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Das Füllhorn · 1835-12-24 · 52 (24.12.1835) · p. Spalte 431-432

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Journal
Das Füllhorn
Volume
I (1835)
Issue
52 (24.12.1835)
Date
1835-12-24
Page
Spalte 431-432 (sequence 3)
Language
German
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irr nicht ganz auf50,000 herabgekommen. Im Jahne 1551, hatte das LrzbiSthum Dorazzo zwar schon ungemeinen Verlust zu beklagen, aber eS zählte noch 14,000 Seelen. Im Jahre 1703 Waren ste bis auf wenig über 6000 geschmolzen. ES mögest hiezu andere Ursachen mit-ewirkt ha- H<n; die Hauptursache war der Abfall um poli- Mcher Äedrängniffe willen." — Gegen diese Beispiele vom Abfall werden die der Juden al< sehr geringe erscheinen. Zu wünschen wäre, daß die Ursache hie und dort aufhören möchte, damit Jeder ruhig und ungestört den Glauben seiner Väter anhangen, und sefner liebgewonnenen Ueberzeugung ungekränkt folgen könnte. WaS nutzen den Staaten Heuchler, die bekennen, wa-ste nicht glauben? Ziehet man erst die Wechselwirkung, welche die entfernsesten Reiche in Absicht auf Toleranz auf einander üben, ^in Betracht; so wird sich da- Resultat Herausstellen, daS waS die Intoleranz auf der einen Seite durch ihre Hätte gewinnt, auf der andern Seite vielfach wieder ersetzen müsse, wie auden obigen Beispielen klar hervorgehtt. Und schon hat die europäisch christliche Humanität und Toleranz, wenn gleichwohl ste hie und da nur noch im Keime ist und noch nicht durchzudringen vermochte, ihre Wirkung auf oSmanischen Beherrscher nicht verfehlt, und ste in Absicht auf Andersgläubige zu Verfügungen vermocht, die ihnen in der That Ehre machen. Gewiß wird dieser wohlthätige Einfluß noch weit größer und ersprießlicher sich äussern, wenn in den christlichen Staaten die unduldsamen Prinzipien ganz verschwinden und denen der Gerechtigkeit und bürgerlichen Gleichheit, wie bereitin einigen Staaten geschehen, Raum machen. — Im Bettest der Leichtsinnigen aber, die, zeitlicher Bortheile halben, der Religion der Väter entsagen, möchte wohl anwendbar sein, waS ein Rezensent in den Blättern für literarische Unterhaltung (1831 Nro. stso) im Bezug aus"einige Schriftenvon Börne und Heine äuffert: „Wenn sich glückliche Anlagen und Scharfsinn so mit Frechheit und Anmaffung paaren, vergißt man darü- -4Über da- Hassen-würdige uüd Verworfene, «validem Abtrünnigen, jedem Renegaten, und jedem an seinem angestammten Glauben und an dem Glauben seiner Väter zum Derräther gewordenen .anklebt." Eben so möchten die Worte, die Heinrich Zschokke seinem „Jonathan Frock^ in den Mund legt, mit den Gefühlen «inejede«» Redlichdenkendeu übereinstimmen:. „TS sträubt sich in mir Allegegen den Ramm einegetauften Juden. Lieber will ich JSraelite sein und bleiben. Ich habe mich wahrlich diese- Namennicht zu schämen. Mosewar ein größerer alS die ganze Lette der Päpste, al- Luther, und Kalvill und, Zwingli waren. Wohl selten ließ sich ein Jude au- Drang besserer Ueberzeugung, weit häufiger wegen gemeiner Dottheile, bei den Christen taufen. Mit Recht haftet daher auf getauften ^Zuden Vorwurf und Verdacht. Lin muthiger Bekenner ist mehr wetth, äljeder Renegat und Mameluk." , R—d. Gott— ein Freund der Verfolgten. (Aus dem Midrasch T'-octrum«.) Abel wurdeverfolgt von seinemBruderKain, „TottaberwandtesichzuAbel und zu seinem Opfer; Kain und sein Opfer mißfielen rhm." (1. Mos, 4, 4, 5.) Noah wurde verfolgt von seinen Zeitgenossen; „Noah aber fand Gnade in den Augen Gotte-. (1. Mos. 6, 8.) Abraham wurde verfolgt von Nimrod; von ihm aber sagt die heil. Schrift: „Du bist derLwige, derGott, derAbram erwählte." (Neh. v, 7.) Isaak wurdeverfolgt von den Philistern; d«ese aber kamen und sprachen: „Wirsahen, daß der Ewige mit d«r war rc. (1. Mos. 26, S8.) Jakob wurde verfolgt von Esau; und eheißt: „Jakob erwählte sich der Herr, Israel zu fernem LiOrnthum." (Ps. 1S5, 4.) Joseph wurde «chttat von seinen Brüdern: von ihm aber Hecht „Und der Ewige war mit Joseph." (1. Mos. 3». »1) Mosewurde verfolgt von Pharao; und eheißt: „Wäre nichtMoseseinAu-erwählter, vo r den R«ßgetreten." (Pf. 106, 23.) Die JSraeliten werden verfolgt von den Völkern; und von ihnen sagt die heil. Schrift: „Dich hat derLwige, dein Gott erwählt, sein geliebte- Volk zu sein." (s. Mos. 7, -.)

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