nicht, daß er in den andern so oft vorkommt, hat seine Ursache. Daß Gott sich in diesem, großen Gebäude von Zeiten und Situationen auch in Schriften so vielseitig, vielfältig geoffenbaret, hat seine Zwecke und Beziehung. Daß mehrere Bücher untergingen, diese blieben, diese in keiner andern Form und Gestalt blieben, hat gewiß seine Zwecke. Sin heiliger Name ist'«, der diese Bücher umschließt, der die fernste Stimme vom Nachhall der Schöpfung und der frühesten Weltfernen biauf die letzte, dumpfersterbend« Stimme im Schutt der Mauern Jerusalem'« bindet und zusammenholet, der zu unser« Geist und Herzen auder höchsten Höhe, der tiefsten Tiefe, der fernste« Weite,, der innigsten Nähe spricht und handelt. „Wo ist ein so herrlich Volk, zu dem seine Götter sich also nährten, al« Gott zu diesemDolke? Wo ist ein so herrlich Volk, da« so gerechte Sitten und Gebote hatte, aldiese Got"«- geböte waren?" L i t e r a t »r. Hr. Baruch Auerbach. Oberlehrer an der jüdischen Gcmeindeschule tu ^lin, lieferte in dm »Rheinischen Blätter« für und Unterricht von /