Das Füllhorn
- Journal
- Das Füllhorn
- Volume
- II (1836)
- Issue
- 28 (8.7.1836)
- Date
- 1836-07-08
- Page
- Spalte 223-224 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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keitsanstalten. Überdieß ist beigefügt, dadie Religion keinen Anlaß gibt, die Israeliten unter andere polizeiliche Maßregeln zu stellen, als alle übrigen Ein, wohner. — Dieses «ird nun der K. K. Delegation zu Mantua zur Nachachtung bekannt gemacht. Zur TageSgeschichte. (Wien, 3. Mai.) Am 25. v. Min der neunten Abendstunde ist hier nach langwierigen Leiden, welche sie mit bewundernswürdiger Geduld und ungetrübter Heiterkeit des GcmütheS ertragen hatte, eine Frau dahin geschieden, die durch die edelsten Eigenschaften deS Geistes und Herzens gleich ausgezeichnet, eine lange Reitze von Jahren hindurch eine wahre Zierde dieser Hauptstadt gewesen. Die Freiin Cacilia v. Eskeles geb. Jtzig, folgte an obgedachtem Tage ihrer vor mehreren Jahren vorangegangenen Schwester Fanny v. Arnstein in's Grab! — Der Schmerz, den ihr zurückgelassener Gatte, einer der würdigsten Koryphäen unserer Handelswelt, den ihre Kinder, Enkel, Verwandten und Freunde über diesen herben Verlust empfunden, gehört nicht dem Gebiete der Öffentlichkeit an; aber die Wehklagen der zahllosen Armen und Nothleidenden, welche sie mit seltener Großmuth unterstützte, die Thränen so vieler Unglücklichen, die sie mit zarter Sorgfalt trocknete, sind zu laut sprechende Zeugen ihrer Bortrefflichkeit, als daß sie, ungeachtet der Bescheidenheit, — der schönsten Krone ihrer Thaten, — die der Verstorbenen im Leben eigen war, nach ihrem Tode zum Schweigen gebracht werden könnten. Man darf mit voller Wahrheit sagen, daß der Tod dieser ausgezeichneten Frau in den fernsten Ländern mit innigster Thcilnahme und Betrübnis vernommen werden wird; denn ihr Haus war, so wie der Sammelplatz der auserlesensten Gesellschaft Wirn's, auch allen Fremden geöffnet, und der Ruf ihrer Gastfreundschaft dadurch im eigentlichen Sinne des Worteeuropäisch geworden. — Ihr für Wohlthun stets reger Sinn, von dem sie im Leben so glänzende Beweise geliefert hatte, äußerte sich auch in ihren letztwilligen Anordnungen, worin sie die Armen im Allgemeinen und die verschiedenen milden Stiftungen dieser Hauptstadt reichlich bedachte. — Das Andenken an die Verewigte wird allen denen, welche sie näher kannten, unvergeßlich bleiben. (Allg. Ztg.) (London.) Der hiesige Gemeinderath hat einmüthig eine Bittschrift an das Parlament um Emanzipation der Juden beschlossen. - ' Französische Blätter berichten aus Madrid, ein Agent des Hauses Rothschild allda sey beauftragt, alle hebräischen Handschriften, welche bei den nächstens begrünenden Verkäufen der Mobilien" und Bibliotheken der aufgehobenen Klöster zur Ausbietung kommen dürften, firr dieses Haus zu ersteigern. (Gewiß eine sehr willkommene Nachricht für alle Freunde der hebr. Literatur! Wrr können nun hoffen, daß so Manches von den in Spanien begraben liegenden Schätzen jener Literatur zu Tage gefördert werde. Das Haus Rothschild würde sich dadurch ein ungemeines Verdienst für alle kommenden Zkiten erwerben.) Historische Notiz. Der »Merkur äo krsnce" vom Jahre 175V berichtet, daß ein portugiesischer Jude, ein gewisser Pereira, das Jahr vorher der Akademie der Wissenschaften zu Paris einige von ihm erzogene Taubstumme vorstellte. Seine Zöglinge wurden als Wunder angestaunt und auf das Wohlwollendste zu Versailles empfangen. Die Huld, welche der edelsinnige Jude am französisch. Hofe fand, erregte Mehrere zur Nacheiferung. Anzeige. Für di« abgebrannten Walldorfer erhielt di^ Rrdak. tion ferner r von den Israeliten ju Dormitz. d» Be» mühungeu de« Hrn. Lehrer« B.,Lövi dorts»^ s fl. 48 kr. Berichtig''" 6- .. Reaktion fl. Redaktion. In Nr. 27 S. 215 Zeile 4 v. ob- »on dem Iabrgan, INS de« Füllborn«, ,a 4 Quartalheften mit schönem Umschlag«, .u^em^Aronnem«,»»^. Iabrgan- 1836, sind noch «ringe Sremplare »vrräthig und können von der Rebak» meat«prei« von Rrdigirt von Rabbiner S. eu »vervein_!. Rosenfeld. — Gedruckt in der F-^«manuscher, Buchdrucker«.