Das Füllhorn
- Journal
- Das Füllhorn
- Volume
- II (1836)
- Issue
- 15 (25.3.1836)
- Date
- 1836-03-25
- Page
- Spalte 101-102 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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101 102 treiben Handel/ Ackerbau/ Handwerke; dem Studium hat sich bisher noch kein Individuum ergeben. Die Anzahl der. im Fürstenthume Birkenfeld wohnenden israelitischen Familien übersteigt kaum hundert. Das -and hat einen eigenen Rabbiner (früher Hrn. Felsenste in/ jetzt Rabbiner in Hanav/ jetzt Hrn. Grünebaum), welcher, wie jeder Geistliche des Landes, die Hälfte seines GehalteS, 500 Fr., auö der Staatskasse, die andere Hälfte aus seinen Gemeinden bezieht. Der Sitz des Rabbiners ist Hopstetten. Zur Erbauung eines Wohnhauses für den Rabbiner bewilligte der Großherzog 500 fl. und die Hälfte des Bauholzes.- Beim Militär befinden sich auch Jsraelitm, welchen aber an den jüdischen Feiertagen gestattet wird, auf Urlaub nach Hause zu gehen, um ungestört die Feste feiern zu können; ja es wurde ihnen eingeschärft, gehörig dem Gottesdieste beizuwohnen, und dabei in festlichem Anzuge zu erscheinen. (Einem Soldaten wurde sogar wegen seiner jährigen Trauer über den Tod sei, nes Vaters gestattet, jeden Sabbath die Synagoge zu besuchen, um das übliche Kadischgebet verrichten zu können.) Im Verlaufe des Gesprächs kamen wir auch auf die konsequente und beharrliche Handlungsweise Frankreichs im Betreff von Bascllandschast. Er sagte, daß dieß nicht der erste Akt der Gerechtigkeit gegen seine israelitischen Bürger von Seite Frankreichs sei: Ein ähnliches Verfahren habe die französischen Jsraelitm auch der in Wim herkömmlichen Judenabgabe für auswärtige Juden enthoben. Es fti nämlich vor ungefähr zwei Jahren ein französischer Jsraelite nach Wien gekommen. Bei der Abgabe seines Passes am Thore wies man ihn auf das sogenannte Judenamt, wo Juden Aufenthaltskarten auf 14 Tage ge« gm Erlegung von 4 fl. C. M. zu lösm haben. Der Franzose, ungewohnt eines solchen Leibzolles, war wie aus den Wolken gefallen, und protestirte dagegen, da er französischer Bürger sei. Allein man verwies ihn darauf hin, er sei Jude und unterliege deßhalb dieser Abgabe. Nochgezwungen bezahlte er sie, beschwerte sich aber sogleich deßhalb bei dem französischen Gesandten, und dieser suchte ohne Zögerung bei der einschlä- > gigen Behörde um die Aufhebung dieser Abgabe für französische Jsraelitm nach, da diese vollkommen gleiche Rechte mit dm Christen genössen; widrigenfalls sehe er sich gmöthigt, auch seine Regierung zu vermögen, von jedem Österreicher, der sich in Frankreich aufhiel, te, ohne Unterschied des Glaubens, eine gleiche Abgabe zu erheben. Und dieser ernste Schritt bewirkte auch wirklich die Abschaffung dieses Leibzolles für französische Israeliten. Einen nicht minder schönen Zug erzählte mir dieser Mann von König Wilhelm von Holland, der, nicht bloß als Fürst, sondern auch als Mensch durch Herzmsgüte ausgezeichnet, sich besonders noch um das Wohl seiner israelitischen Unterthanen annimmt. Schon mehrere Male warm bei den Gemeindewahlen im Haag auch Israeliten zu den Gemeindebevvllmächtigtm ge, wählt worden. Einmal hatten es mehrere Judenfeinde auf ungerechtem Wege dahin gebracht, daß auch nicht ein Jsraelite gewählt wurde. Dem König war dieß nicht unbekannt geblieben. Als ihm daher die Wahl, liste zur Bestätigung vorgelegt wurde, und er nicht einen Jsraelitm gewählt fand, soll er gefragt haben: Ob denn nicht auch taugliche Jsraelitm sich fänden? Sofort foll er die Liste zerrissen, und eine andere Wahl anbefohlen haben, bei deren Vollzug auch Jsraelitm zum Vorschlag gebracht wurden. — So foll auch zur Zeit, als die Israeliten in dem holländischen Kampfe gegm die Belgier sich so sehr ausgezeichnet hatten, die, ser Monarch sich geäuffert haben: Die Juden seien die Perlen seiner Krone. Wo solche Thaten und Umstände sprechen, da ist jedes belobende Wort überflüssig! Josef Klein. Bayern. Das Regierungsblatt für das Königreich Bayem, Nw. 7. vom 16. März l. I. enthält Folgendes: »Seine Majestät der König haben 6. 6. Achen den 14. Jänner l. I. Sich bewogen gefunden, den Gendarmerie-Brigadier Salomon Steinhardt »(gebär, tig zu Bamberg, zur Zeit in Ingolstadt stationirmd,)