Das Füllhorn
- Journal
- Das Füllhorn
- Volume
- II (1836)
- Issue
- 18 (29.4.1836)
- Date
- 1836-04-29
- Page
- Spalte 139-140 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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13S 140 als durch seinen gediegenen hebräischen Styl rühmlichst bekannten N. Samuel Roulanili auS Mantua (um 1789) in deutscher Übersetzung. In dieser Reise« beschreibung, Kap. 10., heißt es also: "Ich hörte die Schmähung Vieler, (und die Unvernünftigen sind ja die Dielen,) die Gift und Galle ausspeien gegen die Fllosofen, die dem Grunde der Wahrheit nachforschen; Jene sprechen aber, ohne es zu verstehen. Laßt uns vor Allem nur über das Wort verständigen, ohne über de« Inhalt ju streiten. Was bedeutet das Wort F ilosofie? Die Liebe zur Weisheit. Und waS ist die Weisheit? Die Kenntniß der Wahrheit. Wie aber kann man die Wahrheit erkennen, wenn man ihr nicht nachspüret? Möchten wir sie doch finden! Diejenigen, welche so sehr gegen die Filosofen sprechen, filosofiren sie denn bei ihrer Widerlegung nicht selbst? Wie könnten sie denn ohne dieß ihre Einwendungen begründen? Oder haben selbst die göttlichen Profeten nicht filosofirt, während sie zum Volke sprachen? Und hat nicht Gott selbst mit Job filosofirt? Und schließen wir denn bei jenen Gesetzen, die wir nach unserer Tradition als vo« Gott unbedingt und ohne (uns begreiflichen) Grund bestimmt anerkennen, nicht selbst dieß nach unserem eigenen Erwägen, (daß nämlich Gott allerdings Gesetze geben könne, deren Grund unserem Verstände »erborgen sei)? Euch, die ihr euch mit dem Studium des Lhalmuds so sehr beschäftigt, rufe ich zu: In der Zeit, wo ihr über Gesetzesdeduktionen (Halachoth) disputirt, filosofirt ihr da nicht? Gedenket ihr da, nicht, dieauS Liebe zur Weisheit zu thun? Welcher Unterschied ist denn zwischen Disputation (Pilpul) und Widerlegung? welcher zwischen Nachdenken und For« schung? Ja genau genommen: Jeder Redende filosofirt nach seinem Erwägen." — Bündiger und schöner ließe sich kaum Etwas über daS Naturgemäße der Filosofie sagen. — . Zum Schluffe mach^ ich noch auf ein Werk aufmerksam, daS ausgebreitet und völlig systematisch den so höchst wichtigen Gegenstand behandelt, wie sehr sich Filosofie mit de« Gesetzesstudium vertrage. DaS Werk selbst ist in Lcht filosofischem Style, uud zwar hebräisch abgefaßt, und heißt zu Deutsch: "Die Thora und die Kilosofie, in Einklang gebracht; eine filosofische Untersuchung von Jsak Samuel Reg, gio in G örz. (Wien, bei Anton Edlcm^von Zchmid, 1827). Es behandelt in 4 Abschnitten, deren jeder in mehrere Kapitel zerfallt, dm so wichtigen Gegenstand, und zwar im 1. Abschnitte: „daß die Beschäftigung mit Kilosofie und den dahin einschlägigen Studien nach dem Thalmud und den spätem Rabbiner» erlaubt sei;" im 2. Abschn. »den Nutzen der Filosofie;» im 3. Abschn. »die Widerlegung der Einwürse gegen dieses Studium;» der 4. Abschnitt behandelt »dm Theologen, der als Filosof sein Gesetz und dessen Prinzipien prüft und studirt»; wohl der wichtigste und gehaltvollste Abschnitt. — WaS insbesondere dem Werke Wb seinem Hm. Verfasser zum größten Lobe gereicht, ist, daß er unfern unvergeßlichen und bisher in dieser Art noch immer unerreichten Mendelssohn sich bei seinm Untersuchungen zum Muster genommm, und sich durchaus zu dessen Ansichten, di« derselbe in seinem Jerusalem niedergelegt, bekennt. — Möchte dieß Werk nach Verdienst gewürdigt und verbreitet werden; und möchte eS insbesondere in der Hand jedes Rab, binen zu finden sein! — Josef Klein. Für Geschichtsfreunde. In einem Referate in den Münchner Gelehrten- Anzeigen vom 7. April über das Werk: »UegertL ebroovlogico-siplomatiea Reg!» konumorom etc. von Joseph Chmel rc. Frankfurt a. M. bei Fr. Dar, rmtrapp, 1834" heißt es unter Andern,: Sehr interessante Notizen werden unter andern auch mitgetheilt über die Verhältnisse der IJudm, die sich damals so mancher Begünstigung von Seite des ReichS-OberhaupteS zu erfreuen hatten. Wir führen in dieser Beziehung folgenden Brief Kaiser Ruprechts vom 2S. November deS JahreS 1407 an: ^«llrhtt allen Juden det Reichet, Deutscher und WZlschrr Land«, den Jsra-el für den rechten Hmhmeisier (aller üb- _