Das Füllhorn
- Journal
- Das Füllhorn
- Volume
- II (1836)
- Issue
- 8 (19.2.1836)
- Date
- 1836-02-19
- Page
- Spalte 59-60 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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«0 5« S) praktische Anleitung zum Lesen der hebräischdeutschen Druckschrift. - / II. Klasse. 1) Schlußübersetzung der Genesis und ein Theil von Exodus, Uebersetzung der Gebete; 2) Schreibübungen in der hebräisch-deutschen Currentschrist; 3) Lehre von dm diakritischen Zeichen Schwa und Dagesch; 4) Eintheilung der Sylbcn in einfache und zusammengesetzte, und Eintheilung der Redetheile in Redewörter, Nennwörter und Bestimmungswörter, in Verbindung mit der nöthigsten Lehre darüber; 5) die Lehre von den Wurzel - und Bedienungs- Buchstaben und Abänderung des regelmäßigen Redewortes; tz) Leseübungm in der hebräisch-deutschen Druckschrift. Ul. Klasse. 1) Fortsetzung der Uebersetzungen des Pentateuchs und der Gebete, in Verbindung mit Uebcrsetzungen aus den ersten Propheten, dm Psalmm und den Sprüchen Salomou's; 2) Schreibübungm in der hebräisch, deutschen Currentschrift, durch das Diktirm, mit Rücksicht auf die anzuwendendm Rechtschreibregeln; 3) Abänderung der unregelmäßigen Redewörter, dann Nennwörter; 4) die Lehre von den Tonzeichen, mit ihrer Anwendung auf daS Verlesen in den Synagogen; 5) fertiges Lesender hebräisch-deutschen Druckschrift. Nach der bisher eingeführten Ordnung, sind in jeder Schule wöchentlich 20 Stundm Unterricht zu ertheilen; es könnm sonach auf jeden Lehrgegenstand wöchentlich nicht mehr als 10 Stunden verwendet werden. Kommt nun noch in Erwägung, daß die Schüler in jeder Schule sich in drei Klaffen theilen, so kommen im Durchschnitte auf jede Klasse nicht mehr als «Äc» ^1s3 Stunden Unterricht wöchentlich in jedem der beiden Lehrgegenstände; die Schülör müssen daher, wmn sie zu einem gewissen Grade der Vollkommenheit gebracht werden sollen, mit zweckmäßigen Zwischenbeschäftigungen in und gusser der Schule, unterhalten werden. *) *) In Reo. s. «. S7. Z. 2 iß für ang««endeten »u lrsrn: «nt«»»nd»ndea. Berichtigung. Herr L. Haymann, bekannt durch seine deutsche Uebersetzung des Commentars Raschi, lieferte im 14. Hefte der Zeitschrift für Philosophie und katholische Theologie eine Abhandlung »über die Ehegesetzt der Juden," wobei er, wie er in der Einlei, tung zu verstehen gibt, die Absicht hat, dm Theologen und Juristen über diesm Gegenstand auftuklärm. Wir verehren dm guten Willen des Verfasser- und verkennen keineswegs seine ausgebreitete Gelehrsamkeit, namentlich auch in dm Schriften des Talmuds, bedauern aber die vielen in der Abhandlung. verkommenden Oberflächlichkeiten und Unrichtigkeiten, wodurch dieselbe fast ihren ganzm Werth verliert; so sagt z. B. (um nur Einen Beleg anzuführm) der Verfasser (S. 121) »Was nun ferner die Abschließung durch einen Vertrag anlangt, so bestand er dann, daß man der Braut einen Kaufbrief, Star, überreichte, worin der Kaufpreise bestimmt ist." Jeder Anftnger im Talmud aber weiß, daß der Star, mittelst welchem eine Frau erworben werden kann, nichts weiter enthält, als die Worte: ^bsreatli laeüuäeaedetl» li^ d. h. »Sei mir angetraut." (Kiduschin k. S. Eben haeser Kap. 32.) Wir würden eine eben so starke Abhandlung als die seimgt schreiben müssen, wmn wir allen Unrichtigkeiten und Jrrthümern, die sich der Verfasser hier zu Schulden kommm läßt, begegnen wollten. Möchte man in Darstellungen, die Aufklärungen über eine Sache verbreiten sollen, doch behutsamer zu Werke gehen, und mehr der Gründlichkeit sich befleißen! R—d. Sachsen. Leipzig (25. Januar.) Am 20. Januar trug sich hier der unter Bekennen» des mosaischen Glaubens selten vorkommende Fall zu, daß ein Israelit aus Me« scritz freiwillig seinem L^en ein Ende machte. Nach den im Königreiche Sachsen bestehenden gesetzlichen Vorschriften müssen dergleichen Leichname an die Anatomie abgelicfert werden. Gestützt auf ihre Religionsgrundsätze thaten indessen deS fraglichen Individuums Glaubensgenossen Schritte, um die Ablieferung an die gedachte. Anstalt zu verhindern. Der hiesige Professor der Anatomie konnte, um der Konsequenz wülen, die- 1