Das Füllhorn
- Journal
- Das Füllhorn
- Volume
- II (1836)
- Issue
- 15 (25.3.1836)
- Date
- 1836-03-25
- Page
- Spalte 103-104 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/4889117-4929679-4929847--338-4889398- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
ior "von der dritten Gendarmerie, Compagnie in allerhöchster Anerkennung der besonder« Auszeichnung, welche derselbe während seiner Verwendung als Gendarm nicht sowohl durch einzelne, auf höhere Belohnung Anspruch gewährende Hängungen, als durch eine Summe von rühmlichen Leistungen, durch ehrenvollen Charakter, musterhaftes Betragen und rastlosen, erfolgreichen Eifer begründete, mit Verleihung der silbernen Eivilverdienst-Medaille huldvollst zu begnadigen." Würtemberg. (Stuttgart, 8. März.) In der gestrigen 27. Sitzung der Kammer der Abgeordneten entwickelte der Abg. Menzel seine Motive: "Die Regierung zu bitten, daS glücklich begonnene Werk der Juden-Emanzipation fortzusetzen." Er sagte: "Die Befürchtungen, welche «an früher gehabt habe, haben sich nicht begründet gefunden, und namentlich haben die jungen Israeliten sich allermeistenS dem Gewerbstande und nicht dem Schacherhandel zugewendet. Anderwärts, namentlich in Frankreich, habe die Emanzipation die Juden veredelt und überall die Übel beseitigt, welche man gegen ihre Emanzipation eingewendet habe. Sie haben in Würtemberg ihre bürgerlichen Pflichten erfüllt; warum denn also ihnen die Rechte vorenthalten, welche selbst jedem Nichtdeutschen, der aus Privatintereff« sich bei unS niederlassen wolle, eingeräumt werden? Und welche Widersprüche! Nach dem Gesetze könnte ein Jsraelite den höchsten Stand des Staatsdienstes erreichen und selbst, als Departements-Chef, hier in diesem Saale am Ministertische Platz finden, während er nicht einmal einer gemeindebürgerlichen Wahl unterliegen, nicht einmal Gemeinderach im kleinsten Dorfe werden könne. Dieses Mißtrauen, welches > das Gesetz ausspreche, brandmarke den Juden als Juden, auch wenn er der trefflichste Bürger sey. Man berufe sich auf den Talmud; allein n>aS gegen diesen eingewendet worden, habe man in dieser Kammer im Jahre 1828 vollständig widerlegt. Vielmehr müsse die israelitische Religion einen trefflichen Kern enthalten, weil sie sich sonst nicht so lange erhalten haben wür, de." — Nachdem der geistvolle Redner seinen Vortrag geendet, erhebt sich Schott mit der Erklärung, er unterstütze diesen Antrag in seinem vollen Umfange. Viele Mitglieder, unter denen wir die Abgeordneten Pflanz, Murschel, Frhr. v. Melden u. A. be, merken, beantragen den Druck der Motion, welcher mit 71 gegen 9 Stimmen beschlossen wird. Verschiedenes. Man schreibt aus Berlin vom 22. Febr. Gusiko w's (eines polnischen Israeliten) Holz- und Stroh- Instrument lockt jedesmal ein zahlreiches Publikum herbei. Man muß daS ausserordentliche Talent dieses Mannes anerkennen, der bei jedem Tone aus" bloßen Holzstäben ein Glockenspiel zu erschaffen weiß. Er wird noch einige Zeit hier verweilen, und dann wahrscheinlich nach London gehen, wo er gewiß der Held der diesjährigen musikalischen Saison werden wird. (Allg. Ztg.) Anzeige. Sin geprüfter Rabbinatskandidat, «elcher sich über sein« Brauchbarkeit durch Irugniffe «ortheilhaft autweise» kann. «Lascht unter angemessenen Bedingungen ein« Hofmeister, stelle in einem Haus«, dain gutem religiösen Ruf« stehet, baldigst übernehmen zu können. Portofreie Brief«, mit der Bezeichnung H. in F. besorgt dio-Srpedition dieses Blatte-. Denjenigen, die dies« Zeitschrift in vierteljährigen Heften durch den Buchhandel zu beziehen wünschen, wird bemerkt, das mit de« heutigen Nro. dal erste Quartal beendet, und die bisher erschienenen Nrn. bereitin einem modernen Umschlag« geheftet um den Preis zu 1 fl. durch die Rud. Lachmülle r'sche Buch, und Kunsthandlung dahier bezogen werden können. (Nebst einer literärischen Beilage.) Redigirt von Rabbiner S. W. Rosenfeld. — Gedruckt in der Fr. Humann'schev Buchdruckerei.