Das Füllhorn
- Journal
- Das Füllhorn
- Volume
- I (1835)
- Issue
- 51 (17.12.1835)
- Date
- 1835-12-17
- Page
- Spalte 425-426 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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,Äahl. Besitzer.ihre-Glgslbwkl alleu, öffentlichen 'Behörden haben; auch dieHandwerkermid ihren Gilden sollten einvrrleibt, kurin allen öffentlichen Geschäften, in Bezug auf öffentliche Behörden und Bürger, auf Regulierung der städtischen Einnahmen und Ausgaben nichtvorgenommen werdrn ohne Zuziehung der jüdischen Besitzer; ein glücklicher Zustand dessen sich die Juden in diesem Kaiserthum biauf den heutigen Tag erfreuen. Da- Buch Hiob. (Äu« dem Wertchrn: Die poetische Literatur der alten Je» ' raeliten, von vr. Gutlen-etN.) Daherrlichste Lehrgedicht, welches der Kanon de-alten Testamentbiauf unsere Zeit gebraucht hat, ist da- Büch Hiob. Der Gegenstand ist eine Theodecee, wie sie ein frommer Sinn, der die Unfähigkeit demenschlichen Verstände-, übet die göttlichen Motive der Vorsehung und demenschlichen Schicksalabzuurtheilen, und die Nothwendigkeit, sich den Fügungen Gottegläubig zu unterwerfen, anerkennt, wadie" Hauptideen betrifft, noch beute nicht andergeben würde. Diesem Thema und der religiösen Richtung de- Gedichtgemäß, ist seine Handlung im Himmel, und waS die Menschen, die sich gegen den Herrn de- Schicksalnicht anders alS leidend verhalten können, dabei thun nur Reflexion und Ausdruck de- Gefühl-. Aber in diesen Reflexionen und Herzensergießungcn zeugt sich ein Leben, eine Kraft und Innigkeit, in diesen Dialogen ein Wettkampf mit den stärksten Waffen de- Geisteum die höchsten und heiligsten Wahrheiten der Menschheit, der da- Gespräch wieder zur lebendigsten Handlung macht. Stärker alS irgendwo werden wir hier belehrt, esei Vermessenheit, die Rathschlüffe Gottebeim Glück und Unglück derMenschen ergründen zu wollen, sein Rath sei wunderbar und er führe Alleherrlich hinaus. Eine bijezt in Arabien und Sirien erhaltene Sage beweiset ebenso wie die unverkennbaren Spuren wahrer Natu; in dem Gedichte selbst, daß ehistorischen Grund hat: Auch die Kinder der.Wüfte, die Beduinen wissen zu erzählen von dem angesehenen und frommen Emir, der in wenigen Stunden, aller Reichthümer, die er besessen, sogar seiner Kinder betäubt, und selbst mit der furchtbarsten Krankheit heimgesucht ward. In Jdumäa mag er gelebt haben; an einigen Orten, wie bei Dama-ku-, will die Sage noch sein Grabmahl Nachweisen. Wie viel die Phantasie de- Dichterhinzugethan und umgebildrt hat, läßt sich nicht auSmitteln; daß er aber den vorzüglichsten Dichtern aller Zeiten an die Seite gesejt zu werden verdient, zeigt die Größe und Eigenthümlichkeit seiner Lompositionen, die lebendige Natur und Frische seiner Farben, die eingreifende Stärke und Wahrheit seiner Situationen und Darstellung der Lmpfinddsen, die Fruchtbarkeit und Fülle seiner Sprüche, die Hoheit und Lauterkeit seiner Gesinnungen und jene himmlische Würde bei aller Einfalt der Natur, die Niemand erkünsteln kann, dem Gott mit dem Lichte de- GenieS zugleich den Funken der frommen Begeisterung verlieh. Mosaische Ideen kommen in diesem Gedichte nicht vor. Darum und wegen det darin merkbaren philosophischen Richtung al-auch wegen de- Ausdruck-, welcher der Sprache der salomonischen Schriften am nächsten kommt, wird es mit der größten Wahrscheinlichkeit unter die Ereignisse desalomonischen Zeitaltergesezt, wenn schon eine ältere Sage dabei benuzt worden*W kann. ' Mainz, 13. November. Wahrscheinlich durch den schnellen Wechsel der Witterung veranlaßt, wurden mehrere Personen, die ein allgemeine- Bedauern erregen, ein Opfer de- NervenfieberS und darunter ein höchst interessanter Arzt, vx. Lorch, welcher sich durch tiefe Kenntnisse, durch einen sedr liebenswürdigen Kataster und Menschenfreundlichkeit äufferstvvrtheilhaft au-gezeichn-t hatte. Er war Israelit, aber einer derjenigen Menschen, die man, welcher Nation und Religion sie auch angehiren, ihrer Tugenden wegen achten und lieben muß. So auch llr. Lorch; er war geschätzt und geliebt, und die