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Das Füllhorn · 1836-04-01 · 14 (1.4.1836) · p. Spalte 109-110

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Journal
Das Füllhorn
Volume
II (1836)
Issue
14 (1.4.1836)
Date
1836-04-01
Page
Spalte 109-110 (sequence 3)
Language
German
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l. Diese Fragen werde ich nur kurz zu beantworten suchen. Möge nur immerhin unser Herz Mit Warme für Religion und Tugend angefüllt seyn, das wird auch einer spärlichen Aussaat von Worten die Kraft zu einer guten Ärndte verleihen; was der Herr der Zeiten und Herzen wohl geschehen lassen möge! — l. T h e i l. Groß sind die Eriünerungen, meine Freunde, die dieses Fest hervorznruscn bestimmt und geeignet ist. Zuerst führt es uns die Wahrheit vor Augen: Was Gott erhalten will, das ist kein Mensch im Stande zu unterdrücken, oder zu vernichten. Es kömmt empor, und wenn alle Welt sich dagegen sträubt, und wenn alle Macht und alle List sich dagegen verbindet. „Mit siebenzig Personen kamen deine Eltern nach Egypten, und jetzt hat dich der Ewige, dein Gott, wie die Sterne am Himmel soviel werden lassen." (5. B. M. 10, 22.) Dieß stellte Moses den Israeliten am Schlüsse seines Lebens vor. Ja, mit siebenzig Personen. Aber da könnte Mancher fragen: wo liegt denn da das große Wunder? Stammen ja auch die tausend Millionen Menschen auf Erden von Einem Menschenpaare ab? Bringt man aber die kurze Zeit des Aufenthalts in Anschlag, 210 Jahre; dann auch, wie absichtlich darauf hingcwirkt wurde, die Vermehrung zu verhindern, wie List und Macht sich, vereinigt hatten, das Volk zu schwächen und zu unterdrücken, dann erst wird man mit Recht staunen müssen, über die ungeheuer starke Vermehrung. Man nstrd staunen, wie unter solchen Verhältnissctz eine Anzahl von 70 Personen in einem Zeiträume von zwei JaWünderten zu zwei Millionen Menschen hcranwachsen konnte; denn soviel müssen es gewesen seyn, wenn man das ganze Fraucngeschlecht, und die Knaben und Jünglinge von der Geburt bis zum zwanzigsten Lebensjahre zu den 600,000 Männern von zwanzig Jahren und darüber rechnet, die uns die heilige Schrift spcciell nach den Stämmen aufzählt. Eine solche Vermehrung ist allerdings etwas Großes, Beispielloses. Man siehet wohl, daß die Hand der Vorsehung hier int Spiele war, die Allmacht Gottes, welche unserem Urahnen Abraham in Folge seines ausgezeichneten Gehorsams, die Zusicherung gab: Ich will deine Nachkommen vermehren, wie die Sterne am Himmel, und wie Sand am Ufer dcS Meeres; (1. B. M. 22, 17.) und diese Zusicherung auch jetzt schon in Egypten zu lösen begann. — Diese außerordentliche Vermehrung konnte der Aufmerksamkeit des egyptischen Volkes nicht entgehen, sie schien ihm bedenklich, und sein König sprach: "Siehe, das Volk der Kinder Israel wird zahlreicher und mächtiger, als wir. Wohlan, laßt uns ihm durch List beikommen." Aber der König in den Höhen hatte es anders beschlossen, und wo Er beschließt, da muß aller Menschenrath scheitern. "Pfleget immerhin Rathschlag — er wird zerstört; — fasset Beschluß — er besteht nicht; denn mit uns ist Gott.« (Jes. 8,15.) Selbst das Ärgste, das Grausamste, das der Feind beschloß, das Jn'swasserwcrfen der neugcborncn Söhne, wußte die anbetungswürdigste Vorsehung Gottes als Mittel der Befreiung zu benützen. Hier begann die Lösung des bis dahin verwickelten Knotens. In Moses lag der Keim der Erlösung, ihn hatte die Vorsehung als Mittler zur Bewirkung der Erlösung erkoren. Durch je, nen grausamen Befehl kam es, daß MoscS die Aufmerksamkeit der Königstochter auf sich zog, und diese war die Veranlassung seiner Erziehung am königlichen Hofe. Als freier Mann lernte er hier den Werth der Freiheit kennen. Ihn jammerte das traurige Schicksal seiner Brüder, obgleich er hoch über ihnen stand, und Nichts von ihren Leiden thcilte. Er war edel, und — der edle Mann kann nur im Glücke seines Volkes glücklich seyn. Er trug seinen Jammer im Herzen; seine Kraft aber war zu schwach, um zu helfen. Da kam aber der Ruf und die Macht Gottes ihm zu Hülfe, und der Moses, der fchuld- und hülflos den Wellen überlassen wurde, um so, nach dm Befehlen des Feindes, den Tod zu erwarten, mußte gerade dadurch der Mann werden, durch den die Feinde und Unterdrücker seines Volkes ihren Tod in

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