Das Füllhorn
- Journal
- Das Füllhorn
- Volume
- I (1835)
- Issue
- 45 (29.10.1835)
- Date
- 1835-10-29
- Page
- Spalte 377-378 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Abkunft auden Geburt-listen der Leviten und Priester nicht nachgewiesen werden könnte. Troßknechte zogen 7337 mit. Sänger und Sängerinnen 235. Kameele 485. Zugvieh 5525 Stücke. Die Führer deganzen Zugewaren 3 oro Kabel, SchalthielS Sohn audem Stamme Juda, vom Geschlechte David- und Jeschur, Sohn JozadokS. Außer diesen wurden noch vom Volke Mardoche und Seraja zu Führern gewählt, welche 100 Minen in Geld und 5000 in Silber auf Reisekosten beisteuerten. Also zogen die Priester und Leviten und ein Theil der Juden, welcher zu Babylon wohnte, nach Jerusalem, und ließen sich wieder in ihren ehemaligen Wohnsitzen nieder. — Die Rose unter Dornen. Ein frommer Mann, der tief gekränkt und verwundet mitten unter feinen Verfolgern lebte, ging traurig einmal auf und ab in seinem Garten, an den Wegen der Vorsehung fast zweifelnd. Wie festgehalten blieb er vor einem Rosenbusch stehen, und der Geist der Rose sprach zu ihm also: „Belebe ich nicht ein schöne- Gewächs? einen Kelch der Danksagung voll süßer Gerüche dem Herrn im Namen aller Blumen, sein Weihrauchopfer. Und wo erblickest du mich? Unter Dornen. Aber sie stechen nicht; sie beschützen mich und geben mir Säfte. Eben dieß thun dir deine Feinde, und sollte dein Geist nicht mehr sein und fester, alS eine hinfällige Blume? „Gestärkt ging der Mann von dannen, seine Seele ward ein Kelch der Danksagung für seine Feinde. Installation. Am 17. September wurde der durch Stimmen Einheit (in der That eine seither seltne, aber desto erfreulichere Erscheinung) vom Distrikte Burg-Pundstadt als Rabbiner gewählte RabbinatSkandidat, Hr. Leopold Stein au- Burgvreppach, nach bestättigter Wahl von 'Seite der k. Regierung de-Obermainkreise-, in der Synagoge: zu Bvrgkundschaft durch den Hr. Landrichter von WeiSmann feierlich installitt. Nach Absingung einevon Hrn. Stein verfaßten L»ede-, durch die dortigeSchülju-end, hielt drrHr.Länd, richter einen kurzen, den Geist der Liebe «ich Humanität athmenben Vortrag, worin er die wechselseitigen Pflichten de- Rabbiner- und der Gemeinde entwickelte, und den J-raeliten die gebühr rendeAnerkennnng hinsichtlich der bereitgemachten Fortschritte auf dem Wege der Livilisation zu verstehen gab. Hierauf leistete Hr. Stein den gesetzlichen E,d. Die Vorsteher der zum Rabbi« nate gehörigen Gemeinden legten ein Handgelöbniß ab, daß sie Hrn. Rabbiner Stein, bei seinen Unternehmungen zum Heile seiner Gemeinden stethülfreich die Hand bieten wollten. Hr. Stein empfing hierauf auderHand de- Hm. Landrichterden Schlüssel zur Synagoge, betrat sodann die Kanzel, von wo auer über eine Stunde seine zahlreichen Zuhörer durch einen herrlichen Vortrag erbaute. Die Rede wird wahrscheinlich recht bald in Druck erscheinen, eist daher unnothig, ein Mehredarüber zu sagen^- Ein Lied beschloß die Feierlichkeit, die lange noch im freudigen Andenken der Menge Anwesenden sich erhalten wird. , Daniel Springer. Reichthum — eine Zierde de- Gerechten. (Grofiherjogthum -essen, 3. September.) Ein junger JSraelite, von Rödelheim bei Frankfurt gebürtig, war vor 31 Jahren nach Amerika als HandlungskommiS gegangen, da die Umstände es ihm sehr erschwerten, in der Heimath sein Fortkommen zu finden. Obgleich ganz vermögenslos in der neuen Welt angekommen, gelang eS «hm durch Fleiß und Betriebsamkeit daselbst ein große- Glück zu machen, so daß er sich gegenwärtig an der Spitze eines der ersten Handlung-» Häuser zu New - Orleans, Herrmann u.Komp. und ,m Besitz mehrerer Million befindet. Vor emigen Wochen stattete er einen Besuch in seiner Heimath ab, in der Absicht, feine zahlreichen Seitenverwandten zu bedenken. Er hat denselben eine baare Summe von wohl 150,000 fl. alS Kapital überwiesen, um mittelst derselben ihre Geschäfte schwunghäfter zu betreiben, außerdem noch die Veranstaltung getroffen, daß denjenigen Gliedern seiner Family die wegen vorgerückter Jahre der Ruhe bedürfen, eine ansehnliche Unterstützung in periodischen Renten auf Leben-zeit von einem Frankfurter Bankierhaus verabreicht wird. Jezt M derselbe nachNew-Orftan-zurückgekehrt. ' ' - -^(Schw. M.)