Das Füllhorn
- Journal
- Das Füllhorn
- Volume
- II (1836)
- Issue
- 5 (29.1.1836)
- Date
- 1836-01-29
- Page
- Spalte 37-38 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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37 38 »ä sind zwei Hauptpunkte zu berücksichtigen: I /- Die Wahl der angewendeten Materialien. II. Die angemessene Lchrart oder Form. nä I. Ehe der eigentliche Rcligions-Unterricht beginnt, müssen die Begriffe und das moralische Gefühl des Kindes geweckt, geläutert, geschärft und erhöhet werden. Denn in der zarten Kinderseele liegt schon das Vermögen, über wahr und falsch, gut und bös, recht und unrecht urtheilen zu können. Und dieses wird erweckt, geläutert, geschärft und erhöhet, wenn der Lehrer über Gegenstände und Handlungen, die in dem Leben, und zwar in dem Leben der Kinderwelt selbst, Vorkommen, urtheilen, und die Ursache angeben läßt, warum sie so und nicht anders urtheilen. Sobald nun der Verstand des Kindes in etwas entwickelt und vorbereitet, und das Gewissen rege gemacht ist, ist dem Kinde die erste Idee von einem unsichtbarm Wesen, nämlich von Gott, als Schöpfer, Erhalter und Regierer der Welt beizubringen. Ist dem Kinde auf solche Weise die erste Idee von Gott beigebracht, so muß cs sodann auch aus der schönen zweckmäßigen Einrichtung und Ordnung der Natur, auf die Eigenschaften Gottes aufmerksam gemacht, und sein Verstand und Gefühl darauf hingclenkt werden. Sind dem Kinde diese Lehren angeeignet, so muß ihm auch die Lehre von der Unsterblichkeit der menschlichen Seele, oder von dem ewigen Leben und der Belohnung und Bestrafung in demselben bcigcbracht werden. Darauf folgt die Lehre von der Offenbarung; dann folgen die Glaubens-, Geschichts-, Moral- und Zeremoniallehrcn, aus den Offenbarungsschrifen und ihren Kommentatoren. Hiemit muß das Lesen der heiligen Schrift, als einer der wesentlichsten Unterrichts-Gegenstände der mosaischen Religion, und zwar bei den Knaben in der Ursprache, verbunden werden. Das Beten ist ein wichtiger Theil der Religion. Es müssen dem Kinde die besten Begriffe vom Gebete beigebracht werden. Und da die Gebetsformeln der Israeliten in der hebräischen Sprache abgefaßt sind, so ist es nothwendig, daß dem Kinde auch die Gebetsformeln übersetzt und erklärt werdm. Die Ordnung und der Zusammenhang der Religionslehren richtet sich in jeder Schule nach einem eingeführten Katechismus. Allein da in den neu organisirtcn Schulen noch kein allgemein anerkannter Katechismus eingesührt ist, und die bereits vorhandenen Katechismen wenig Brauchbarkeit, wenigstens für den Anfangs-Unterricht gewähren, indem in denselben die Fassungskraft, das Alter, die Entwickelung des Geistes und die Bedürfnisse der Kinder nicht berücksichtiget sind; so müssen von jedem Lehrer, zum Behufs des Unterrichts, aus den vorhandenen Lehrbüchern Auszüge genommen, dieselben nach einer zweckmäßigen Steigerung an einander gercihct, darnach unterrichtet, und der Unterricht durch Beispiele aus der Geschichte oder aus dem Lebm erläutert werden. (Fortsetzung folgt.) Klare Wahrheit wider "Unsinn." In Nro. 3. S. 22 des Füllhorns ist die Cultusgcmcinde Sch—ch mit ihrem Rabbinatöbczirk auf eine Art angegriffen, welche sich die vielen Ehrenmänner in derselben gewiß nicht gefallen lassen werden. Schreiber dieses, ein geborner Sch —chcr, kann aber nicht umhin, auf eigner Faust mit dem Verfasser jener Rüge eine Lanze in Ehren zu brechen. — Wenn die Gemeinde Sch—ch von dem im Wesen der mosaischen Religion begründeten, von dem königl. Staatsministcrium ihr eingeräumten Rechte, weltliche Mitglieder zur Besprechung ihrer Rcligionöverhältnisse abzuordncn, Gebrauch gemacht hat, einem Rechte, nach welchem die protestantische Kirche seit Jahren vergeblich ringt: so hat sie dadurch, wie viele andere Gemeinden, weiter gar nichts bewiesen, alö daß sie ihr Vertrauen nur Männern schenkt, die sie dessen wcrth hält. Wenn gewisse Personen nicht unter diese Zahl gehören, so müßte wohl untersucht werden, ob mit Recht oder Unrecht, was aber hier nicht geschehen soll. *) *) Wat soll man übrigendazu sagen, um nur di» geringste