Das Füllhorn
- Journal
- Das Füllhorn
- Volume
- I (1835)
- Issue
- 45 (29.10.1835)
- Date
- 1835-10-29
- Page
- Spalte 375-376 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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878 ' Sonne Lauf! Gotte- «nerforfchlicher Wille te« weget sie, und dieser Gott ist wahrhaft und gerecht. Nichts ist also mächtiger, alS. die Wahrheit! Ungerechtigkeit vermag nichtgegess sie, so gewaltig unS manche Dinge erscheinen, sie sind hinfällig und vergänglich. Ewig dauert die Wahrheit, unvergänglich ist ihre Kraft; sie gibt unS nicht Güter, welche die Zeit vernichtet, keine Schäre, die der Zufall raubt. Recht und Billigkeit sind ihre Geschenke, sie weiset daS Unrecht bestraft zurück. Es war nun de- Beifalls kein Ende! Jeder erkannte die nie alternde unvergängliche Wahrheit als das Mächtigste aller Dinge und der entzückte König erlaubte Zorobabel, weil er alle an Weisheit übertroffen, außerdem was ihm versprochen wurde,'um noch etwas zu bitten. Du sollst auch, sagte er, bei mir deinen Platz nehmen und mein Freund genannt werden. Da erinnerte er den König an sein Gelübde, Gott den Tempel zu Jerusalem wieder aufzubauen, und di« von Nebukadnezar geraubten Gefäße wieder zurückstellen zu lassen, wenn er zum Throne gelangen sollte. DaS ist eS, versetzte er, um wasch, mein König, dich bitte, und was zu verlangen du erlaubest dem, welchen für weise und vernünftig zu halten du die Gnade hast. Der König erfreuet, erhob sich, umarmte ihn, schrieb an die Toparchen und Satrapen und befahl ihnen. Zorobabel sammt seinen Gefährden, welche hinziehen, Jerusalem wieder zu erbauen, sicheres Geleit zu geben. Den Satrapen Siriens und PhönizienS trug er auf, in Libanon Cedern fällen ju lassen, und nach Jerusalem zu schaffen. Allen nach Judäa wandernden Juden gab er volle Freiheit. Er erklärte sie steuerfrei. Die Jdumäer, Samaritaner und Cölesyrier mußten die ehemals jüdischen Städte räumen und den Juden SO Talente (ohngefähr 2 bis «3,000 unserer Silbergulden) verabfolgen. Er erlaubte ihnen nach dem Gesetze ihrer Vorfahren zu opfern. Die heiligen Gewänder, die muflkalischen Instrumente, alle- »um Opferdienste Nöthige, wurde auf königliche Kosten angeschafft. Den Stadt- und Tempelaufsehern wieß er Ländereien und Jahrgehalte an. Auch die zu Babilon noch rückständigen heiligen GefäHe schickte er nach Jerusalem. Alle-, waS einst CyruS zur Wiederherstellung der Juden beschlossen hatte, davollbrachte nun Darius. Sobald Zorobabel vom Könige so gnädig behandelt, den Pallast verlassen hatte, hob er sein Auge gen Himmel, und dankte für die ihm ertheilt Weisheit, durch welche er einen solchen Sieg vor Darius errungen. Alles dies mein Schöpfer! rief er aus, hätte ich nicht erlangt, wärest du mir nicht so geneigt gewesen. Und nachdem er dem Ewigen für diese Gnade gedankt hatte, bat er ihn, daß er ihm auch ferner sein Wohlwollen schenke. Er reiste nach Babylon und brachte seinen Glaubensgenossen die frohe Botschaft vom Könige. Auch diese, nachdem sie solche vernommen, dankten Gott, daß er sie in das Land der Väter wieder zurückführe. Sieben Tage begingen sie festlich bei Gastmähkern und Trinkgelagen dewiedererlangten und wiedergebornen Vaterlands wegen. ES wurden die Stammfürsten erwählt, daß sie den Zug nach Jerusalem antreten sammt Weibern, Kindern und Lastthieren. Auch hatten sie von Darius Geleitsmänner, die sie hinführen mußten, und sie traten die Reise an unter Freude und Jubel, Saitenspiel und Flötensviel, und unter rauschende Zimbelm. Es begleitete sie auch die fröhliche Menge der übrigen Juden. Also reisen sie aujedem Stamme eine gewisse Anzahl. Doch will ich sie nicht namentlich ananführen. Die Zahl der Auswanderer aus dem Stamme Juda'S und BenjaminS vom zwölften Jahr und darüber war 47,000. Leviten waren 74. Weiber und Kinder 40,742. Sänger alldem Stamme Levi 120. Thürhüter 110. Tempelknechte 3V2. Andere welche Israeliten zu sein Vorgaben, ihre Abkunft aber nicht erweisen konnten, waren «62, — 525 Priester wurden ihrer Würde entsezt, weil sie Weiber heiratheten deren