Das Füllhorn
- Journal
- Das Füllhorn
- Volume
- II (1836)
- Issue
- 14 (1.4.1836)
- Date
- 1836-04-01
- Page
- Spalte 111-112 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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den Wellen, jenes aber seine Erlösung fand. Bewundernswürdiger Gang der Vorsehung! So bestätigt sich denn durch diese Geschichte des Auszuges aus Egypten die für uns, meine Glanbensbrüder, sehr beruhigende Wahrheit: Wen Gott erhalten will, den können Menschen nicht unterdrücken, nicht vernichten. »Oft hat man mich gedrängt von meiner Jugend aus, spricht einst Israel, oft hat man mich gedrängt von meiner Jugend auf, jedoch nicht übermccht." (Psalm 129.) An dieses Fest knüpft sich aber auch im Allgemeinen die Erinnerung an die erhabenen Eigenschaften Gottes und seine Vollkommenheiten/die sich hier vor den Augen aller Welt offenbart hatten, namentlich in ihrem Bezug auf. den Menschen. Wenn gleichwohl Got'tes große Allmacht, Weisheit und Güte aus den Werken seiner Schöpfung hcrvorleuchtet, so lebten die Menschen der Vorzeit dennoch im größten Dunkel in Absicht ans ihre Wissenschaft von Gott, sie verfielen auf die allerungcrcimtcsten Ideen, und falls sie auch ein höchstes Wesen erkannt hatten, konnten sie sich doch keineswegs einen richtigen Begriff bilden von den Verhältnissen deS Menschen zu demselben; eine Wissenschaft, die eben so wichtig ist, als die Erkcnntniß Gottes selbst. Hier, beim Auszug aus Egypten, zeigte sich nun Gott in seiner erhabensten Vollkommenheit, die zugleich erkennen ließ, wie nahe er dem Menschen ist, und was er von demselben fordert. Namentlich soll uns diese — durch außerordentliche Wunder bewirkte Befreiung als ein ewiges Zeugniß gelten von Gottes Liebe und Treue und von der Gerechtigkeit seiner Weltregicrung, in welcher kein Verdienst unberücksichtigt, und kein Frevel unbestraft bleibt, wenn nicht Besserung und dauerhafte Sinnesänderung folgen. Denn, sowie die Vorsehung damals die Israeliten denjenigen Standpunkt in der Welt einnehmen ließ, der ihren Vätern voraus verkündet wurde, und den sie nach ihrer Empfänglichkeit für die Grundsätze ihrer würdigen Väter verdient hatten. Denn sie schrieen und flehten zu Gott, dem Gott ihrer Väter, und bekannten hiemit, daß sie nur von Ihm ihre Hülfe er, warteten; ebenso ließ Gott über Pharao und sein Volk, die Folgen ihrer Grausamkeit kommen. »Weil der Ewige euch liebt, und weil Er den Schwur beobachtet, den Er eueren Vätern geschworen, führte er euch heraus, und erlöste dich aus dem Hause der Knechtschaft, aus der Gewalt Pharao's, des Königs von Egypten. So erkenne nun, daß der Ewige dein Gott, daß nur Er Gott sei, der treue Gott, der da bewahret den Bund und die Gnade, denen, die Ihn lieben und seine Gesetze beobachten, bis in's tausendste Geschlecht, und der seinen Widersachern in's Angesicht vergilt, daß Er sie vernichte." (5. B. M. 7, 8—10.) Mit diesen Worten stellte Moses den Israeliten vor, wie sie ihre Erlösung aus Egypten vorzüglich in Beziehung auf die Liebe, Treue und Gerechtigkeit Gottes zu betrachten haben. — Das Andenken an jene Erlösung, das wir, meine Freunde, nach dem Gebote Gottes, stets in uns unterhalten sollen, soll nun auch diese Erinnerungen stets in uns rege erhalten, auf daß wir hienach unser Verhalten einrichten, unsere Denk- und Handelsweise in Bezug auf Gott und Menschen. (Schluß folgt.) England. Nach einer schottischen Zeitung (LeedS - Intelligenter) soll dem Parlament mit Nächstem eine Bill über die Naturalisirung der deutschen Juden in England vorgelegt werden. — Wohlthätigkeit. Der »Moniteur algerien" theilt mit, daß Baron James v. Rothschild, und sein Bruder, Baron Salomon, dem Marschall Clausel 10,000 Kr. Übermacht haben, welche unter die armen Juden ver« theilt werden sollen, die von der französischen Armee' von Maskara nach Mostagancm gebracht worden sind. Rcdigirt von Rabbiner S. W. Rosenfeld. — Gedruckt in der Fr. Humann'schen Buchdruckerei. »