Das Füllhorn
- Journal
- Das Füllhorn
- Volume
- I (1835)
- Issue
- 52 (24.12.1835)
- Date
- 1835-12-24
- Page
- Spalte 433-434 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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- Hanau 1× ep/1047937
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«> Miszellen. Sr. Majestät der König Ludwig von Bayern habe» j»m Bau eiuer Synagoge in der Dorfgemeinde Oppach, im Uutermainkrrise, eine Unterstützuüg von 400 fl. au- Allerhöchsteigenen Mitteln zu bewillige» geruht. Gott segne den erhabenen Beschützer der Religion! « « « Herr Levi H-einemann Al-Zer-, bisheriger Uatergerichtsanwalt in der Stadt Karlshave.n .ist durch ein höchste- Reskript zum Obergerichtö- Anwast in Kassel ernannt worden. Es ist dieseder erste Israelit, der ftit der Verfassung in KaffetlH« Advokat« erhäktuod-untr» h,e Zahl de» Hbexgerichts-Anwälte ausgenommen. wird. In Hanau ist dieseschön längst der Fall gewesen. Gedachter JSraekit wird als ein ausgezrichwtter Recht-gelehrter und Sachwalter gerühmt. . * » » Ein Reskript der k. b. Rheinkreisregieruna vom 4. Oktbr. sagt in der Einleitung: „Die Wahrnehmungen, welche bereits im vorigen Jahre statt gesunden haben, baß die israelitischen Schulkandidaten auf eine gründliche Erlernung des Elementarunterrichte-, vorzüglich der teutschen Sprache, wenig Fleiß verwenden, hat man bei den diesjährigen Prüfungen aus da- Unwidersprechlichste bestätigt gefunden, mdem unter sechzehn Individuen, welche sich der SoncurSprüfung unterzogen, nur secheiner QnakstkationSnvte würdig erklärt «erden konnten."— Wir können indeß versichern, dass in den diesseitigen Kreisen die Mehrheit der iSraelit. Lehrer mit den besten Qualifikation-noten hinsichtlich de- Elementarunterrichtes versehen sind. Worin mag nun die Ursache de- Unterschiedeliegen? Sollten wohl im Rheinkreisr jezt noch Lehrer zur Prüfung zugelassen werden, die keine Seminarbildung geooffen? Sollte es indeß der Wille der k. Regierung des Rbeinkreises sein, die israelit. Schulstellen dortelvst mit guten, tüchtigen Lehrern zu besetzen, so önnte dem dortigen Mangel durch Herbeizlihuag olcher Lehrer auden diesseitigen, Kreises die brr Bildung in den Lehranstalten zu Bwuldory, Würzburg, und Altdorf genässen haben, ahgeholftn werden. Hier fehlt enicht an guten Lehrern, vielmehr an Stellen für dieselben, so daß Biel« veranlaßt sind, ihren Unterhalt durch Prrvatuntericht zu verdienen. Das Wort Gotte-., Jedem Menschen soll da- Wort Gotte- «Nlvoh» nen, jeder soll fühlen und streben für das Hess der Menschheit, und wehe dem, der mit stoäüu Lächeln diese heiligen Pflichten von sich abstreW Aber dreifach mehr über d,e, welche sich Mft den Beruf erwählten, Hessen Bestimmung vvb ju-Sweise ist, nach dem Worte d«S Herrn uad für da- Wohl der Menfchhtkt zu lebyi, sind deren ganze- Sein dennoch eine Abscheu ärregeckde Kette rntgegengesezter Handlungen bildet. Sie trifft der Aussoruch Schillers: „Eist zu verwundern, daß solche Menschen nicht im Gefühle ihrer Nichtswürdigkeit verwesen!" (Galiz. AbeNdbl^ '' G es. d. (Denkspruch des Trafen von Oxensllerna.) Die Wuth, Geld aufzuhäufen, ist unersättlich, uad, nach meinem Dafürhalten, die lächerlichste und elendeste aller Leidenschaften, deren Raub unser Herz ist. Es ist Klugheit/ ja sogar Weisheit, da- Rothdürftige sich zu verschaffen; eS ist erlaubt, für seine Gemächlichkeit und Äohlanständigkeit zu sorgen: Aber es ist eine Narrheit und Verkehrtheit, einen Theil seine- Ueberfluffes in Kisten zu packen.' Dies ist «in Raub, den man an den Armen begeht, ohne daß man selbst davon den geringsten Nutzen zieht. Gedanken. Wie in Gott da- All der Welt, so in Religion bas All der Menschen. So wie die Welt sich Gottenicht entsagen kann, der Nothwendiakeit ihre- Bestehens zufolge, so kann der Mensch der Religion nicht entlaufen oder sie audem Busen stoßen; sie folgt ihm überall, ist überall bei ihm; er müßte denn sich selbst entseele», auf die Art, wie er sich entleibt. — SS ist unrichtig, zu sagen: „Die Religion ist dem Menschen nothwendlg," so unrichtig, als: „Da- Leben ist dem Menschen nothwendig." So wie leiblich Mensch sein und leiblich Leben nur Eiusind, ebenso sind es: Geistig Mensch sein and Religion haben. ' Der Mensch^rom gemeinen Schlage ist immer dem Nadir der Unterwelt näher, alS dem Zenith des Himmels. l Rrdigirt von Rabbiner S. W. Rgfe»feld. — Derkgt von Fr. Walthr in fl)inkel»bühl.